Changes for page [2023] Positionspapier Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
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... ... @@ -25,28 +25,74 @@ 25 25 \\8. Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den Ländern, die besonders von der Klimakrise betroffen sind, muss Deutschland eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Dies gilt sowohl innerhalb der Europäischen Union als auch bei den Vereinten Nationen. 26 26 27 27 9. Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im Globalen Süden zugunsten des Globalen Nordens. 28 -\\10. Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der Klimakrise zum Schutz der Menschen sowie der natürlichen Lebensgrundlagen. 29 -\\11.Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen Klimafinanzierung auf mindestens 8 Milliarden Euro bis 2025. Das neue 30 -Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Deutschland muss sowohl Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche Erläuterung und Begründung unserer Forderungen Mittel für den vereinbarten Fond für Klimawandelschäden und -verluste bereitstellen. 31 -\\12.Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache und die Gewährleistung von Schutz für flüchtende sowie schutzsuchende Menschen. 32 -\\13.Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als natürliche Kohlenstoffsenken. 33 -\\14.Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 28 +\\10.Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der 29 +Klimakrise zum Schutz der Menschen sowie der natürlichen Lebensgrundlagen. 30 +\\11.Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen 31 +Klimafinanzierung auf mindestens 8 Milliarden Euro bis 2025. Das neue 32 +Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten 33 +von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Deutschland muss sowohl 34 +Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche 35 +Erläuterung und Begründung unserer Forderungen 36 +Mittel für den vereinbarten Fond für Klimawandelschäden und -verluste 37 +bereitstellen. 38 +\\12.Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache 39 +und die Gewährleistung von Schutz für flüchtende sowie schutzsuchende 40 +Menschen. 41 +\\13.Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 42 +natürliche Kohlenstoffsenken. 43 +\\14.Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 44 +schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 34 34 Landwirt*innen gesichert sein. 35 -\\15.Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert werden. 36 -\\16.Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 37 -notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit. 38 -\\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen auf allen Ebenen. 39 -\\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle Probleme löst. 46 +\\15.Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 47 +die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land 48 +berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert 49 +werden. 50 +\\16.Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 51 +Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 52 +notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und 53 +außerschulischer Bildungsarbeit. 54 +\\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 55 +marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen 56 +auf allen Ebenen. 57 +\\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 58 +Probleme löst. 40 40 41 41 Erläuterung unserer Forderungen 42 -\\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 klimaneutral sein.[iv] Von Fridays for Future Deutschland beauftragt, hat das Wuppertal Institut in einer Studie ermittelt, wie Klimaneutralität bereits 2035 machbar wäre.[v] Dafür notwendig sind ambitionierte Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird. 43 -\\2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 44 -Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 45 -umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort ist fundamental für die Akzeptanz der notwendigen Energiewende. Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen Energieträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen. 46 -\\3. Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 47 -2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 48 -sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen zu setzen.[viii] 49 -\\4.Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen 61 +\\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 62 +Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag 63 +Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer 64 +Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 65 +klimaneutral sein.[iv] Von Fridays for Future Deutschland beauftragt, hat 66 +das Wuppertal Institut in einer Studie ermittelt, wie Klimaneutralität 67 +bereits 2035 machbar wäre.[v] Dafür notwendig sind ambitionierte 68 +Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, 69 +dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 70 +Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird. 71 +\\2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 72 +ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 73 +Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine 74 +vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 75 +umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche 76 +Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau 77 +struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit 78 +Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich 79 +adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale 80 +Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort 81 +ist fundamental für die Akzeptanz der notwendigen Energiewende. 82 +Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen 83 +Energiträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 84 +aus der Kohleverstromung aussteigen. 85 +\\3. Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 86 +gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 87 +2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen 88 +Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 89 +sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung 90 +von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen 91 +zu setzen.[viii] 92 +\\4.Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 93 +als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend 94 +Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind 95 +historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen 50 50 verantwortlich und profitieren wirtschaftlich am meisten.[ii] Die Folgen 51 51 der Klimakrise spüren jedoch nicht alle Länder gleichermaßen. Länder und 52 52 Menschen des Globalen Südens sind am stärksten von der Klimakrise