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1 1  Antragstext
2 -Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich  belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen des Globalen Nordens^^1 ^^in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
3 -Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens^^1^^ schon seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- )Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
4 -
5 -^^1^^ Die Begriffe "Globaler Norden" und "Globaler Süden“ verweisen nicht auf geografische Kategorien. „Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im 
6 -globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine mit Vorteilen bedachte Position. Die Einteilung verweist auf die unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete“ (glokal 2013). Quelle: glokal 2013: Mit kolonialen Grüßen. Berichte und Erzählungen von 
7 -Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. URL:https:~/~/www.glokal.org/wpcontent/uploads/2013/09/BroschuereMitkolonialenGruessen2013.pdf, S. 8, aufgerufen am 23.09.2023.
8 -
9 -
10 -Um die Folgen der Klimakrise einzudämmen, hat sich die internationale Staatengemeinschaft 2015 mit dem Pariser Abkommen darauf verständigt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, eine maximale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius anzustreben. Im März 2023 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) seinen sechsten Sachstandsbericht, der die gravierende Handlungslücke zur Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels deutlich unterstreicht.[iii] Das Fenster, in dem die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, wird sich in wenigen Jahren schließen. Die bisher umgesetzten und geplanten Maßnahmen der Staaten reichen nicht aus, um die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele einzuhalten. Jedes Zehntelgrad Erwärmung hat schwerwiegende Konsequenzen. Unter anderem werden  Ökosysteme unwiederbringlich zerstört, Biodiversität geht verloren, Konflikte um natürliche Ressourcen nehmen zu, Extremwetterereignisse treten vermehrt auf und Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage und Heimat. Dies ist ein unhaltbarer Zustand.
11 -\\Als NAJU setzen wir uns für junge und marginalisierte Gruppen ein. Deshalb fordern wir einen wirksamen und gerechten Klimaschutz. Ziel ist der Erhalt von Lebensgrundlagen und einer intakten Natur. Deshalb muss eine sozial-ökologische Transformation die globale Erwärmung schnellstmöglich bremsen und die Erfüllung der Grundbedürfnisse aller Menschen sicherstellen.
12 -
2 +Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die 
3 +gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich 
4 +belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine 
5 +weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. 
6 +Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in 
7 +kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen 
8 +des Globalen Nordens1 in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
9 +Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen 
10 +ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens1 schon 
11 +seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der 
12 +Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. 
13 +Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- 
14 +)Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen 
15 +die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
16 +1 Die Begriffe "Globaler Norden" und "Globaler Süden“ verweisen nicht auf 
17 +geografische Kategorien. „Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im 
18 +globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und 
19 +ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine 
20 +mit Vorteilen bedachte Position. Die Einteilung verweist auf die 
21 +unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als 
22 +vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete“ (glokal 
23 +2013). 
24 +Quelle: glokal 2013: Mit kolonialen Grüßen. Berichte und Erzählungen von 
25 +Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. URL:
26 +https:~/~/www.glokal.org/wp content/uploads/2013/09/BroschuereMitkolonialenGruessen2013.pdf, 
27 +S. 8, aufgerufen am 23.09.2023.
28 +Um die Folgen der Klimakrise einzudämmen, hat sich die internationale 
29 +Staatengemeinschaft 2015 mit dem Pariser Abkommen darauf verständigt, die 
30 +globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und 
31 +Anstrengungen zu unternehmen, eine maximale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius 
32 +anzustreben. Im März 2023 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) seinen 
33 +sechsten Sachstandsbericht, der die gravierende Handlungslücke zur Einhaltung 
34 +des 1,5 Grad-Ziels deutlich unterstreicht.[iii] Das Fenster, in dem die 
35 +Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, wird sich in wenigen Jahren 
36 +schließen. Die bisher umgesetzten und geplanten Maßnahmen der Staaten reichen 
37 +nicht aus, um die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele einzuhalten. Jedes 
38 +Zehntelgrad Erwärmung hat schwerwiegende Konsequenzen. Unter anderem werden 
39 +Ökosysteme unwiederbringlich zerstört, Biodiversität geht verloren, Konflikte um 
40 +natürliche Ressourcen nehmen zu, Extremwetterereignisse treten vermehrt auf und 
41 +Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage und Heimat. Dies ist ein unhaltbarer 
42 +Zustand.
43 +\\Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
44 +Seite 2
45 +Als NAJU setzen wir uns für junge und marginalisierte Gruppen ein. Deshalb 
46 +fordern wir einen wirksamen und gerechten Klimaschutz. Ziel ist der Erhalt von 
47 +Lebensgrundlagen und einer intakten Natur. Deshalb muss eine sozial-ökologische 
48 +Transformation die globale Erwärmung schnellstmöglich bremsen und die Erfüllung 
49 +der Grundbedürfnisse aller Menschen sicherstellen.
13 13  Daher fordern wir:
14 -\\1. Eine ambitionierte und sozialgerechte Klimapolitik der Bundesregierung sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, die sich an dem  1,5 Grad-Ziel und den dafür aus wissenschaftlicher Sicht notwendigen Maßnahmen orientiert. Dazu müssen die Treibhausgasemissionen in 
51 +\\1. Eine ambitionierte und sozialgerechte Klimapolitik der Bundesregierung 
52 +sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, die sich an dem 
53 +1,5 Grad-Ziel und den dafür aus wissenschaftlicher Sicht notwendigen 
54 +Maßnahmen orientiert. Dazu müssen die Treibhausgasemissionen in 
15 15  Deutschland auf Nettonull bis 2035 gesenkt werden.
16 -\\2. Eine sozial- und naturverträgliche Energiewende mit einem vollständigen Kohleausstieg in Deutschland bis 2030.
17 -\\3. Eine Reduktion der Treibhausgasemissionen auf europäischer Ebene um mindestens 65 Prozent bis 2030 (im Vergleich zu 1990) sowie das Erreichen der Klimaneutralität auf EU-Ebene bis 2040.
18 -\\4. Die politische und gesellschaftliche Anerkennung, dass der Globale Norden als Hauptverursacher der Klimakrise die größte Verantwortung trägt, 
56 +\\2. Eine sozial- und naturverträgliche Energiewende mit einem vollständigen 
57 +Kohleausstieg in Deutschland bis 2030.
58 +\\3. Eine Reduktion der Treibhausgasemissionen auf europäischer Ebene um 
59 +mindestens 65 Prozent bis 2030 (im Vergleich zu 1990) sowie das Erreichen 
60 +der Klimaneutralität auf EU-Ebene bis 2040.
61 +\\4. Die politische und gesellschaftliche Anerkennung, dass der Globale Norden 
62 +als Hauptverursacher der Klimakrise die größte Verantwortung trägt, 
19 19  während der Globale Süden am stärksten von den Folgen betroffen ist.
20 -\\5. Die politische und gesellschaftliche Anerkennung des Zusammenhangs zwischen Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus. Anhaltende koloniale 
64 +\\5.Die politische und gesellschaftliche Anerkennung des Zusammenhangs 
65 +zwischen Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus. Anhaltende koloniale 
21 21  Machtstrukturen müssen konsequent abgebaut werden.
22 -\\6. Klimaschutz muss sozial gerecht gestaltet werden. Insbesondere FLINTA*- Personen (Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinär, Trans, Agender), BIPoC, 
23 -(mehrfach-)diskriminierte Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen und junge Menschen müssen aus Perspektive der Gender-, Generationen- und Klimagerechtigkeit stärker berücksichtigt werden.
24 -\\7.Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und Widerstandskämpfen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color).
25 -\\8. Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den Ländern, die besonders von der Klimakrise betroffen sind, muss Deutschland eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Dies gilt sowohl innerhalb der Europäischen Union als auch bei den Vereinten Nationen.
67 +\\6.Klimaschutz muss sozial gerecht gestaltet werden. Insbesondere FLINTA*- 
68 +Personen (Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinär, Trans, Agender), BIPoC, 
69 +(mehrfach-)diskriminierte Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen 
70 +und junge Menschen müssen aus Perspektive der Gender-, Generationen- und 
71 +Klimagerechtigkeit stärker berücksichtigt werden.
72 +\\7.Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und 
73 +Widerstandskämpfen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color).
74 +\\8.Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den 
75 +Ländern, die besonders von der Klimakrise betroffen sind, muss Deutschland 
76 +eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Dies gilt sowohl innerhalb 
77 +der Europäischen Union als auch bei den Vereinten Nationen.
26 26  
27 -9. Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im Globalen Süden zugunsten des Globalen Nordens.
28 -\\10. Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der Klimakrise zum Schutz der Menschen sowie der natürlichen Lebensgrundlagen.
29 -\\11.Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen Klimafinanzierung auf mindestens 8 Milliarden Euro bis 2025. Das neue 
30 -Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Deutschland muss sowohl Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche Erläuterung und Begründung unserer Forderungen Mittel für den vereinbarten Fond für Klimawandelschäden und -verluste bereitstellen.
31 -\\12.Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache und die Gewährleistung von Schutz für flüchtende sowie schutzsuchende Menschen.
32 -\\13.Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als natürliche Kohlenstoffsenken.
33 -\\14.Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 
79 +9.Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im 
80 +Globalen Süden zugunsten des Globalen Nordens.
81 +\\10.Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der 
82 +Klimakrise zum Schutz der Menschen sowie der natürlichen Lebensgrundlagen.
83 +\\11.Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen 
84 +Klimafinanzierung auf mindestens 8 Milliarden Euro bis 2025. Das neue 
85 +Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten 
86 +von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Deutschland muss sowohl 
87 +Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche
88 +Erläuterung und Begründung unserer Forderungen
89 +Mittel für den vereinbarten Fond für Klimawandelschäden und -verluste 
90 +bereitstellen.
91 +\\12.Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache 
92 +und die Gewährleistung von Schutz für flüchtende sowie schutzsuchende 
93 +Menschen.
94 +\\13.Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 
95 +natürliche Kohlenstoffsenken.
96 +\\14.Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
97 +schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 
34 34  Landwirt*innen gesichert sein.
35 -\\15.Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert werden.
36 -\\16.Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 
37 -notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit.
38 -\\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen auf allen Ebenen.
39 -\\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle Probleme löst.
99 +\\15.Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
100 +die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land 
101 +berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert 
102 +werden.
103 +\\16.Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
104 +Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 
105 +notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und 
106 +außerschulischer Bildungsarbeit.
107 +\\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
108 +marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen 
109 +auf allen Ebenen.
110 +\\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
111 +Probleme löst.
40 40  
41 41  Erläuterung unserer Forderungen
42 42  \\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
... ... @@ -150,10 +150,15 @@
150 150  die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und 
151 151  Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von 
152 152  BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 
225 +\\Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
226 +Seite 6
153 153  Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies 
154 154  ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 
155 155  Kolonialismus verwurzelt ist.[ix]
156 -\\8.Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
230 +224
231 +225
232 +226
233 +Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
157 157  starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 
158 158  besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU 
159 159  und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und 
... ... @@ -166,7 +166,20 @@
166 166  reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen 
167 167  und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 
168 168  Reduktion der CO2-Emissionen erwirkt werden.[xiii]
169 -\\9.Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
246 +227 8.
247 +228
248 +229
249 +230
250 +231
251 +232
252 +233
253 +234
254 +235
255 +236
256 +237
257 +238
258 +239
259 +Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
170 170  Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 
171 171  Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das 
172 172  kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 
... ... @@ -174,7 +174,15 @@
174 174  importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, 
175 175  Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 
176 176  Lebensstils tragen.[xiv]
177 -\\10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
267 +240 9.
268 +241
269 +242
270 +243
271 +244
272 +245
273 +246
274 +247
275 +10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
178 178  wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 
179 179  diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die 
180 180  aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 
... ... @@ -193,9 +193,33 @@
193 193  Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und 
194 194  Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 
195 195  einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als 
294 +248 1.
295 +249
296 +250
297 +251
298 +252
299 +253
300 +254
301 +255
302 +256
303 +257
304 +258
305 +259
306 +260
307 +261
308 +262
309 +263
310 +264
311 +265
312 +266
313 +267
314 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
315 +Seite 7
196 196  wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 
197 197  umgesetzt werden müssen.
198 -\\11.Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
318 +268
319 +269
320 +Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
199 199  diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 
200 200  Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die 
201 201  notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 
... ... @@ -214,7 +214,26 @@
214 214  Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die 
215 215  internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 
216 216  kanalisiert und steuert.
217 -\\12.Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
339 +270 11.
340 +271
341 +272
342 +273
343 +274
344 +275
345 +276
346 +277
347 +278
348 +279
349 +280
350 +281
351 +282
352 +283
353 +284
354 +285
355 +286
356 +287
357 +288
358 +Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
218 218  Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 
219 219  gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer 
220 220  Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 
... ... @@ -221,7 +221,14 @@
221 221  Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf 
222 222  internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 
223 223  Recht anzupassen.[xvii]
224 -\\13.Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
365 +289 12.
366 +290
367 +291
368 +292
369 +293
370 +294
371 +295
372 +Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
225 225  Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 
226 226  stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. 
227 227  Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 
... ... @@ -235,18 +235,45 @@
235 235  Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig 
236 236  müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 
237 237  Biodiversität überprüft werden.
238 -\\14.Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
386 +296 13.
387 +297
388 +298
389 +299
390 +300
391 +301
392 +302
393 +303
394 +304
395 +305
396 +306
397 +307
398 +308
399 +309
400 +Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
239 239  aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 
240 240  weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv 
241 241  mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 
242 242  Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen 
243 243  Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 
406 +310 14.
407 +311
408 +312
409 +313
410 +314
411 +315
412 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
413 +Seite 8
244 244  klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit 
245 245  weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 
246 246  garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der 
247 247  Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 
248 248  Schlüssel für den Erhalt der Biodiversität.[xxi]
249 -\\15.Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
419 +316
420 +317
421 +318
422 +319
423 +320
424 +Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
250 250  Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als 
251 251  ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer 
252 252  postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 
... ... @@ -271,7 +271,32 @@
271 271  Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 
272 272  NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur 
273 273  Mobilitätswende.
274 -\\16.Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
449 +321 15.
450 +322
451 +323
452 +324
453 +325
454 +326
455 +327
456 +328
457 +329
458 +330
459 +331
460 +332
461 +333
462 +334
463 +335
464 +336
465 +337
466 +338
467 +339
468 +340
469 +341
470 +342
471 +343
472 +344
473 +345
474 +Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
275 275  kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu 
276 276  können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der 
277 277  Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 
... ... @@ -285,23 +285,31 @@
285 285  anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das 
286 286  Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die 
287 287  Grundlage dar.[xxv]
288 -\\17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
488 +346 16.
489 +347
490 +348
491 +349
492 +350
493 +351
494 +352
495 +353
496 +354
497 +355
498 +356
499 +357
500 +358
501 +359
502 +17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
289 289  gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 
290 290  anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere 
291 -heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte
292 -
293 -18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
294 -grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
295 -nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
296 -Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
297 -Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
298 -eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
299 -Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
300 -Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
301 -müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
302 -soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
303 -wie im Negativen.
304 -\\Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
505 +heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 
506 +360 1.
507 +361
508 +362
509 +363
510 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
511 +Seite 9
512 +Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
305 305  des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
306 306  [i]Zum „Capitalocene”:
307 307  Moore, J. W. 2016: Anthropocene or Capitalocene? Nature, history, and the crisis 
... ... @@ -338,6 +338,67 @@
338 338  Ebenen gewährleistet sein, sei es durch Abschaffung des 
339 339  Wahlalters[xxviii] oder durch Schaffung entsprechender Gremien und 
340 340  Posten.
549 +364
550 +365
551 +366
552 +367
553 +368
554 +369
555 +370
556 +371
557 +372
558 +373
559 +374
560 +18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
561 +grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
562 +nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
563 +Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
564 +Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
565 +eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
566 +Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
567 +Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
568 +müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
569 +soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
570 +wie im Negativen.
571 +375 1.
572 +376
573 +377
574 +378
575 +379
576 +380
577 +381
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580 +384
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608 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
609 +Seite 10
341 341  [iv] Sachverständigenrat für Umweltfragen 2020: Für eine entschlossene 
342 342  Umweltpolitik in Deutschland und Europa. Kurzfassung. URL, aufgerufen am 
343 343  05.09.2023.
... ... @@ -381,6 +381,51 @@
381 381  Ecosystem Services. E. S. Brondizio, J. Settele, S. Díaz, and H. T. Ngo (eds.). 
382 382  Bonn: IPBES Sekretariat, https:~/~/doi.org/10.5281/zenodo.3831673 . URL, 
383 383  aufgerufen am 05.09.2023.
653 +412
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696 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
697 +Seite 11
384 384  [xix] IPCC 2019: Summary for Policymakers. In: Climate Change and Land: an IPCC 
385 385  special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable 
386 386  land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial