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1 **Antragstext**
2 \\Bereits seit Jahrzehnten warnt die Wissenschaft vor den katastrophalen Folgen
3 der Klimakrise und sieht zugleich in dem massiven Ausbau der erneuerbaren
4 Energien ist ein unverzichtbares Instrument, die Treibhausgasemissionen auf ein
5 Niveau zu senken, welches mit dem im Pariser Abkommen festgelegten 1,5°C Ziel
6 vereinbar ist.
7 \\Der zu verurteilende russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat nun erneut
8 deutlich gezeigt, wie stark Deutschland und Europa nach wie vor von fossilen
9 Energieträgern abhängig sind.
10 \\In der Vergangenheit überwog eine geringe politische Motivation sowie eine
11 zögerliche Haltung von Zivilgesellschaft und Wirtschaft gegenüber dem Ausbau der
12 Erneuerbaren Energien (EE).Diese politischen Entscheidungen haben uns als
13 Gesellschaft in die derzeitige Position gebracht, Laufzeitverlängerungen von
14 Kohle- und Atomkraftwerke in Betracht ziehen zu müssen.Statt die schwerwiegenden
15 Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, die uns in
16 diese bedrohliche Lage geführt haben, brauchen wir jetzt ein entschlossenes,
17 gemeinsames Handeln. Das aktuelle Momentum muss genutzt werden, um den
18 alternativlosen Ausstieg aus fossiler Energie schnellstmöglich zu vollziehen und
19 damit weiter unumkehrbare Gefahren für zukünftige Generationen, sowie Natur und
20 Umwelt abzuwenden.
21 \\Die NAJU fordert alle, insbesondere die dem EE-Ausbau kritisch
22 gegenüberstehenden Akteur*innen auf, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung
23 zu stellen. Das bedeutet, lösungsorientiert und sofort zu handeln. Die Bedrohung
24 durch die Artenkrise darf nicht gegen die der Klimakrise ausgespielt werden.
25 \\Die NAJU unterstützt die Forderung der deutschen Klimaneutralität bis 2035, die
26 sich aus dem von Wissenschaftler*innen berechneten, global gerechten CO2-
27 Restbudget ergibt. Damit einher geht die Notwendigkeit, den jährlichen Zubau von
28 erneuerbaren Energien in Deutschland zu verdrei- bis zu verfünffachen.[1]Damit
29 32 dies gelingt, ist eine deutliche Steigerung der Anzahl an On- und Offshore 33 Windenergieanlagen sowie die Förderung weiterer regenerativer Energiequellen in
30 34 ganz Deutschland unabdingbar.[2]
31 35 Längst ist wissenschaftlich belegt: Klimawandel und Artensterben sind keine
32 36 getrennten Krisen sondern zusammenhängende Zwillingskrisen. Beide Krisen können
33 37 und dürfen nicht singulär betrachtet werden. Erst recht können wir beide Krisen
34 38 nicht singulär – ohne die andere zu betrachten – lösen. Die bereits spürbaren
35 Beschluss: Resolution ”Ausbau Erneuerbarer Energien - Zeit für einen Perspektivenwechsel zur Bewältigung von
36 Klima- und Artenkrise!”
37 39 und noch prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels stellen eine der größten
38 40 Bedrohungen der Biodiversität und somit unserer Lebensgrundlage dar.[3]
39 41
40 42 Auch im Sinne des Naturschutzes fordern wir daher einen schnellen, konsequenten
41 43 und gesteuerten EE-Ausbau inklusive Windenergieanlagen.
42 44
43 45 Dem Ausbau von Winkraftanlagen ist nichts entgegenzusetzen, solange keine
44 46 dringlichen Naturschutzgründe dagegen sprechen:
45 47 Es geht nicht darum, den Ausbau von Windkraft kategorisch abzulehnen, jedoch
46 48 sich situativ stets die Option offen zu halten, gegen Vorhaben zu klagen.
47 49 Klimakrise und Biodiversitätskrise schließen sich nicht aus sondern gehen Hand
48 50 in Hand. Eine Ablehnung des Ausbaus der erneuerbaren Energien ist daher auch
49 51 eine Ablehnung des Artenschutzes selbst. Klagen aufgrund persönlicher Vorbehalte
50 52 unter dem Deckmantel des Artenschutzes lehnen wir strikt ab, denn sie schwächen
51 53 die Legitimität naturschutzfachlich fundierter Klagen, die in einzelnen Fällen
52 54 unumgänglich sind.
53 55
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59 61 Um den erforderlichen Ausbau erneuerbarer Energien zu schaffen, ist es
60 62 notwendig, sich primär an dem übergeordneten Ziel, der Bekämpfung der
61 63 Zwillingskrisen Klimakrise
62 64 und Artensterben zu orientieren.
63 65
64 66 Die Ausweisung der
65 67 bundesgesetzlich vorgeschriebenen 2% der Bundesflächen für die Windenergie muss
66 68 schnellstmöglich, koordiniert und naturverträglich von den Ländern erfolgen. Die
67 69 Ausweisung weiterer Flächen für den Bau von weiteren EE-Anlagen wird von derNAJU
68 70 gefordert.
69 71
70 72
71 73 [1] Vgl. Wuppertal Institut (2020). CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines
72 74 deutschen Beitrags zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze. Bericht. Wuppertal. S. 10,
73 75 73 14
74 76
75 77 [2] IPCC, 2022: Summary for Policymakers. In: Climate Change 2022: Mitigation of
76 78 75 Climate Change. Contribution of Working Group III to the Sixth Assessment
77 79 Report 76 of the Intergovernmental Panel on Climate Change. S. 42 (Figure SPM.7)
78 80
79 81 [3] IPBES (2019): Summary for policymakers of the global assessment report on 78
80 82 biodiversity and ecosystem services of the Intergovernmental Science-Policy 79
81 83 Platform on Biodiversity and Ecosystem Services. IPBES secretariat, Bonn,
82 84 Germany.S 13
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