Changes for page [2022] Resolution für eine umweltverträgliche Mobilitätswende
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... ... @@ -1,10 +1,10 @@ 1 - __**Antragstext**__1 +**Antragstext** 2 2 \\\\Der Verkehrsbereich ist einer der wenigen klimarelevanten Sektoren, der noch 3 3 keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz geleistet hat. So befinden sich die 4 4 Emissionswerte im Jahr 2019 immer noch auf dem Niveau von vor 30 Jahren. Es 5 5 bedarf weitergehender Bemühungen als bisher, um den Verkehrssektor endlich 6 6 nachhaltig und sozial gerecht zu gestalten. 7 -\\ __Kostengünstigen Öffentlichen Verkehr__7 +\\Kostengünstigen Öffentlichen Verkehr 8 8 Die NAJU fordert ein dauerhaftes und bundesweit gültiges, kostengünstiges 9 9 Nachfolgemodell zum 9€-Ticket mit der Möglichkeit dieses in naher Zukunft 10 10 kostenlos zu machen. Gleichzeitig bedarf es enormer Investitionen in den Ausbau ... ... @@ -33,78 +33,92 @@ 33 33 \\Tempolimit 34 34 Die NAJU fordert ein generelles Tempolimit auf Autobahnen von 120 km/h sowie die 35 35 Einführung einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts. 36 +schluss: Resolution für eine umweltverträgliche Mobilitätswende 37 +41 Ein generelles Tempolimit von 120 km/h würde zum einen das Klima entlasten, da 38 +42 jährlich allein durch diese Maßnahme rund 2,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente 39 +43 eingespart würden. Zum Anderen würde die Anzahl und Schwere der Unfälle durch 40 +44 ein Tempolimit sinken. Ein Tempolimit kann zudem eine effektive Push-Maßnahme 41 +45 hin zu mehr ÖPNV darstellen. 42 +46 43 +47 Die Einführung einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts führt zu einem 44 +48 besseren, homogeneren Verkehrsfluss bei gleichzeitig nahezu zu 45 +49 vernachlässigenden Zeitverlusten. Dies führt zu einem geringeren 46 +50 Kraftstoffverbrauch des motorisierten Verkehrs. Darüber hinaus steigert diese 47 +51 die Verkehrssicherheit und damit die Attraktivität für Fahrradfahrer*innen und 48 +52 Fußgänger*innen. 49 +53 50 +54 Kein Straßenneubau 51 +55 Die NAJU fordert einen sofortigen Stopp aller Straßenneubauplanungen und ein 52 +56 Ende des Ausbaus von überörtlichen Straßenverbindungen. 53 +57 54 +58 Zu einer Mobilitätswende gehört die Stärkung des Umweltverbundes, vor allem auch 55 +59 in seiner finanziellen Unterstützung. Durch den Straßenbau werden in Deutschland 56 +60 viele finanzielle Mittel gebunden. Der Bau von Straßen schafft zudem eine 57 +61 Stärkung des motorisierten Individualverkehrs, die im Sinne einer 58 +62 Mobilitätswende nicht sinnvoll ist. Insbesondere der Straßenneubau zerstört 59 +63 Natur, zerschneidet Ökosysteme und führt zu einer fortwährenden 60 +64 Flächenversiegelung, die vor dem Hintergrund des 30-ha-Ziels der Bundesregierung 61 +65 und einer anzustrebenden Flächenneutralität auch abzulehnen ist. 62 +66 63 +67 Ausbau Schiene 64 +68 Die NAJU fordert einen massiven Ausbau und die Stärkung des Verkehrssystems 65 +69 Schiene sowohl für den öffentlichen Personennah- und Fernverkehr als auch den 66 +70 Güterverkehr. 67 +71 68 +72 Verkehr, der über die Schiene abgewickelt wird, ist in vielerlei Hinsicht 69 +73 umweltverträglicher als Straßenverkehr. So verursachen Straßen-, S- und U-Bahnen 70 +74 je Person mit 55g/km CO2-Äquivalenten nur etwa 1/3 der durchschnittlichen 71 +75 Emissionen des PKW-Verkehrs von 154g/km CO2-Äquivalenten je Person. Würde der 72 +76 ÖPNV ausschließlich mit grünem Strom betrieben, würden die CO2-Emmissionen noch 73 +77 weiter sinken. Für den Transport einer Gütertonne werden je Kilometer mittels 74 +78 Güterbahn 16g CO2-Äquivalente freigesetzt, beim Transport via Binnenschiff 75 +79 werden mit 31g/tkm CO2-Äquivalenten fast doppelt so viel, beim Transport via LKW 76 +80 mit 111g/tkm CO2-Äquivalent fast siebenmal so viele Treibhausgase freigesetzt. 77 +81 Zur Steigerung bedarf es massiver Investitionen in die Digitalisierung, den 78 +82 Erhalt und den Ausbau der Schieneninfrastruktur. 79 +83 80 +84 Der ländliche Raum muss durch Streckenreaktivierungen und Streckenneubauten 81 +85 wieder stärker an den Schienenverkehr angeschlossen und durch intelligente 82 +86 Lösungen wie Schnellbusse oder On-Demand-Dienste muss ein attraktives ÖPNV 87 Angebot geschaffen werden. Gleichzeitig muss auch die ÖPNV-Infrastruktur und die 83 +88 Anbindung an lokale Zentren in Ballungsräumen verstärkt werden. Um den ÖPNV 84 +89 nachhaltig zu gestalten, müssen alle Strecken zeitnah elektrifiziert werden und 85 +90 bis 2030 ausschließlich durch Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. 86 +91 In Ballungszentren müssen lokale wie regionale Knoten ausgebaut und deutlich 87 +92 mehr Kapazität geschaffen werden. Eine Stärkung muss zudem insbesondere dem 88 +Seite 2 36 36 Beschluss: Resolution für eine umweltverträgliche Mobilitätswende 37 -Ein generelles Tempolimit von 120 km/h würde zum einen das Klima entlasten, da 38 -jährlich allein durch diese Maßnahme rund 2,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente 39 -eingespart würden. Zum Anderen würde die Anzahl und Schwere der Unfälle durch 40 -ein Tempolimit sinken. Ein Tempolimit kann zudem eine effektive Push-Maßnahme 41 -hin zu mehr ÖPNV darstellen. 42 -\\Die Einführung einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts führt zu einem 43 -besseren, homogeneren Verkehrsfluss bei gleichzeitig nahezu zu 44 -vernachlässigenden Zeitverlusten. Dies führt zu einem geringeren 45 -Kraftstoffverbrauch des motorisierten Verkehrs. Darüber hinaus steigert diese 46 -die Verkehrssicherheit und damit die Attraktivität für Fahrradfahrer*innen und 47 -Fußgänger*innen. 48 -\\__Kein Straßenneubau__ 49 -Die NAJU fordert einen sofortigen Stopp aller Straßenneubauplanungen und ein 50 -Ende des Ausbaus von überörtlichen Straßenverbindungen. 51 -\\Zu einer Mobilitätswende gehört die Stärkung des Umweltverbundes, vor allem auch 52 -in seiner finanziellen Unterstützung. Durch den Straßenbau werden in Deutschland 53 -viele finanzielle Mittel gebunden. Der Bau von Straßen schafft zudem eine 54 -Stärkung des motorisierten Individualverkehrs, die im Sinne einer 55 -Mobilitätswende nicht sinnvoll ist. Insbesondere der Straßenneubau zerstört 56 -Natur, zerschneidet Ökosysteme und führt zu einer fortwährenden 57 -Flächenversiegelung, die vor dem Hintergrund des 30-ha-Ziels der Bundesregierung 58 -und einer anzustrebenden Flächenneutralität auch abzulehnen ist. 59 -\\__Ausbau Schiene__ 60 -Die NAJU fordert einen massiven Ausbau und die Stärkung des Verkehrssystems 61 -Schiene sowohl für den öffentlichen Personennah- und Fernverkehr als auch den 62 -Güterverkehr. 63 -\\Verkehr, der über die Schiene abgewickelt wird, ist in vielerlei Hinsicht 64 -umweltverträglicher als Straßenverkehr. So verursachen Straßen-, S- und U-Bahnen 65 -je Person mit 55g/km CO2-Äquivalenten nur etwa 1/3 der durchschnittlichen 66 -Emissionen des PKW-Verkehrs von 154g/km CO2-Äquivalenten je Person. Würde der 67 -ÖPNV ausschließlich mit grünem Strom betrieben, würden die CO2-Emmissionen noch 68 -weiter sinken. Für den Transport einer Gütertonne werden je Kilometer mittels 69 -Güterbahn 16g CO2-Äquivalente freigesetzt, beim Transport via Binnenschiff 70 -werden mit 31g/tkm CO2-Äquivalenten fast doppelt so viel, beim Transport via LKW 71 -mit 111g/tkm CO2-Äquivalent fast siebenmal so viele Treibhausgase freigesetzt. 72 -Zur Steigerung bedarf es massiver Investitionen in die Digitalisierung, den 73 -Erhalt und den Ausbau der Schieneninfrastruktur. 74 -\\Der ländliche Raum muss durch Streckenreaktivierungen und Streckenneubauten 75 -wieder stärker an den Schienenverkehr angeschlossen und durch intelligente 76 -Lösungen wie Schnellbusse oder On-Demand-Dienste muss ein attraktives ÖPNV - Angebot 77 -geschaffen werden. Gleichzeitig müssen auch die ÖPNV-Infrastruktur und die 78 -Anbindung an lokale Zentren in Ballungsräumen verstärkt werden. Um den ÖPNV 79 -nachhaltig zu gestalten, müssen alle Strecken zeitnah elektrifiziert werden und 80 -bis 2030 ausschließlich durch Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. 81 -In Ballungszentren müssen lokale wie regionale Knoten ausgebaut und deutlich 82 -mehr Kapazität geschaffen werden. Eine Stärkung muss zudem insbesondere dem 83 -Güterverkehr auf der Schiene zukommen. 84 -\\__Verkehrsflächengestaltung__ 85 -Die NAJU fordert eine umweltverträgliche Umverteilung von Verkehrsflächen. Die 86 -bisherige Privilegierung des motorisierten Individualverkehrs muss überwunden 87 -werden. Daher braucht es künftig eine Bevorzugung von Fuß- und Radverkehr sowie 88 -des ÖPNV gegenüber dem motorisierten Individualverkehr (MIV). Fahrradwege müssen 89 -dabei so ausgebaut werden, das sie ausreichend vor Kraftverkehr geschützt sind. 90 -Es reicht dabei nicht Linien für sogenannte Schutzstreifen und Angstweichen auf 91 -die Straße zu malen, sondern erfordert auf viel befahrenen Verkehrswegen eine 92 -echte bauliche Trennung. 93 -Gleichzeitig muss der Verkehrsbereich mit seiner intensiven Flächennutzung seiner Verantwortung 94 -einer sozialgerechten und nachhaltigen Gestaltung seiner Flächen nachkommen. 95 -Dies bedeutet insbesondere die verstärkte Einbettung und den Ausbau grüner und 96 -blauer Infrastruktur im Rahmen der Verkehrsflächenplanung. Verkehrsbegleitgrün 97 -muss dabei ökologisch gestaltet und bewirtschaftet werden. 98 -Der Ausbau grüner und blauer Infrastruktur trägt dabei einen wichtigen Beitrag 99 -zur Klimaanpassung und Klimaschutz in Städten bei. Sie kühlt das Mikroklima in 100 -Hitzephasen, reinigt die Luft von Schadstoffen und speichert bei 101 -Starkregenereignissen Wasser. Daher sind vermehrt Städte und ihre Verkehrsachsen 102 -zu begrünen. Verkehrsflächen, wie Bahnanlagen und Straßenflächen, stellen 103 -potenziell vielfältige Lebensräume dar, die naturnah gestaltet und 104 -bewirtschaftet werden sollen. Dazu gehören Verkehrsinseln und Baumscheiben, die 105 -mit Blühelementen und verminderter Mahd einen positiven Effekt für die Umwelt 106 -erzielen können. 107 -*2 https:~/~/www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/publikationen/wir99kungen_von_tempo_30_an_hauptstrassen.pdf S.15f 100 101 108 -*1 https:~/~/www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/tempolimit-auf102autobahnen-mindert-co2-emissionen Seite 109 -https:~/~/www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/umweltschaedliche 127 subventionen-fast-die-haelfte 90 +93 Güterverkehr auf der Schiene zukommen. 91 +94 92 +95 Verkehrsflächengestaltung 93 +96 Die NAJU fordert eine umweltverträgliche Umverteilung von Verkehrsflächen. Die 94 +97 bisherige Privilegierung des motorisierten Individualverkehrs muss überwunden 95 +98 werden. Daher braucht es künftig eine Bevorzugung von Fuß- und Radverkehr sowie 96 +99 des ÖPNV gegenüber dem motorisierten Individualverkehr (MIV). Fahrradwege müssen 97 +100 dabei so ausgebaut werden, das sie ausreichend vor Kraftverkehr geschützt sind. 98 +101 Es reicht dabei nicht Linien für sogenannte Schutzstreifen und Angstweichen auf 99 +102 die Straße zu malen, sondern erfordert auf viel befahrenen Verkehrswegen eine 100 +103 echte bauliche Trennung. Gleichzeitig muss 101 +104 der Verkehrsbereich mit seiner intensiven Flächennutzung seiner Verantwortung 102 +105 einer sozialgerechten und nachhaltigen Gestaltung seiner Flächen nachkommen. 103 +106 Dies bedeutet insbesondere die verstärkte Einbettung und den Ausbau grüner und 104 +107 blauer Infrastruktur im Rahmen der Verkehrsflächenplanung. Verkehrsbegleitgrün 105 +108 muss dabei ökologisch gestaltet und bewirtschaftet werden. 106 +109 Der Ausbau grüner und blauer Infrastruktur trägt dabei einen wichtigen Beitrag 107 +110 zur Klimaanpassung und Klimaschutz in Städten bei. Sie kühlt das Mikroklima in 108 +111 Hitzephasen, reinigt die Luft von Schadstoffen und speichert bei 109 +112 Starkregenereignissen Wasser. Daher sind vermehrt Städte und ihre Verkehrsachsen 110 +113 zu begrünen. Verkehrsflächen, wie Bahnanlagen und Straßenflächen, stellen 111 +114 potenziell vielfältige Lebensräume dar, die naturnah gestaltet und 112 +115 bewirtschaftet werden sollen. Dazu gehören Verkehrsinseln und Baumscheiben, die 113 +116 mit Blühelementen und verminderter Mahd einen positiven Effekt für die Umwelt 114 +117 erzielen können. 115 +118 116 +119 *2 117 +120 https:~/~/www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/publikationen/wir99 118 +121 kungen_von_tempo_30_an_hauptstrassen.pdf S.15f 100 101 119 +122 120 +123 *1 https:~/~/www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/tempolimit-auf102 121 +124 autobahnen-mindert-co2-emissionen Seite 122 +125 123 +126 https:~/~/www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/umweltschaedliche 127 subventionen-fast-die-haelfte 110 110 Seite