Wiki source code of Resolution für eine umweltverträgliche Mobilitätswende
Version 1.1 by Valentin Hügenell on 2026/02/21 15:33
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| author | version | line-number | content |
|---|---|---|---|
| 1 | **Antragstext** | ||
| 2 | \\\\Der Verkehrsbereich ist einer der wenigen klimarelevanten Sektoren, der noch | ||
| 3 | keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz geleistet hat. So befinden sich die | ||
| 4 | Emissionswerte im Jahr 2019 immer noch auf dem Niveau von vor 30 Jahren. Es | ||
| 5 | bedarf weitergehender Bemühungen als bisher, um den Verkehrssektor endlich | ||
| 6 | nachhaltig und sozial gerecht zu gestalten. | ||
| 7 | \\Kostengünstigen Öffentlichen Verkehr | ||
| 8 | Die NAJU fordert ein dauerhaftes und bundesweit gültiges, kostengünstiges | ||
| 9 | Nachfolgemodell zum 9€-Ticket mit der Möglichkeit dieses in naher Zukunft | ||
| 10 | kostenlos zu machen. Gleichzeitig bedarf es enormer Investitionen in den Ausbau | ||
| 11 | des ÖPNV, vor allem im ländlichen Raum, und der Instandhaltung des bestehenden | ||
| 12 | Netzes sowie der Taktverdichtung und Angebotssteigerung. | ||
| 13 | \\Das 9€-Ticket war ein Erfolg und hat gezeigt, dass ein kostengünstiger, | ||
| 14 | unkomplizierter Personennahverkehr möglich ist. Für eine umweltverträgliche | ||
| 15 | Mobilitätswende ist ein günstiger bzw. kostenloser ÖPNV wichtig, um so vielen | ||
| 16 | Menschen die Nutzung des Umweltverbundes zu ermöglichen. Die Hürden bestehen vor | ||
| 17 | allem in einem unübersichtlichen Tarifsystem und häufig hohen Preisen, die es | ||
| 18 | erlauben, Auto oder das Flugzeug als kostengünstigere Alternative zu nutzen. Mit | ||
| 19 | dem 9 €-Ticket konnten diese Hürden überwunden werden und es wurde millionenfach | ||
| 20 | angenommen. Leider hat es die Bundesregierung versäumt, ein nahtloses | ||
| 21 | Nachfolgemodell zu etablieren. | ||
| 22 | \\Das aktuell geplante 49€ Ticket sehen wir zwar als Schritt in die richtige | ||
| 23 | Richtung, es stellt jedoch vor allem eine Ersparnis für Menschen dar, die | ||
| 24 | ohnehin schon regelmäßig ÖPNV nutzen. Es scheint weder geeignet viele Menschen | ||
| 25 | zum Umstieg vom Auto zu bewegen noch für wirklich alle bezahlbar. Zudem | ||
| 26 | erfordert eine nachhaltige Verkehrswende nicht nur günstigen Nahverkehr sondern | ||
| 27 | auch auch mehr und günstigeren Fernverkehr.**e** | ||
| 28 | \\Abbau klimaschädlicher Verkehrssubventionen | ||
| 29 | Wir fordern die Streichung umweltschädlicher Verkehrssubventionen, die laut | ||
| 30 | Umweltbundesamt (UBA) im Jahr 2018 rund 30,8 Milliarden Euro betrugen. Darunter | ||
| 31 | fällt beispielsweise das Dienstwagenprivileg, die Vergünstigung von Dieselkraftstoffen | ||
| 32 | sowie die Befreiung von Kerosin von der Energiesteuer. | ||
| 33 | \\Tempolimit | ||
| 34 | Die NAJU fordert ein generelles Tempolimit auf Autobahnen von 120 km/h sowie die | ||
| 35 | Einführung einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts. | ||
| 36 | schluss: Resolution für eine umweltverträgliche Mobilitätswende | ||
| 37 | 41 Ein generelles Tempolimit von 120 km/h würde zum einen das Klima entlasten, da | ||
| 38 | 42 jährlich allein durch diese Maßnahme rund 2,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente | ||
| 39 | 43 eingespart würden. Zum Anderen würde die Anzahl und Schwere der Unfälle durch | ||
| 40 | 44 ein Tempolimit sinken. Ein Tempolimit kann zudem eine effektive Push-Maßnahme | ||
| 41 | 45 hin zu mehr ÖPNV darstellen. | ||
| 42 | 46 | ||
| 43 | 47 Die Einführung einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts führt zu einem | ||
| 44 | 48 besseren, homogeneren Verkehrsfluss bei gleichzeitig nahezu zu | ||
| 45 | 49 vernachlässigenden Zeitverlusten. Dies führt zu einem geringeren | ||
| 46 | 50 Kraftstoffverbrauch des motorisierten Verkehrs. Darüber hinaus steigert diese | ||
| 47 | 51 die Verkehrssicherheit und damit die Attraktivität für Fahrradfahrer*innen und | ||
| 48 | 52 Fußgänger*innen. | ||
| 49 | 53 | ||
| 50 | 54 Kein Straßenneubau | ||
| 51 | 55 Die NAJU fordert einen sofortigen Stopp aller Straßenneubauplanungen und ein | ||
| 52 | 56 Ende des Ausbaus von überörtlichen Straßenverbindungen. | ||
| 53 | 57 | ||
| 54 | 58 Zu einer Mobilitätswende gehört die Stärkung des Umweltverbundes, vor allem auch | ||
| 55 | 59 in seiner finanziellen Unterstützung. Durch den Straßenbau werden in Deutschland | ||
| 56 | 60 viele finanzielle Mittel gebunden. Der Bau von Straßen schafft zudem eine | ||
| 57 | 61 Stärkung des motorisierten Individualverkehrs, die im Sinne einer | ||
| 58 | 62 Mobilitätswende nicht sinnvoll ist. Insbesondere der Straßenneubau zerstört | ||
| 59 | 63 Natur, zerschneidet Ökosysteme und führt zu einer fortwährenden | ||
| 60 | 64 Flächenversiegelung, die vor dem Hintergrund des 30-ha-Ziels der Bundesregierung | ||
| 61 | 65 und einer anzustrebenden Flächenneutralität auch abzulehnen ist. | ||
| 62 | 66 | ||
| 63 | 67 Ausbau Schiene | ||
| 64 | 68 Die NAJU fordert einen massiven Ausbau und die Stärkung des Verkehrssystems | ||
| 65 | 69 Schiene sowohl für den öffentlichen Personennah- und Fernverkehr als auch den | ||
| 66 | 70 Güterverkehr. | ||
| 67 | 71 | ||
| 68 | 72 Verkehr, der über die Schiene abgewickelt wird, ist in vielerlei Hinsicht | ||
| 69 | 73 umweltverträglicher als Straßenverkehr. So verursachen Straßen-, S- und U-Bahnen | ||
| 70 | 74 je Person mit 55g/km CO2-Äquivalenten nur etwa 1/3 der durchschnittlichen | ||
| 71 | 75 Emissionen des PKW-Verkehrs von 154g/km CO2-Äquivalenten je Person. Würde der | ||
| 72 | 76 ÖPNV ausschließlich mit grünem Strom betrieben, würden die CO2-Emmissionen noch | ||
| 73 | 77 weiter sinken. Für den Transport einer Gütertonne werden je Kilometer mittels | ||
| 74 | 78 Güterbahn 16g CO2-Äquivalente freigesetzt, beim Transport via Binnenschiff | ||
| 75 | 79 werden mit 31g/tkm CO2-Äquivalenten fast doppelt so viel, beim Transport via LKW | ||
| 76 | 80 mit 111g/tkm CO2-Äquivalent fast siebenmal so viele Treibhausgase freigesetzt. | ||
| 77 | 81 Zur Steigerung bedarf es massiver Investitionen in die Digitalisierung, den | ||
| 78 | 82 Erhalt und den Ausbau der Schieneninfrastruktur. | ||
| 79 | 83 | ||
| 80 | 84 Der ländliche Raum muss durch Streckenreaktivierungen und Streckenneubauten | ||
| 81 | 85 wieder stärker an den Schienenverkehr angeschlossen und durch intelligente | ||
| 82 | 86 Lösungen wie Schnellbusse oder On-Demand-Dienste muss ein attraktives ÖPNV 87 Angebot geschaffen werden. Gleichzeitig muss auch die ÖPNV-Infrastruktur und die | ||
| 83 | 88 Anbindung an lokale Zentren in Ballungsräumen verstärkt werden. Um den ÖPNV | ||
| 84 | 89 nachhaltig zu gestalten, müssen alle Strecken zeitnah elektrifiziert werden und | ||
| 85 | 90 bis 2030 ausschließlich durch Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. | ||
| 86 | 91 In Ballungszentren müssen lokale wie regionale Knoten ausgebaut und deutlich | ||
| 87 | 92 mehr Kapazität geschaffen werden. Eine Stärkung muss zudem insbesondere dem | ||
| 88 | Seite 2 | ||
| 89 | Beschluss: Resolution für eine umweltverträgliche Mobilitätswende | ||
| 90 | 93 Güterverkehr auf der Schiene zukommen. | ||
| 91 | 94 | ||
| 92 | 95 Verkehrsflächengestaltung | ||
| 93 | 96 Die NAJU fordert eine umweltverträgliche Umverteilung von Verkehrsflächen. Die | ||
| 94 | 97 bisherige Privilegierung des motorisierten Individualverkehrs muss überwunden | ||
| 95 | 98 werden. Daher braucht es künftig eine Bevorzugung von Fuß- und Radverkehr sowie | ||
| 96 | 99 des ÖPNV gegenüber dem motorisierten Individualverkehr (MIV). Fahrradwege müssen | ||
| 97 | 100 dabei so ausgebaut werden, das sie ausreichend vor Kraftverkehr geschützt sind. | ||
| 98 | 101 Es reicht dabei nicht Linien für sogenannte Schutzstreifen und Angstweichen auf | ||
| 99 | 102 die Straße zu malen, sondern erfordert auf viel befahrenen Verkehrswegen eine | ||
| 100 | 103 echte bauliche Trennung. Gleichzeitig muss | ||
| 101 | 104 der Verkehrsbereich mit seiner intensiven Flächennutzung seiner Verantwortung | ||
| 102 | 105 einer sozialgerechten und nachhaltigen Gestaltung seiner Flächen nachkommen. | ||
| 103 | 106 Dies bedeutet insbesondere die verstärkte Einbettung und den Ausbau grüner und | ||
| 104 | 107 blauer Infrastruktur im Rahmen der Verkehrsflächenplanung. Verkehrsbegleitgrün | ||
| 105 | 108 muss dabei ökologisch gestaltet und bewirtschaftet werden. | ||
| 106 | 109 Der Ausbau grüner und blauer Infrastruktur trägt dabei einen wichtigen Beitrag | ||
| 107 | 110 zur Klimaanpassung und Klimaschutz in Städten bei. Sie kühlt das Mikroklima in | ||
| 108 | 111 Hitzephasen, reinigt die Luft von Schadstoffen und speichert bei | ||
| 109 | 112 Starkregenereignissen Wasser. Daher sind vermehrt Städte und ihre Verkehrsachsen | ||
| 110 | 113 zu begrünen. Verkehrsflächen, wie Bahnanlagen und Straßenflächen, stellen | ||
| 111 | 114 potenziell vielfältige Lebensräume dar, die naturnah gestaltet und | ||
| 112 | 115 bewirtschaftet werden sollen. Dazu gehören Verkehrsinseln und Baumscheiben, die | ||
| 113 | 116 mit Blühelementen und verminderter Mahd einen positiven Effekt für die Umwelt | ||
| 114 | 117 erzielen können. | ||
| 115 | 118 | ||
| 116 | 119 *2 | ||
| 117 | 120 https:~/~/www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/publikationen/wir99 | ||
| 118 | 121 kungen_von_tempo_30_an_hauptstrassen.pdf S.15f 100 101 | ||
| 119 | 122 | ||
| 120 | 123 *1 https:~/~/www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/tempolimit-auf102 | ||
| 121 | 124 autobahnen-mindert-co2-emissionen Seite | ||
| 122 | 125 | ||
| 123 | 126 https:~/~/www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/umweltschaedliche 127 subventionen-fast-die-haelfte | ||
| 124 | Seite |