Version 1.1 by Theresa König on 2026/02/21 15:12

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Theresa König 1.1 1 Antragstext
2 Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die 
3 gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich 
4 belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine 
5 weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. 
6 Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in 
7 kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen 
8 des Globalen Nordens1 in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
9 Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen 
10 ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens1 schon 
11 seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der 
12 Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. 
13 Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- 
14 )Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen 
15 die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
16 1 Die Begriffe "Globaler Norden" und "Globaler Süden“ verweisen nicht auf 
17 geografische Kategorien. „Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im 
18 globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und 
19 ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine 
20 mit Vorteilen bedachte Position. Die Einteilung verweist auf die 
21 unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als 
22 vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete“ (glokal 
23 2013). 
24 Quelle: glokal 2013: Mit kolonialen Grüßen. Berichte und Erzählungen von 
25 Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. URL:
26 https:~/~/www.glokal.org/wp content/uploads/2013/09/BroschuereMitkolonialenGruessen2013.pdf, 
27 S. 8, aufgerufen am 23.09.2023.
28 Um die Folgen der Klimakrise einzudämmen, hat sich die internationale 
29 Staatengemeinschaft 2015 mit dem Pariser Abkommen darauf verständigt, die 
30 globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und 
31 Anstrengungen zu unternehmen, eine maximale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius 
32 anzustreben. Im März 2023 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) seinen 
33 sechsten Sachstandsbericht, der die gravierende Handlungslücke zur Einhaltung 
34 des 1,5 Grad-Ziels deutlich unterstreicht.[iii] Das Fenster, in dem die 
35 Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, wird sich in wenigen Jahren 
36 schließen. Die bisher umgesetzten und geplanten Maßnahmen der Staaten reichen 
37 nicht aus, um die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele einzuhalten. Jedes 
38 Zehntelgrad Erwärmung hat schwerwiegende Konsequenzen. Unter anderem werden 
39 Ökosysteme unwiederbringlich zerstört, Biodiversität geht verloren, Konflikte um 
40 natürliche Ressourcen nehmen zu, Extremwetterereignisse treten vermehrt auf und 
41 Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage und Heimat. Dies ist ein unhaltbarer 
42 Zustand.
43 \\Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
44 Seite 2
45 Als NAJU setzen wir uns für junge und marginalisierte Gruppen ein. Deshalb 
46 fordern wir einen wirksamen und gerechten Klimaschutz. Ziel ist der Erhalt von 
47 Lebensgrundlagen und einer intakten Natur. Deshalb muss eine sozial-ökologische 
48 Transformation die globale Erwärmung schnellstmöglich bremsen und die Erfüllung 
49 der Grundbedürfnisse aller Menschen sicherstellen.
50 Daher fordern wir:
51 \\1. Eine ambitionierte und sozialgerechte Klimapolitik der Bundesregierung 
52 sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, die sich an dem 
53 1,5 Grad-Ziel und den dafür aus wissenschaftlicher Sicht notwendigen 
54 Maßnahmen orientiert. Dazu müssen die Treibhausgasemissionen in 
55 Deutschland auf Nettonull bis 2035 gesenkt werden.
56 \\2. Eine sozial- und naturverträgliche Energiewende mit einem vollständigen 
57 Kohleausstieg in Deutschland bis 2030.
58 \\3. Eine Reduktion der Treibhausgasemissionen auf europäischer Ebene um 
59 mindestens 65 Prozent bis 2030 (im Vergleich zu 1990) sowie das Erreichen 
60 der Klimaneutralität auf EU-Ebene bis 2040.
61 \\4. Die politische und gesellschaftliche Anerkennung, dass der Globale Norden 
62 als Hauptverursacher der Klimakrise die größte Verantwortung trägt, 
63 während der Globale Süden am stärksten von den Folgen betroffen ist.
64 \\5.Die politische und gesellschaftliche Anerkennung des Zusammenhangs 
65 zwischen Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus. Anhaltende koloniale 
66 Machtstrukturen müssen konsequent abgebaut werden.
67 \\6.Klimaschutz muss sozial gerecht gestaltet werden. Insbesondere FLINTA*- 
68 Personen (Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinär, Trans, Agender), BIPoC, 
69 (mehrfach-)diskriminierte Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen 
70 und junge Menschen müssen aus Perspektive der Gender-, Generationen- und 
71 Klimagerechtigkeit stärker berücksichtigt werden.
72 66 6.
73 67
74 68
75 69
76 70
77 Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und 
78 Widerstandskämpfen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color).
79 71 7.
80 72
81 Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den 
82 Ländern, die besonders von der Klimakrise betroffen sind, muss Deutschland 
83 eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Dies gilt sowohl innerhalb 
84 der Europäischen Union als auch bei den Vereinten Nationen.
85 73 8.
86 74
87 75
88 76
89 Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im 
90 Globalen Süden zugunsten des Globalen Nordens.
91 77 9.
92 78
93 Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der 
94 Klimakrise zum Schutz der Menschen sowie der natürlichen Lebensgrundlagen.
95 79 10.
96 80
97 Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen 
98 Klimafinanzierung auf mindestens 8 Milliarden Euro bis 2025. Das neue 
99 Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten 
100 von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Deutschland muss sowohl 
101 Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche 
102 81 11.
103 82
104 83
105 84
106 85
107 Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
108 Seite 3
109 Erläuterung und Begründung unserer Forderungen
110 Mittel für den vereinbarten Fond für Klimawandelschäden und -verluste 
111 bereitstellen.
112 86
113 87
114 Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache 
115 und die Gewährleistung von Schutz für flüchtende sowie schutzsuchende 
116 Menschen.
117 88 12.
118 89
119 90
120 Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 
121 natürliche Kohlenstoffsenken.
122 91 13.
123 92
124 Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
125 schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 
126 Landwirt*innen gesichert sein.
127 93 14.
128 94
129 95
130 Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
131 die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land 
132 berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert 
133 werden.
134 96 15.
135 97
136 98
137 99
138 Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
139 Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 
140 notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und 
141 außerschulischer Bildungsarbeit.
142 100 16.
143 101
144 102
145 103
146 Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
147 marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen 
148 auf allen Ebenen.
149 104 17.
150 105
151 106
152 Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
153 Probleme löst.
154 107 18.
155 108
156 109
157 Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
158 Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag 
159 Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer 
160 Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 
161 klimaneutral sein.[iv] Von Fridays for Future Deutschland beauftragt, hat 
162 das Wuppertal Institut in einer Studie ermittelt, wie Klimaneutralität 
163 bereits 2035 machbar wäre.[v] Dafür notwendig sind ambitionierte 
164 Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, 
165 dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 
166 Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird.
167 110 1.
168 111
169 112
170 113
171 114
172 115
173 116
174 117
175 118
176 119
177 Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 
178 ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 
179 Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine 
180 vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 
181 umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche 
182 Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau 
183 struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit 
184 120 2.
185 121
186 122
187 123
188 124
189 125
190 126
191 127
192 Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
193 Seite 4
194 Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich 
195 adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale 
196 Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort 
197 ist fundamental für die Akzeptanz der notwendigen Energiewende. 
198 Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen 
199 Energiträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 
200 aus der Kohleverstromung aussteigen.
201 128
202 129
203 130
204 131
205 132
206 133
207 134
208 Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 
209 gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 
210 2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen 
211 Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 
212 sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung 
213 von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen 
214 zu setzen.[viii]
215 135 3.
216 136
217 137
218 138
219 139
220 140
221 141
222 Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 
223 als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend 
224 Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind 
225 historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen 
226 verantwortlich und profitieren wirtschaftlich am meisten.[ii] Die Folgen 
227 der Klimakrise spüren jedoch nicht alle Länder gleichermaßen. Länder und 
228 Menschen des Globalen Südens sind am stärksten von der Klimakrise 
229 betroffen. Die von Ländern des Globalen Nordens (insbesondere der EU) 
230 forcierten Freihandelsabkommen verschärfen und verfestigen diese 
231 Ungleichheiten zusätzlich, indem beispielsweise Umweltprobleme in Länder 
232 des Globalen Südens ausgelagert werden.
233 142 4.
234 143
235 144
236 145
237 146
238 147
239 148
240 149
241 150
242 151
243 152
244 Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 
245 verschleppt, versklavt und getötet. Dieses Unterdrückungssystem beruhte 
246 auf einer Rassifizierung von Menschen, das heißt auf der Erfindung von 
247 hierarchisch geordneten „Menschenrassen“. Dabei ordneten sich weiße
248 Menschen selbst positive Eigenschaften zu, den kolonialisierten, 
249 versklavten Menschen ordneten sie hingegen gegensätzliche negative 
250 Eigenschaften zu. Neben der Einteilung in Schwarze und weiße Menschen 
251 wurde die Welt in weitere hierarchisch geordnete, binäre Gegensatzpaare 
252 geteilt, unter anderem in die Kategorien Mann und Frau, heterosexuell und 
253 homosexuell, nicht be_hindert und be_hindert usw. Durch diese koloniale 
254 Einteilung der Welt schufen sich die Europäer*innen eine Rechtfertigung, 
255 um die kolonisierten Menschen auszubeuten, zu unterdrücken und 
256 abzuwerten.[ix]
257 Die Bildung von Gegensatzpaaren machte auch vor der Natur keinen Halt:
258 weiße Menschen schrieben kolonisierten Menschen zu, primitiv und naturnah 
259 zu sein. Zugleich waren sie der Ansicht, dass sie selbst durch ihr 
260 rationales Denken von der Natur entkoppelt seien. Die Natur wird in diesem 
261 Denken zu etwas Gestaltbaren und Beherrschbaren. Zugleich wird verleugnet, 
262 dass der Mensch als biologisches Wesen Teil von der Natur ist und von 
263 natürlichen Ökosystemen abhängig ist. Durch die Abwertung von Natur hat 
264 das koloniale Denken die Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen 
265 153 5.
266 154
267 155
268 156
269 157
270 158
271 159
272 160
273 161
274 162
275 163
276 164
277 165
278 166
279 167
280 168
281 169
282 170
283 171
284 172
285 173
286 Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
287 Seite 5
288 zugunsten von Profiten ermöglicht. Die Klimakrise hat ihre Wurzeln in 
289 diesem Denken. 
290 174
291 175
292 Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 
293 müssen anerkannt und beendet werden, um Klimagerechtigkeit zu 
294 schaffen.[ix]
295 176 1.
296 177
297 178
298 179
299 Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 
300 (Diskriminierung von be_hinderten Menschen) oder Ageism (Diskriminierung 
301 aufgrund des Alters) stellen soziale Ungleichheits- und Machtverhältnisse 
302 dar und wirken intersektional.[x] Sie drängen bestimmte gesellschaftliche 
303 Gruppen an die gesellschaftlichen Ränder. Von (Mehrfach-)Diskriminierung 
304 betroffene Gruppen haben daher in der Regel weniger ökonomische Ressourcen 
305 und gesellschaftliche Einflussmöglichkeiten. Sie können sich selbst nicht 
306 im gleichen Maße vor Klimafolgen absichern und werden in staatlichen 
307 Maßnahmen nicht unbedingt gleichermaßen berücksichtigt. So bekommen 
308 marginalisierte Gruppen die Folgen der globalen Erwärmung am stärksten zu 
309 spüren. Sie sind von der Klimakrise besonders betroffen, obwohl sie wenig 
310 zur Erderwärmung beigetragen haben.[xi]
311 Gendergerechtigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für 
312 Klimagerechtigkeit, da FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, Inter, 
313 Nichtbinär, Trans, Agender) vor allem Personen aus dem Globalen Süden, 
314 sehr stark von der Klimakrise betroffen sind.[xii] Insbesondere in den 
315 Bereichen der Organisation der Erwerbs- und Sorgearbeit, des Zugangs zu 
316 Ressourcen, Gesundheitsvorsorge und politischer Beteiligung sind diese 
317 stark benachteiligt. Sie haben meist einen geringeren sozialen Status, 
318 sowie weniger politische und wirtschaftliche Macht als Männer. Dies geht 
319 insbesondere auf die historisch bedingte androzentrische 
320 (männerzentrierte) Sichtweise in Institutionen und Politik zurück. 
321 Deswegen fordern wir das Aufbrechen der patriarchalen Strukturen sowie 
322 eine verstärkte Sichtbarkeit und Unterstützung von FLINTA*-Personen, 
323 (mehrfach-) diskriminierte Menschen sowie Menschen in prekären 
324 Lebenssituationen.
325 180 6.
326 181
327 182
328 183
329 184
330 185
331 186
332 187
333 188
334 189
335 190
336 191
337 192
338 193
339 194
340 195
341 196
342 197
343 198
344 199
345 200
346 201
347 202
348 203
349 204
350 205
351 Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 
352 öffentlichen Fokus. Bewegungen von BIPoC (Black, Indigenous and People of 
353 Color) werden dabei meistens außer Acht gelassen und vernachlässigt – nur 
354 selten wird in den Medien über sie berichtet. Jedoch kämpfen BIPoC Aktivist*innen schon seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der 
355 Klimakrise sowie gegen strukturelle Unterdrückungsmuster. Die Arbeit und 
356 das Engagement von insbesondere jungen BIPoC-Aktivist*innen müssen 
357 sichtbar gemacht und anerkannt werden, da gerade sie besonders stark von 
358 den Folgen der Klimakrise betroffen sind. (Einige Kurzvorstellungen von 
359 BIPoC-Klimaaktivist*innen können in der kostenlosen Broschüre 
360 „Kolonialismus und Klimakrise. Über 500 Jahre Widerstand“ nachgelesen 
361 werden.[ix]) Auch Widerstandsbewegungen von BIPoC bekommen wenig 
362 Aufmerksamkeit, obwohl sie sich schon früh bildeten. Widerstandsbewegungen 
363 von BIPoC-Aktivist*innen fordern, Umweltprobleme nicht isoliert zu 
364 betrachten. Stattdessen sollten sie als soziale Probleme behandelt werden, 
365 die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und 
366 Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von 
367 BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 
368 206 7.
369 207
370 208
371 209
372 210
373 211
374 212
375 213
376 214
377 215
378 216
379 217
380 218
381 219
382 220
383 221
384 222
385 223
386 Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
387 Seite 6
388 Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies 
389 ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 
390 Kolonialismus verwurzelt ist.[ix]
391 224
392 225
393 226
394 Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
395 starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 
396 besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU 
397 und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und 
398 konsequente Klimaschutzmaßnahmen eintreten. Insbesondere bei der 
399 Ausgestaltung von internationalen Handelsmechanismen mit CO2-Emissionen 
400 fordern wir die Bundesregierung auf, für eine robuste, faire und sichere 
401 Ausgestaltung einzutreten, damit es, anders als unter dem Kyoto-Protokoll, 
402 nicht zu massivem Missbrauch kommt. Dies bedeutet, dass die 
403 Anrechenbarkeit von Zertifikaten aus dem Kyoto-Mechanismus stark 
404 reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen 
405 und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 
406 Reduktion der CO2-Emissionen erwirkt werden.[xiii]
407 227 8.
408 228
409 229
410 230
411 231
412 232
413 233
414 234
415 235
416 236
417 237
418 238
419 239
420 Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
421 Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 
422 Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das 
423 kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 
424 Unter anderem werden zugunsten des Globalen Nordens Rohstoffe sehr günstig 
425 importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, 
426 Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 
427 Lebensstils tragen.[xiv]
428 240 9.
429 241
430 242
431 243
432 244
433 245
434 246
435 247
436 10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
437 wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 
438 diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die 
439 aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 
440 Entwässerungsanlagen oder Warnsystemen kann nicht schnell genug 
441 erfolgen. Grundsätzlich müssen Städte- und Häuserbau ebenso neu 
442 gedacht werden, wie viele andere Wirtschaftsbereiche auch.[xv] Eine 
443 besondere Bedeutung bei der Stadtentwicklung kommt dabei der 
444 Entsieglung von Flächen und dem Schaffen von Blau-Grüner Infrastruktur insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen zu. Gerade 
445 in sozioökonomisch schwächeren Stadtteilen gibt es häufig einen 
446 hohen Anteil versiegelter Flächen, die sich im Sommer besonders 
447 stark aufheizen und so zu einem schlechteren Mikroklima führen. 
448 Aktiver Naturschutz sowie die Renaturierung und der Erhalt von 
449 Ökosystemen wie (Au-)Wäldern oder Mooren tragen aktiv zur Prävention 
450 bei. Dieser Umbau bietet durchaus Chancen: Es entstehen neue 
451 Möglichkeiten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen 
452 Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und 
453 Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 
454 einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als 
455 248 1.
456 249
457 250
458 251
459 252
460 253
461 254
462 255
463 256
464 257
465 258
466 259
467 260
468 261
469 262
470 263
471 264
472 265
473 266
474 267
475 Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
476 Seite 7
477 wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 
478 umgesetzt werden müssen.
479 268
480 269
481 Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
482 diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 
483 Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die 
484 notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 
485 schützen. Deutschland muss als reiche Industrienation seine Verantwortung 
486 anerkennen und einen relevanten Beitrag zur Klimafinanzierung leisten. 
487 Dies muss in den Bereichen Emissionsminderung, Anpassung sowie 
488 Klimawandelschäden und -verluste erfolgen. Bislang hält die Gruppe 
489 wohlhabender Länder ihr Versprechen nicht, von 2020 bis 2025 jährlich 100 
490 Milliarden US-Dollar Klimafinanzierung für Länder des Globalen Südens 
491 bereitzustellen. Die Bundesregierung muss sich für die Erfüllung des Ziels 
492 stark machen und den eigenen Anteil von mindestens 8 Milliarden US-Dollar 
493 pro Jahr bis 2025 absichern. Das neue Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss 
494 sich an den Bedarfen der am stärksten von der Klimakrise betroffenen 
495 Länder ausrichten. Ein deutscher Anteil von 10 Prozent an der Gesamtsumme 
496 muss sichergestellt werden.[xvi] Darüber hinaus muss sich die 
497 Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die 
498 internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 
499 kanalisiert und steuert.
500 270 11.
501 271
502 272
503 273
504 274
505 275
506 276
507 277
508 278
509 279
510 280
511 281
512 282
513 283
514 284
515 285
516 286
517 287
518 288
519 Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
520 Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 
521 gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer 
522 Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 
523 Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf 
524 internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 
525 Recht anzupassen.[xvii]
526 289 12.
527 290
528 291
529 292
530 293
531 294
532 295
533 Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
534 Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 
535 stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. 
536 Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 
537 mehr Raum bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen einnehmen als 
538 bisher. Ohne konsequente Naturschutz- und Renaturierungsmaßnahmen können 
539 die Emissionsminderungsziele nicht erreicht werden. Dies bestätigen die 
540 Berichte des Weltbiodiversitätsrat (IPBES)[xviii] und des Weltklimarats 
541 (IPCC)[xix]. Zudem sind intakte Ökosysteme notwendig, um die Resilienz 
542 gegenüber dem sich ändernden Klima zu erhöhen. Natürliche Lösungen 
543 (sogenannte NBS, Nature-based Solutions) müssen in der Debatte um 
544 Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig 
545 müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 
546 Biodiversität überprüft werden.
547 296 13.
548 297
549 298
550 299
551 300
552 301
553 302
554 303
555 304
556 305
557 306
558 307
559 308
560 309
561 Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
562 aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 
563 weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv 
564 mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 
565 Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen 
566 Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 
567 310 14.
568 311
569 312
570 313
571 314
572 315
573 Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
574 Seite 8
575 klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit 
576 weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 
577 garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der 
578 Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 
579 Schlüssel für den Erhalt der Biodiversität.[xxi]
580 316
581 317
582 318
583 319
584 320
585 Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
586 Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als 
587 ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer 
588 postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 
589 Klimaschutzes, sondern auch aus gesundheitlichen und sozialen Gründen 
590 überfällig. Der Straßenverkehr macht in Deutschland fast 95 Prozent der 
591 Emissionen in diesem Sektor aus,[iv] sodass hier der entscheidende Hebel 
592 besteht. Ab 2030 sollen keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr 
593 zugelassen werden. Allerdings kann die Lösung nicht sein, alle Fahrzeuge 
594 durch solche mit Elektro-Antrieb zu ersetzen. Einhergehend mit einer 
595 Preisreduzierung und dem Ausbau des ÖPNV sowie der Rad- und 
596 Fußverkehrsinfrastruktur, muss der individuelle Automobilverkehr deutlich 
597 reduziert werden. Um längere Distanzen zu überwinden, muss die Bahn in der 
598 Taktung, der Preisgestaltung sowie dem Service angepasst werden. 
599 Kurzstreckenflüge bis 1.000 Kilometer müssen zeitnah ersetzt werden. Damit 
600 auch alle Menschen den ÖPNV tatsächlich nutzen können, muss dieser mitsamt 
601 seiner Infrastruktur flächendeckend barrierefrei gestaltet werden und 
602 strukturelle Benachteiligungen wie die schlechtere Anbindung von 
603 sozioökonomisch vermeintlich schwächeren Stadtteilen und Regionen abgebaut 
604 werden. Der ÖPNV und die entsprechende Infrastruktur wie Bahnhöfe müssen 
605 auch sichere Orte insbesondere für von (Mehrfach-)Diskriminierung 
606 betroffenen Menschen werden, um eine alternative zum Motorisierten 
607 Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 
608 NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur 
609 Mobilitätswende.
610 321 15.
611 322
612 323
613 324
614 325
615 326
616 327
617 328
618 329
619 330
620 331
621 332
622 333
623 334
624 335
625 336
626 337
627 338
628 339
629 340
630 341
631 342
632 343
633 344
634 345
635 Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
636 kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu 
637 können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der 
638 Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 
639 Bereich ist von größter Bedeutung bei der Gestaltung der Gesellschaft in 
640 Zeiten der Klimakrise. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen müssen 
641 zentrale Inhalte in Bildungsplänen und Rahmenlehrplänen sein. Von 
642 besonderer Bedeutung ist dabei nicht nur der bloße Umgang mit Kennzahlen 
643 und Fakten, sondern auch ein lösungs- und handlungsorientierter Ansatz. 
644 Nur mit der Kompetenz, sich Herausforderungen zu stellen, diese zu 
645 moderieren und unter Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven gezielt 
646 anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das 
647 Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die 
648 Grundlage dar.[xxv]
649 346 16.
650 347
651 348
652 349
653 350
654 351
655 352
656 353
657 354
658 355
659 356
660 357
661 358
662 359
663 17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
664 gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 
665 anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere 
666 heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 
667 360 1.
668 361
669 362
670 363
671 Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
672 Seite 9
673 Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
674 des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
675 [i]Zum „Capitalocene”:
676 Moore, J. W. 2016: Anthropocene or Capitalocene? Nature, history, and the crisis 
677 of capitalism. In: Moore, J. W. (ed.) 2016: Anthropocene or Capitalocene? 
678 Nature, history, and the crisis of capitalism. Oakland: PM Press, S. 1-13.
679 Zum „Racial Capitalocene“:
680 Davis, J., A. A. Moulton, L. van Sant und B. Williams 2019: Anthropocene, 
681 Capitalocene, ... Plantationocene?: A Manifesto for Ecological Justice in an Age 
682 of Global Crises. Geography Compass 13 (5), doi: 10.1111/gec3.12438 . 
683 Sharpe, C. E. 2016: In the wake. On Blackness and being. Durham: Duke University 
684 Press. 
685 Vergès, F. 2017: Racial capitalocene. In: Johnson, G. T. and A. Lubin (eds.): 
686 Futures of black radicalism. London/New York : Verso, S. 72-82
687 [ii] Hickel, J. 2021: The anti-colonial politics of degrowth. Political 
688 Geography 88 https:~/~/doi.org/10.1016/j.polgeo.2021.102404 . URL, aufgerufen am 
689 05.09.2023. 
690 Chancel, L., T. Piketty 2015: Carbon and inequality: from Kyoto to Paris. Trends 
691 in the global inequality of carbon emissions (1998-2013) & prospects for an 
692 equitable adaptation fund. Paris: Paris School of Economics. URL, aufgerufen am 
693 05.09.2023.
694 [iii] IPCC 2023: Climate Change 2023: Synthesis Report. Contribution of Working 
695 Groups I, II and III to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental 
696 Panel on Climate Change. Core Writing Team, H. Lee and J. Romero (eds.). Genf: 
697 IPCC Sekretariat, doi: 10.59327/IPCC/AR6-9789291691647 . URL, aufgerufen am 
698 05.09.2023.
699 Verantwortung für die enormen Treibhausgasemissionen tragen. Sie 
700 werden noch viele Jahre in der Welt leben, die ihnen übergeben wird 
701 und wären bei fortschreitender Klimakrise stark in ihren 
702 Grundrechten eingeschränkt. So hat es das Bundesverfassungsgericht 
703 in seinem wegweisenden Urteil im Frühjahr 2021 festgestellt.[xxvi]
704 Nur durch umfassende Beteiligungsmöglichkeiten können sie die Welt 
705 von morgen, in der sie leben werden, heute schon 
706 mitgestalten.[xxvii] Diese Beteiligung muss auf allen politischen 
707 Ebenen gewährleistet sein, sei es durch Abschaffung des 
708 Wahlalters[xxviii] oder durch Schaffung entsprechender Gremien und 
709 Posten.
710 364
711 365
712 366
713 367
714 368
715 369
716 370
717 371
718 372
719 373
720 374
721 18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
722 grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
723 nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
724 Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
725 Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
726 eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
727 Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
728 Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
729 müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
730 soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
731 wie im Negativen.
732 375 1.
733 376
734 377
735 378
736 379
737 380
738 381
739 382
740 383
741 384
742 385
743 386
744 387
745 388
746 389
747 390
748 391
749 392
750 393
751 394
752 395
753 396
754 397
755 398
756 399
757 400
758 401
759 402
760 403
761 404
762 405
763 406
764 407
765 408
766 409
767 410
768 411
769 Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
770 Seite 10
771 [iv] Sachverständigenrat für Umweltfragen 2020: Für eine entschlossene 
772 Umweltpolitik in Deutschland und Europa. Kurzfassung. URL, aufgerufen am 
773 05.09.2023.
774 [v] Wuppertal Institut 2020: CO2-neutral bis 2035: Eckpunkte eines deutschen 
775 Beitrags zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze. Bericht. Wuppertal. URL, aufgerufen 
776 am 05.09.2023.
777 [vi] Energywatchgroup 2021: Das Energiesystem der Zukunft. 100% Erneuerbare 
778 Energien für Deutschland bis 2030. Klimaschutz – Versorgungssicherheit – 
779 Wirtschaftlichkeit. URL, aufgerufen am 05.09.2023.
780 [vii] NAJU 2022: NAJU-Resolution zum Ausbau Erneuerbarer Energien. Zeit für 
781 einen Perspektivenwechsel zur Bewältigung von Klima- und Artenkrise. URL, 
782 aufgerufen am 05.09.2023.
783 [viii] Climate Action Tracker: EU. County summary. URL, aufgerufen am 
784 05.09.2023.
785 [ix] Bechert, L., Dodo, Shayli Kartal 2021: Kolonialismus & Klimakrise. Über 500 
786 Jahre Widerstand. Jugend im BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. 
787 (ed.). URL, aufgerufen am 05.09.2023.
788 [x] Crenshaw, K. 2016: The urgency of intersectionality. URL, aufgerufen am 
789 05.09.2023.
790 [xi] Kurwan, J. 2023: Klimagerechtigkeit. Bundeszentrale für politische Bildung 
791 (ed.). URL, aufgerufen am 05.09.2023.
792 [xii] Alber, G., D. Hummel, U. Röhr, M. Spitzner, I. Stieß 2018: 
793 Geschlechtergerechtigkeit und Klimapolitik. In: Bundeszentrale für politische 
794 Bildung (ed.): APuZ Aus Politik und Zeitgeschichte. URL, aufgerufen am 
795 05.09.2023.
796 [xiii] NABU, NAJU 2019: Klimakonferenz: Ambitionen erhöhen, Schlupflöcher 
797 schließen. NABU/NAJU-Forderungen zur COP 25 Madrid. URL, aufgerufen am 
798 05.09.2023.
799 [xiv] Umweltbundesamt 2021: Ressourcennutzung und ihre Folgen. URL, aufgerufen 
800 am 05.09.2023.
801 [xv] Umweltbundesamt 2022: Anpassung: Handlungsfeld Bevölkerungs- und 
802 Katastrophenschutz. URL, aufgerufen am 05.09.2023.
803 [xvi] NABU, NAJU 2022: Klimakonferenz: Für Natur, Klima und Menschen. 
804 Gemeinsamer Standpunkt von NAJU und NABU zur Weltklimakonferenz UNFCCC COP 27.
805 URL, aufgerufen am 05.09.2023.
806 [xvii] Schraven, B. 2019: Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Migration. 
807 In: Bundeszentrale für politische Bildung (ed.): Migration und Klimawandel. URL, 
808 aufgerufen am 05.09.2023.
809 [xviii] IPBES 2019: Global assessment report on biodiversity and ecosystem 
810 services of the Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and 
811 Ecosystem Services. E. S. Brondizio, J. Settele, S. Díaz, and H. T. Ngo (eds.). 
812 Bonn: IPBES Sekretariat, https:~/~/doi.org/10.5281/zenodo.3831673 . URL, 
813 aufgerufen am 05.09.2023.
814 412
815 413
816 414
817 415
818 416
819 417
820 418
821 419
822 420
823 421
824 422
825 423
826 424
827 425
828 426
829 427
830 428
831 429
832 430
833 431
834 432
835 433
836 434
837 435
838 436
839 437
840 438
841 439
842 440
843 441
844 442
845 443
846 444
847 445
848 446
849 447
850 448
851 449
852 450
853 451
854 452
855 453
856 454
857 Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
858 Seite 11
859 [xix] IPCC 2019: Summary for Policymakers. In: Climate Change and Land: an IPCC 
860 special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable 
861 land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial 
862 ecosystems. P.R. Shukla, J. Skea, E. Calvo Buendia, V. Masson-Delmotte, H.- O. 
863 Pörtner, D. C. Roberts, P. Zhai, R. Slade, S. Connors, R. van Diemen, M. Ferrat, 
864 E. Haughey, S. Luz, S. Neogi, M. Pathak, J. Petzold, J. Portugal Pereira, P. 
865 Vyas, E. Huntley, K. Kissick, M. Belkacemi, J. Malley, (eds.). Genf: IPCC 
866 Sekretariat. URL, aufgerufen am 05.09.2023.
867 [xx] Zukunftskommission Landwirtschaft 2021: Zukunft Landwirtschaft. Eine 
868 gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Empfehlungen der Zukunftskommission 
869 Landwirtschaft. BMUV (ed.). URL, aufgerufen am 05.09.2023.
870 [xxi] NAJU 2013: Position zur ökologischen Landwirtschaft. URL, aufgerufen am 
871 05.09.2023.
872 [xxii] BMUV 2021: Treibhausgasemissionen sinken 2020 um 8,7 Prozent. Positiver 
873 Trend der Vorjahre setzt sich fort / 40,8 Prozent Rückgang seit 1990. URL, 
874 aufgerufen am 05.09.2023
875 [xxiii] NAJU 2017: Position zur Verkehrspolitik. URL, aufgerufen am 05.09.2023.
876 [xxiv] Deutscher Bundesjugendring 2020: Junge Menschen bewegen – Eine 
877 nachhaltige Mobilitätswende für alle! URL, aufgerufen am 05.09.2023.
878 [xxv] NAJU: Bildung für nachhaltige Entwicklung. URL, aufgerufen am 05.09.2023.
879 [xxvi] Bundesverfassungsgericht 2021: Verfassungsbeschwerden gegen das 
880 Klimaschutzgesetz teilweise erfolgreich. Pressemitteilung Nr. 31/2021 vom 29. 
881 April 2021. URL, aufgerufen am 05.09.2023.
882 [xxvii] NAJU 2020: Position zur Jugendbeteiligung. URL, aufgerufen am 
883 05.09.2023.
884 [xxviii] NAJU 2021: Position zur Abschaffung des Wahlalters. URL, aufgerufen am 
885 05.09.2023.
886 [xxix] NAJU 2021: Position zur Sozial-Ökologischen Transformation. URL, 
887 aufgerufen am 05.09.2023