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... ... @@ -1,1 +1,1 @@ 1 -Positionspapier Klimaschutz und Klimagerechtigkeit 1 +Positionspapier Klimaschutz und Klimagerechtigkeit (2023) - Author
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... ... @@ -1,1 +1,1 @@ 1 -XWiki. Theresa1 +XWiki.Valentin - Content
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... ... @@ -1,4 +1,6 @@ 1 -Antragstext 1 +**Antragstext** 2 + 3 + 2 2 Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen des Globalen Nordens^^1 ^^in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 3 3 Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens^^1^^ schon seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- )Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße. 4 4 ... ... @@ -6,11 +6,10 @@ 6 6 globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine mit Vorteilen bedachte Position. Die Einteilung verweist auf die unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete“ (glokal 2013). Quelle: glokal 2013: Mit kolonialen Grüßen. Berichte und Erzählungen von 7 7 Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. URL:https:~/~/www.glokal.org/wpcontent/uploads/2013/09/BroschuereMitkolonialenGruessen2013.pdf, S. 8, aufgerufen am 23.09.2023. 8 8 9 - 10 10 Um die Folgen der Klimakrise einzudämmen, hat sich die internationale Staatengemeinschaft 2015 mit dem Pariser Abkommen darauf verständigt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, eine maximale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius anzustreben. Im März 2023 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) seinen sechsten Sachstandsbericht, der die gravierende Handlungslücke zur Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels deutlich unterstreicht.[iii] Das Fenster, in dem die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, wird sich in wenigen Jahren schließen. Die bisher umgesetzten und geplanten Maßnahmen der Staaten reichen nicht aus, um die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele einzuhalten. Jedes Zehntelgrad Erwärmung hat schwerwiegende Konsequenzen. Unter anderem werden Ökosysteme unwiederbringlich zerstört, Biodiversität geht verloren, Konflikte um natürliche Ressourcen nehmen zu, Extremwetterereignisse treten vermehrt auf und Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage und Heimat. Dies ist ein unhaltbarer Zustand. 11 11 \\Als NAJU setzen wir uns für junge und marginalisierte Gruppen ein. Deshalb fordern wir einen wirksamen und gerechten Klimaschutz. Ziel ist der Erhalt von Lebensgrundlagen und einer intakten Natur. Deshalb muss eine sozial-ökologische Transformation die globale Erwärmung schnellstmöglich bremsen und die Erfüllung der Grundbedürfnisse aller Menschen sicherstellen. 12 12 13 -Daher fordern wir: 14 +**Daher fordern wir:** 14 14 \\1. Eine ambitionierte und sozialgerechte Klimapolitik der Bundesregierung sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, die sich an dem 1,5 Grad-Ziel und den dafür aus wissenschaftlicher Sicht notwendigen Maßnahmen orientiert. Dazu müssen die Treibhausgasemissionen in 15 15 Deutschland auf Nettonull bis 2035 gesenkt werden. 16 16 \\2. Eine sozial- und naturverträgliche Energiewende mit einem vollständigen Kohleausstieg in Deutschland bis 2030. ... ... @@ -38,269 +38,86 @@ 38 38 \\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen auf allen Ebenen. 39 39 \\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle Probleme löst. 40 40 41 -Erläuterung unserer Forderungen 42 -\\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 43 -Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag 44 -Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer 45 -Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 46 -klimaneutral sein.[iv] Von Fridays for Future Deutschland beauftragt, hat 47 -das Wuppertal Institut in einer Studie ermittelt, wie Klimaneutralität 48 -bereits 2035 machbar wäre.[v] Dafür notwendig sind ambitionierte 49 -Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, 50 -dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 51 -Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird. 52 -\\2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 53 -ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 54 -Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine 55 -vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 56 -umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche 57 -Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau 58 -struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit 59 -Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich 60 -adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale 61 -Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort 62 -ist fundamental für die Akzeptanz der notwendigen Energiewende. 63 -Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen 64 -Energiträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 65 -aus der Kohleverstromung aussteigen. 66 -\\3. Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 67 -gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 68 -2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen 69 -Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 70 -sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung 71 -von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen 72 -zu setzen.[viii] 73 -\\4.Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 74 -als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend 75 -Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind 76 -historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen 77 -verantwortlich und profitieren wirtschaftlich am meisten.[ii] Die Folgen 78 -der Klimakrise spüren jedoch nicht alle Länder gleichermaßen. Länder und 79 -Menschen des Globalen Südens sind am stärksten von der Klimakrise 80 -betroffen. Die von Ländern des Globalen Nordens (insbesondere der EU) 81 -forcierten Freihandelsabkommen verschärfen und verfestigen diese 82 -Ungleichheiten zusätzlich, indem beispielsweise Umweltprobleme in Länder 83 -des Globalen Südens ausgelagert werden. 84 -\\5.Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 85 -verschleppt, versklavt und getötet. Dieses Unterdrückungssystem beruhte 86 -auf einer Rassifizierung von Menschen, das heißt auf der Erfindung von 87 -hierarchisch geordneten „Menschenrassen“. Dabei ordneten sich weiße 88 -Menschen selbst positive Eigenschaften zu, den kolonialisierten, 89 -versklavten Menschen ordneten sie hingegen gegensätzliche negative 90 -Eigenschaften zu. Neben der Einteilung in Schwarze und weiße Menschen 91 -wurde die Welt in weitere hierarchisch geordnete, binäre Gegensatzpaare 92 -geteilt, unter anderem in die Kategorien Mann und Frau, heterosexuell und 93 -homosexuell, nicht be_hindert und be_hindert usw. Durch diese koloniale 94 -Einteilung der Welt schufen sich die Europäer*innen eine Rechtfertigung, 95 -um die kolonisierten Menschen auszubeuten, zu unterdrücken und 96 -abzuwerten.[ix] 97 -Die Bildung von Gegensatzpaaren machte auch vor der Natur keinen Halt: 98 -weiße Menschen schrieben kolonisierten Menschen zu, primitiv und naturnah 99 -zu sein. Zugleich waren sie der Ansicht, dass sie selbst durch ihr 100 -rationales Denken von der Natur entkoppelt seien. Die Natur wird in diesem 101 -Denken zu etwas Gestaltbaren und Beherrschbaren. Zugleich wird verleugnet, 102 -dass der Mensch als biologisches Wesen Teil von der Natur ist und von 103 -natürlichen Ökosystemen abhängig ist. Durch die Abwertung von Natur hat 104 -das koloniale Denken die Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen 105 -zugunsten von Profiten ermöglicht. Die Klimakrise hat ihre Wurzeln in 106 -diesem Denken. 107 -\\Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 108 -müssen anerkannt und beendet werden, um Klimagerechtigkeit zu 42 +**Erläuterung unserer Forderungen:** 43 +\\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 klimaneutral sein.[iv] Von Fridays for Future Deutschland beauftragt, hat das Wuppertal Institut in einer Studie ermittelt, wie Klimaneutralität bereits 2035 machbar wäre.[v] Dafür notwendig sind ambitionierte Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird. 44 +\\2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 45 +Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 46 +umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort ist fundamental für die Akzeptanz der notwendigen Energiewende. Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen Energieträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen. 47 +\\3. Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 48 +2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 49 +sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen zu setzen.[viii] 50 +\\4. Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich und profitieren wirtschaftlich am meisten.[ii] Die Folgen der Klimakrise spüren jedoch nicht alle Länder gleichermaßen. Länder und Menschen des Globalen Südens sind am stärksten von der Klimakrise betroffen. Die von Ländern des Globalen Nordens (insbesondere der EU) forcierten Freihandelsabkommen verschärfen und verfestigen diese Ungleichheiten zusätzlich, indem beispielsweise Umweltprobleme in Länder des Globalen Südens ausgelagert werden. 51 +\\5. Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise verschleppt, versklavt und getötet. Dieses Unterdrückungssystem beruhte auf einer Rassifizierung von Menschen, das heißt auf der Erfindung von hierarchisch geordneten „Menschenrassen“. Dabei ordneten sich weiße Menschen selbst positive Eigenschaften zu, den kolonialisierten, versklavten Menschen ordneten sie hingegen gegensätzliche negative Eigenschaften zu. Neben der Einteilung in Schwarze und weiße Menschen wurde die Welt in weitere hierarchisch geordnete, binäre Gegensatzpaare geteilt, unter anderem in die Kategorien Mann und Frau, heterosexuell und homosexuell, nicht be_hindert und be_hindert usw. Durch diese koloniale Einteilung der Welt schufen sich die Europäer*innen eine Rechtfertigung, um die kolonisierten Menschen auszubeuten, zu unterdrücken und abzuwerten.[ix] Die Bildung von Gegensatzpaaren machte auch vor der Natur keinen Halt: weiße Menschen schrieben kolonisierten Menschen zu, primitiv und naturnah zu sein. Zugleich waren sie der Ansicht, dass sie selbst durch ihr rationales Denken von der Natur entkoppelt seien. Die Natur wird in diesem Denken zu etwas Gestaltbaren und Beherrschbaren. Zugleich wird verleugnet, dass der Mensch als biologisches Wesen Teil von der Natur ist und von natürlichen Ökosystemen abhängig ist. Durch die Abwertung von Natur hat das koloniale Denken die Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen zugunsten von Profiten ermöglicht. Die Klimakrise hat ihre Wurzeln in diesem Denken. 52 +Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus müssen anerkannt und beendet werden, um Klimagerechtigkeit zu 109 109 schaffen.[ix] 110 -\\6.Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 111 -(Diskriminierung von be_hinderten Menschen) oder Ageism (Diskriminierung 112 -aufgrund des Alters) stellen soziale Ungleichheits- und Machtverhältnisse 113 -dar und wirken intersektional.[x] Sie drängen bestimmte gesellschaftliche 114 -Gruppen an die gesellschaftlichen Ränder. Von (Mehrfach-)Diskriminierung 115 -betroffene Gruppen haben daher in der Regel weniger ökonomische Ressourcen 116 -und gesellschaftliche Einflussmöglichkeiten. Sie können sich selbst nicht 117 -im gleichen Maße vor Klimafolgen absichern und werden in staatlichen 118 -Maßnahmen nicht unbedingt gleichermaßen berücksichtigt. So bekommen 119 -marginalisierte Gruppen die Folgen der globalen Erwärmung am stärksten zu 120 -spüren. Sie sind von der Klimakrise besonders betroffen, obwohl sie wenig 121 -zur Erderwärmung beigetragen haben.[xi] 122 -Gendergerechtigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für 123 -Klimagerechtigkeit, da FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, Inter, 124 -Nichtbinär, Trans, Agender) vor allem Personen aus dem Globalen Süden, 125 -sehr stark von der Klimakrise betroffen sind.[xii] Insbesondere in den 126 -Bereichen der Organisation der Erwerbs- und Sorgearbeit, des Zugangs zu 127 -Ressourcen, Gesundheitsvorsorge und politischer Beteiligung sind diese 128 -stark benachteiligt. Sie haben meist einen geringeren sozialen Status, 129 -sowie weniger politische und wirtschaftliche Macht als Männer. Dies geht 130 -insbesondere auf die historisch bedingte androzentrische 131 -(männerzentrierte) Sichtweise in Institutionen und Politik zurück. 132 -Deswegen fordern wir das Aufbrechen der patriarchalen Strukturen sowie 133 -eine verstärkte Sichtbarkeit und Unterstützung von FLINTA*-Personen, 134 -(mehrfach-) diskriminierte Menschen sowie Menschen in prekären 135 -Lebenssituationen. 136 -\\7. Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 137 -öffentlichen Fokus. Bewegungen von BIPoC (Black, Indigenous and People of 138 -Color) werden dabei meistens außer Acht gelassen und vernachlässigt – nur 139 -selten wird in den Medien über sie berichtet. Jedoch kämpfen BIPoC Aktivist*innen schon seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der 140 -Klimakrise sowie gegen strukturelle Unterdrückungsmuster. Die Arbeit und 141 -das Engagement von insbesondere jungen BIPoC-Aktivist*innen müssen 142 -sichtbar gemacht und anerkannt werden, da gerade sie besonders stark von 143 -den Folgen der Klimakrise betroffen sind. (Einige Kurzvorstellungen von 144 -BIPoC-Klimaaktivist*innen können in der kostenlosen Broschüre 145 -„Kolonialismus und Klimakrise. Über 500 Jahre Widerstand“ nachgelesen 146 -werden.[ix]) Auch Widerstandsbewegungen von BIPoC bekommen wenig 147 -Aufmerksamkeit, obwohl sie sich schon früh bildeten. Widerstandsbewegungen 148 -von BIPoC-Aktivist*innen fordern, Umweltprobleme nicht isoliert zu 149 -betrachten. Stattdessen sollten sie als soziale Probleme behandelt werden, 150 -die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und 151 -Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von 152 -BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 153 -Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies 154 -ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 54 +\\6. Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus (Diskriminierung von be_hinderten Menschen) oder Ageism (Diskriminierung 55 +aufgrund des Alters) stellen soziale Ungleichheits- und Machtverhältnisse dar und wirken intersektional.[x] Sie drängen bestimmte gesellschaftliche 56 +Gruppen an die gesellschaftlichen Ränder. Von (Mehrfach-)Diskriminierung betroffene Gruppen haben daher in der Regel weniger ökonomische Ressourcen und gesellschaftliche Einflussmöglichkeiten. Sie können sich selbst nicht im gleichen Maße vor Klimafolgen absichern und werden in staatlichen Maßnahmen nicht unbedingt gleichermaßen berücksichtigt. So bekommen marginalisierte Gruppen die Folgen der globalen Erwärmung am stärksten zu spüren. Sie sind von der Klimakrise besonders betroffen, obwohl sie wenig zur Erderwärmung beigetragen haben.[xi] Gendergerechtigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für Klimagerechtigkeit, da FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinär, Trans, Agender) vor allem Personen aus dem Globalen Süden, sehr stark von der Klimakrise betroffen sind.[xii] Insbesondere in den Bereichen der Organisation der Erwerbs- und Sorgearbeit, des Zugangs zu Ressourcen, Gesundheitsvorsorge und politischer Beteiligung sind diese stark benachteiligt. Sie haben meist einen geringeren sozialen Status, sowie weniger politische und wirtschaftliche Macht als Männer. Dies geht insbesondere auf die historisch bedingte androzentrische (männerzentrierte) Sichtweise in Institutionen und Politik zurück. Deswegen fordern wir das Aufbrechen der patriarchalen Strukturen sowie eine verstärkte Sichtbarkeit und Unterstützung von FLINTA*-Personen, (mehrfach-) diskriminierte Menschen sowie Menschen in prekären Lebenssituationen. 57 +\\7. Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im öffentlichen Fokus. Bewegungen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color) werden dabei meistens außer Acht gelassen und vernachlässigt – nur selten wird in den Medien über sie berichtet. Jedoch kämpfen BIPoC Aktivist*innen schon seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der Klimakrise sowie gegen strukturelle Unterdrückungsmuster. Die Arbeit und 58 +das Engagement von insbesondere jungen BIPoC-Aktivist*innen müssen sichtbar gemacht und anerkannt werden, da gerade sie besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen sind. (Einige Kurzvorstellungen von BIPoC-Klimaaktivist*innen können in der kostenlosen Broschüre „Kolonialismus und Klimakrise. Über 500 Jahre Widerstand“ nachgelesen werden.[ix]) Auch Widerstandsbewegungen von BIPoC bekommen wenig Aufmerksamkeit, obwohl sie sich schon früh bildeten. Widerstandsbewegungen von BIPoC-Aktivist*innen fordern, Umweltprobleme nicht isoliert zu 59 +betrachten. Stattdessen sollten sie als soziale Probleme behandelt werden, die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 60 +Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 155 155 Kolonialismus verwurzelt ist.[ix] 156 -\\8.Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 157 -starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 158 -besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU 159 -und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und 160 -konsequente Klimaschutzmaßnahmen eintreten. Insbesondere bei der 161 -Ausgestaltung von internationalen Handelsmechanismen mit CO2-Emissionen 162 -fordern wir die Bundesregierung auf, für eine robuste, faire und sichere 163 -Ausgestaltung einzutreten, damit es, anders als unter dem Kyoto-Protokoll, 164 -nicht zu massivem Missbrauch kommt. Dies bedeutet, dass die 165 -Anrechenbarkeit von Zertifikaten aus dem Kyoto-Mechanismus stark 166 -reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen 167 -und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 62 +\\8. Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 63 +besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und konsequente Klimaschutzmaßnahmen eintreten. Insbesondere bei der Ausgestaltung von internationalen Handelsmechanismen mit CO2-Emissionen 64 +fordern wir die Bundesregierung auf, für eine robuste, faire und sichere Ausgestaltung einzutreten, damit es, anders als unter dem Kyoto-Protokoll, 65 +nicht zu massivem Missbrauch kommt. Dies bedeutet, dass die Anrechenbarkeit von Zertifikaten aus dem Kyoto-Mechanismus stark reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 168 168 Reduktion der CO2-Emissionen erwirkt werden.[xiii] 169 -\\9.Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 170 -Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 171 -Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das 172 -kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 173 -Unter anderem werden zugunsten des Globalen Nordens Rohstoffe sehr günstig 174 -importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, 175 -Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 67 +\\9. Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 68 +Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 69 +Unter anderem werden zugunsten des Globalen Nordens Rohstoffe sehr günstig importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 176 176 Lebensstils tragen.[xiv] 177 -\\10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 178 -wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 179 -diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die 180 -aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 181 -Entwässerungsanlagen oder Warnsystemen kann nicht schnell genug 182 -erfolgen. Grundsätzlich müssen Städte- und Häuserbau ebenso neu 183 -gedacht werden, wie viele andere Wirtschaftsbereiche auch.[xv] Eine 184 -besondere Bedeutung bei der Stadtentwicklung kommt dabei der 185 -Entsieglung von Flächen und dem Schaffen von Blau-Grüner Infrastruktur insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen zu. Gerade 186 -in sozioökonomisch schwächeren Stadtteilen gibt es häufig einen 187 -hohen Anteil versiegelter Flächen, die sich im Sommer besonders 188 -stark aufheizen und so zu einem schlechteren Mikroklima führen. 189 -Aktiver Naturschutz sowie die Renaturierung und der Erhalt von 190 -Ökosystemen wie (Au-)Wäldern oder Mooren tragen aktiv zur Prävention 191 -bei. Dieser Umbau bietet durchaus Chancen: Es entstehen neue 192 -Möglichkeiten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen 193 -Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und 194 -Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 195 -einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als 196 -wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 71 +\\10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 72 +diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 73 +Entwässerungsanlagen oder Warnsystemen kann nicht schnell genug erfolgen. Grundsätzlich müssen Städte- und Häuserbau ebenso neu 74 +gedacht werden, wie viele andere Wirtschaftsbereiche auch.[xv] Eine besondere Bedeutung bei der Stadtentwicklung kommt dabei der 75 +Entsieglung von Flächen und dem Schaffen von Blau-Grüner Infrastruktur insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen zu. Gerade in sozioökonomisch schwächeren Stadtteilen gibt es häufig einen hohen Anteil versiegelter Flächen, die sich im Sommer besonders stark aufheizen und so zu einem schlechteren Mikroklima führen. Aktiver Naturschutz sowie die Renaturierung und der Erhalt von Ökosystemen wie (Au-)Wäldern oder Mooren tragen aktiv zur Prävention bei. Dieser Umbau bietet durchaus Chancen: Es entstehen neue Möglichkeiten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen 76 +Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 77 +einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 197 197 umgesetzt werden müssen. 198 -\\11.Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 199 -diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 200 -Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die 201 -notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 202 -schützen. Deutschland muss als reiche Industrienation seine Verantwortung 203 -anerkennen und einen relevanten Beitrag zur Klimafinanzierung leisten. 204 -Dies muss in den Bereichen Emissionsminderung, Anpassung sowie 205 -Klimawandelschäden und -verluste erfolgen. Bislang hält die Gruppe 206 -wohlhabender Länder ihr Versprechen nicht, von 2020 bis 2025 jährlich 100 207 -Milliarden US-Dollar Klimafinanzierung für Länder des Globalen Südens 208 -bereitzustellen. Die Bundesregierung muss sich für die Erfüllung des Ziels 209 -stark machen und den eigenen Anteil von mindestens 8 Milliarden US-Dollar 210 -pro Jahr bis 2025 absichern. Das neue Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss 211 -sich an den Bedarfen der am stärksten von der Klimakrise betroffenen 212 -Länder ausrichten. Ein deutscher Anteil von 10 Prozent an der Gesamtsumme 213 -muss sichergestellt werden.[xvi] Darüber hinaus muss sich die 214 -Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die 215 -internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 79 +\\11. Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 80 +Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 81 +schützen. Deutschland muss als reiche Industrienation seine Verantwortung anerkennen und einen relevanten Beitrag zur Klimafinanzierung leisten. 82 +Dies muss in den Bereichen Emissionsminderung, Anpassung sowie Klimawandelschäden und -verluste erfolgen. Bislang hält die Gruppe 83 +wohlhabender Länder ihr Versprechen nicht, von 2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden US-Dollar Klimafinanzierung für Länder des Globalen Südens 84 +bereitzustellen. Die Bundesregierung muss sich für die Erfüllung des Ziels stark machen und den eigenen Anteil von mindestens 8 Milliarden US-Dollar pro Jahr bis 2025 absichern. Das neue Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Ein deutscher Anteil von 10 Prozent an der Gesamtsumme muss sichergestellt werden.[xvi] Darüber hinaus muss sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 216 216 kanalisiert und steuert. 217 -\\12.Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 218 -Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 219 -gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer 220 -Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 221 -Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf 222 -internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 86 +\\12.Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 87 +gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 88 +Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 223 223 Recht anzupassen.[xvii] 224 -\\13.Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 225 -Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 226 -stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. 227 -Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 228 -mehr Raum bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen einnehmen als 229 -bisher. Ohne konsequente Naturschutz- und Renaturierungsmaßnahmen können 230 -die Emissionsminderungsziele nicht erreicht werden. Dies bestätigen die 231 -Berichte des Weltbiodiversitätsrat (IPBES)[xviii] und des Weltklimarats 232 -(IPCC)[xix]. Zudem sind intakte Ökosysteme notwendig, um die Resilienz 233 -gegenüber dem sich ändernden Klima zu erhöhen. Natürliche Lösungen 234 -(sogenannte NBS, Nature-based Solutions) müssen in der Debatte um 235 -Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig 236 -müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 90 +\\13.Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 91 +stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 92 +mehr Raum bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen einnehmen als bisher. Ohne konsequente Naturschutz- und Renaturierungsmaßnahmen können die Emissionsminderungsziele nicht erreicht werden. Dies bestätigen die 93 +Berichte des Weltbiodiversitätsrat (IPBES)[xviii] und des Weltklimarats (IPCC)[xix]. Zudem sind intakte Ökosysteme notwendig, um die Resilienz 94 +gegenüber dem sich ändernden Klima zu erhöhen. Natürliche Lösungen (sogenannte NBS, Nature-based Solutions) müssen in der Debatte um 95 +Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 237 237 Biodiversität überprüft werden. 238 -\\14.Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 239 -aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 240 -weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv 241 -mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 242 -Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen 243 -Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 244 -klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit 245 -weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 246 -garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der 247 -Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 97 +\\14.Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 98 +weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 99 +Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 100 +klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 101 +garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 248 248 Schlüssel für den Erhalt der Biodiversität.[xxi] 249 -\\15.Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 250 -Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als 251 -ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer 252 -postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 253 -Klimaschutzes, sondern auch aus gesundheitlichen und sozialen Gründen 254 -überfällig. Der Straßenverkehr macht in Deutschland fast 95 Prozent der 255 -Emissionen in diesem Sektor aus,[iv] sodass hier der entscheidende Hebel 256 -besteht. Ab 2030 sollen keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr 257 -zugelassen werden. Allerdings kann die Lösung nicht sein, alle Fahrzeuge 258 -durch solche mit Elektro-Antrieb zu ersetzen. Einhergehend mit einer 259 -Preisreduzierung und dem Ausbau des ÖPNV sowie der Rad- und 260 -Fußverkehrsinfrastruktur, muss der individuelle Automobilverkehr deutlich 261 -reduziert werden. Um längere Distanzen zu überwinden, muss die Bahn in der 262 -Taktung, der Preisgestaltung sowie dem Service angepasst werden. 263 -Kurzstreckenflüge bis 1.000 Kilometer müssen zeitnah ersetzt werden. Damit 264 -auch alle Menschen den ÖPNV tatsächlich nutzen können, muss dieser mitsamt 265 -seiner Infrastruktur flächendeckend barrierefrei gestaltet werden und 266 -strukturelle Benachteiligungen wie die schlechtere Anbindung von 267 -sozioökonomisch vermeintlich schwächeren Stadtteilen und Regionen abgebaut 268 -werden. Der ÖPNV und die entsprechende Infrastruktur wie Bahnhöfe müssen 269 -auch sichere Orte insbesondere für von (Mehrfach-)Diskriminierung 270 -betroffenen Menschen werden, um eine alternative zum Motorisierten 271 -Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 272 -NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur 273 -Mobilitätswende. 274 -\\16.Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 275 -kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu 276 -können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der 277 -Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 278 -Bereich ist von größter Bedeutung bei der Gestaltung der Gesellschaft in 279 -Zeiten der Klimakrise. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen müssen 280 -zentrale Inhalte in Bildungsplänen und Rahmenlehrplänen sein. Von 281 -besonderer Bedeutung ist dabei nicht nur der bloße Umgang mit Kennzahlen 282 -und Fakten, sondern auch ein lösungs- und handlungsorientierter Ansatz. 283 -Nur mit der Kompetenz, sich Herausforderungen zu stellen, diese zu 284 -moderieren und unter Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven gezielt 285 -anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das 286 -Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die 287 -Grundlage dar.[xxv] 288 -\\17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 289 -gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 290 -anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere 291 -heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 103 +\\15.Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 104 +Klimaschutzes, sondern auch aus gesundheitlichen und sozialen Gründen überfällig. Der Straßenverkehr macht in Deutschland fast 95 Prozent der Emissionen in diesem Sektor aus,[iv] sodass hier der entscheidende Hebel besteht. Ab 2030 sollen keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr 105 +zugelassen werden. Allerdings kann die Lösung nicht sein, alle Fahrzeuge durch solche mit Elektro-Antrieb zu ersetzen. Einhergehend mit einer 106 +Preisreduzierung und dem Ausbau des ÖPNV sowie der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur, muss der individuelle Automobilverkehr deutlich 107 +reduziert werden. Um längere Distanzen zu überwinden, muss die Bahn in der Taktung, der Preisgestaltung sowie dem Service angepasst werden. 108 +Kurzstreckenflüge bis 1.000 Kilometer müssen zeitnah ersetzt werden. Damit auch alle Menschen den ÖPNV tatsächlich nutzen können, muss dieser mitsamt seiner Infrastruktur flächendeckend barrierefrei gestaltet werden und strukturelle Benachteiligungen wie die schlechtere Anbindung von 109 +sozioökonomisch vermeintlich schwächeren Stadtteilen und Regionen abgebaut werden. Der ÖPNV und die entsprechende Infrastruktur wie Bahnhöfe müssen auch sichere Orte insbesondere für von (Mehrfach-)Diskriminierung betroffenen Menschen werden, um eine alternative zum Motorisierten Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 110 +NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur Mobilitätswende. 111 +\\16.Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 112 +Bereich ist von größter Bedeutung bei der Gestaltung der Gesellschaft in Zeiten der Klimakrise. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen müssen zentrale Inhalte in Bildungsplänen und Rahmenlehrplänen sein. Von besonderer Bedeutung ist dabei nicht nur der bloße Umgang mit Kennzahlen 113 +und Fakten, sondern auch ein lösungs- und handlungsorientierter Ansatz. Nur mit der Kompetenz, sich Herausforderungen zu stellen, diese zu 114 +moderieren und unter Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven gezielt anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die Grundlage dar.[xxv] 115 +\\17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 116 +anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 292 292 293 -18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 294 -grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 295 -nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 296 -Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 297 -Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 298 -eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 299 -Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 300 -Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 301 -müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 302 -soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 303 -wie im Negativen. 118 +18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 119 +nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 120 +Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 121 +Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven wie im Negativen. 304 304 \\Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 305 305 des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V. 306 306 [i]Zum „Capitalocene”: