Changes for page [2023] Positionspapier Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
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... ... @@ -1,13 +1,30 @@ 1 1 Antragstext 2 -Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen des Globalen Nordens^^1 ^^in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 3 -Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens^^1^^ schon seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- )Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße. 4 - 5 -^^1^^ Die Begriffe "Globaler Norden" und "Globaler Süden“ verweisen nicht auf geografische Kategorien. „Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im 6 -globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine mit Vorteilen bedachte Position. Die Einteilung verweist auf die unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete“ (glokal 2013). Quelle: glokal 2013: Mit kolonialen Grüßen. Berichte und Erzählungen von 7 -Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. URL:https:~/~/www.glokal.org/wp content/uploads/2013/09/BroschuereMitkolonialenGruessen2013.pdf, 2 +Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die 3 +gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich 4 +belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine 5 +weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. 6 +Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in 7 +kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen 8 +des Globalen Nordens1 in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 9 +Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen 10 +ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens1 schon 11 +seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der 12 +Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. 13 +Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- 14 +)Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen 15 +die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße. 16 +1 Die Begriffe "Globaler Norden" und "Globaler Süden“ verweisen nicht auf 17 +geografische Kategorien. „Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im 18 +globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und 19 +ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine 20 +mit Vorteilen bedachte Position. Die Einteilung verweist auf die 21 +unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als 22 +vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete“ (glokal 23 +2013). 24 +Quelle: glokal 2013: Mit kolonialen Grüßen. Berichte und Erzählungen von 25 +Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. URL: 26 +https:~/~/www.glokal.org/wp content/uploads/2013/09/BroschuereMitkolonialenGruessen2013.pdf, 8 8 S. 8, aufgerufen am 23.09.2023. 9 - 10 - 11 11 Um die Folgen der Klimakrise einzudämmen, hat sich die internationale 12 12 Staatengemeinschaft 2015 mit dem Pariser Abkommen darauf verständigt, die 13 13 globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und ... ... @@ -76,25 +76,40 @@ 76 76 Menschen. 77 77 \\13.Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 78 78 natürliche Kohlenstoffsenken. 79 -\\ 14.Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume96 +\\Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 80 80 schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 81 81 Landwirt*innen gesichert sein. 82 -\\15.Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 99 +93 14. 100 +94 101 +95 102 +Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 83 83 die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land 84 84 berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert 85 85 werden. 86 -\\16.Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 106 +96 15. 107 +97 108 +98 109 +99 110 +Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 87 87 Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 88 88 notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und 89 89 außerschulischer Bildungsarbeit. 90 -\\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 114 +100 16. 115 +101 116 +102 117 +103 118 +Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 91 91 marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen 92 92 auf allen Ebenen. 93 -\\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 121 +104 17. 122 +105 123 +106 124 +Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 94 94 Probleme löst. 95 - 96 -Erläuterung unserer Forderungen 97 -\\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 126 +107 18. 127 +108 128 +109 129 +Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 98 98 Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag 99 99 Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer 100 100 Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 ... ... @@ -104,7 +104,17 @@ 104 104 Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, 105 105 dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 106 106 Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird. 107 -\\2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 139 +110 1. 140 +111 141 +112 142 +113 143 +114 144 +115 145 +116 146 +117 147 +118 148 +119 149 +Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 108 108 ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 109 109 Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine 110 110 vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist ... ... @@ -111,6 +111,16 @@ 111 111 umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche 112 112 Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau 113 113 struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit 156 +120 2. 157 +121 158 +122 159 +123 160 +124 161 +125 162 +126 163 +127 164 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit 165 +Seite 4 114 114 Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich 115 115 adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale 116 116 Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort ... ... @@ -118,7 +118,14 @@ 118 118 Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen 119 119 Energiträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 120 120 aus der Kohleverstromung aussteigen. 121 -\\3. Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 173 +128 174 +129 175 +130 176 +131 177 +132 178 +133 179 +134 180 +Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 122 122 gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 123 123 2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen 124 124 Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt ... ... @@ -125,7 +125,14 @@ 125 125 sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung 126 126 von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen 127 127 zu setzen.[viii] 128 -\\4.Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 187 +135 3. 188 +136 189 +137 190 +138 191 +139 192 +140 193 +141 194 +Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 129 129 als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend 130 130 Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind 131 131 historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen ... ... @@ -136,7 +136,18 @@ 136 136 forcierten Freihandelsabkommen verschärfen und verfestigen diese 137 137 Ungleichheiten zusätzlich, indem beispielsweise Umweltprobleme in Länder 138 138 des Globalen Südens ausgelagert werden. 139 -\\5.Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 205 +142 4. 206 +143 207 +144 208 +145 209 +146 210 +147 211 +148 212 +149 213 +150 214 +151 215 +152 216 +Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 140 140 verschleppt, versklavt und getötet. Dieses Unterdrückungssystem beruhte 141 141 auf einer Rassifizierung von Menschen, das heißt auf der Erfindung von 142 142 hierarchisch geordneten „Menschenrassen“. Dabei ordneten sich weiße ... ... @@ -157,12 +157,41 @@ 157 157 dass der Mensch als biologisches Wesen Teil von der Natur ist und von 158 158 natürlichen Ökosystemen abhängig ist. Durch die Abwertung von Natur hat 159 159 das koloniale Denken die Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen 237 +153 5. 238 +154 239 +155 240 +156 241 +157 242 +158 243 +159 244 +160 245 +161 246 +162 247 +163 248 +164 249 +165 250 +166 251 +167 252 +168 253 +169 254 +170 255 +171 256 +172 257 +173 258 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit 259 +Seite 5 160 160 zugunsten von Profiten ermöglicht. Die Klimakrise hat ihre Wurzeln in 161 161 diesem Denken. 162 -\\Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 262 +174 263 +175 264 +Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 163 163 müssen anerkannt und beendet werden, um Klimagerechtigkeit zu 164 164 schaffen.[ix] 165 -\\6.Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 267 +176 1. 268 +177 269 +178 270 +179 271 +Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 166 166 (Diskriminierung von be_hinderten Menschen) oder Ageism (Diskriminierung 167 167 aufgrund des Alters) stellen soziale Ungleichheits- und Machtverhältnisse 168 168 dar und wirken intersektional.[x] Sie drängen bestimmte gesellschaftliche ... ... @@ -188,7 +188,33 @@ 188 188 eine verstärkte Sichtbarkeit und Unterstützung von FLINTA*-Personen, 189 189 (mehrfach-) diskriminierte Menschen sowie Menschen in prekären 190 190 Lebenssituationen. 191 -\\7. Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 297 +180 6. 298 +181 299 +182 300 +183 301 +184 302 +185 303 +186 304 +187 305 +188 306 +189 307 +190 308 +191 309 +192 310 +193 311 +194 312 +195 313 +196 314 +197 315 +198 316 +199 317 +200 318 +201 319 +202 320 +203 321 +204 322 +205 323 +Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 192 192 öffentlichen Fokus. Bewegungen von BIPoC (Black, Indigenous and People of 193 193 Color) werden dabei meistens außer Acht gelassen und vernachlässigt – nur 194 194 selten wird in den Medien über sie berichtet. Jedoch kämpfen BIPoC Aktivist*innen schon seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der ... ... @@ -205,10 +205,33 @@ 205 205 die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und 206 206 Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von 207 207 BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 340 +206 7. 341 +207 342 +208 343 +209 344 +210 345 +211 346 +212 347 +213 348 +214 349 +215 350 +216 351 +217 352 +218 353 +219 354 +220 355 +221 356 +222 357 +223 358 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit 359 +Seite 6 208 208 Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies 209 209 ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 210 210 Kolonialismus verwurzelt ist.[ix] 211 -\\8.Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 363 +224 364 +225 365 +226 366 +Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 212 212 starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 213 213 besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU 214 214 und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und ... ... @@ -221,7 +221,20 @@ 221 221 reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen 222 222 und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 223 223 Reduktion der CO2-Emissionen erwirkt werden.[xiii] 224 -\\9.Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 379 +227 8. 380 +228 381 +229 382 +230 383 +231 384 +232 385 +233 386 +234 387 +235 388 +236 389 +237 390 +238 391 +239 392 +Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 225 225 Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 226 226 Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das 227 227 kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. ... ... @@ -229,7 +229,15 @@ 229 229 importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, 230 230 Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 231 231 Lebensstils tragen.[xiv] 232 -\\10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 400 +240 9. 401 +241 402 +242 403 +243 404 +244 405 +245 406 +246 407 +247 408 +10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 233 233 wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 234 234 diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die 235 235 aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von ... ... @@ -248,9 +248,33 @@ 248 248 Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und 249 249 Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 250 250 einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als 427 +248 1. 428 +249 429 +250 430 +251 431 +252 432 +253 433 +254 434 +255 435 +256 436 +257 437 +258 438 +259 439 +260 440 +261 441 +262 442 +263 443 +264 444 +265 445 +266 446 +267 447 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit 448 +Seite 7 251 251 wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 252 252 umgesetzt werden müssen. 253 -\\11.Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 451 +268 452 +269 453 +Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 254 254 diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 255 255 Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die 256 256 notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu ... ... @@ -269,7 +269,26 @@ 269 269 Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die 270 270 internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 271 271 kanalisiert und steuert. 272 -\\12.Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 472 +270 11. 473 +271 474 +272 475 +273 476 +274 477 +275 478 +276 479 +277 480 +278 481 +279 482 +280 483 +281 484 +282 485 +283 486 +284 487 +285 488 +286 489 +287 490 +288 491 +Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 273 273 Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 274 274 gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer 275 275 Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen ... ... @@ -276,7 +276,14 @@ 276 276 Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf 277 277 internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 278 278 Recht anzupassen.[xvii] 279 -\\13.Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 498 +289 12. 499 +290 500 +291 501 +292 502 +293 503 +294 504 +295 505 +Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 280 280 Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 281 281 stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. 282 282 Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel ... ... @@ -290,18 +290,45 @@ 290 290 Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig 291 291 müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 292 292 Biodiversität überprüft werden. 293 -\\14.Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 519 +296 13. 520 +297 521 +298 522 +299 523 +300 524 +301 525 +302 526 +303 527 +304 528 +305 529 +306 530 +307 531 +308 532 +309 533 +Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 294 294 aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 295 295 weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv 296 296 mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 297 297 Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen 298 298 Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 539 +310 14. 540 +311 541 +312 542 +313 543 +314 544 +315 545 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit 546 +Seite 8 299 299 klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit 300 300 weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 301 301 garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der 302 302 Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 303 303 Schlüssel für den Erhalt der Biodiversität.[xxi] 304 -\\15.Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 552 +316 553 +317 554 +318 555 +319 556 +320 557 +Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 305 305 Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als 306 306 ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer 307 307 postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des ... ... @@ -326,7 +326,32 @@ 326 326 Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 327 327 NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur 328 328 Mobilitätswende. 329 -\\16.Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 582 +321 15. 583 +322 584 +323 585 +324 586 +325 587 +326 588 +327 589 +328 590 +329 591 +330 592 +331 593 +332 594 +333 595 +334 596 +335 597 +336 598 +337 599 +338 600 +339 601 +340 602 +341 603 +342 604 +343 605 +344 606 +345 607 +Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 330 330 kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu 331 331 können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der 332 332 Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen ... ... @@ -340,23 +340,31 @@ 340 340 anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das 341 341 Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die 342 342 Grundlage dar.[xxv] 343 -\\17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 621 +346 16. 622 +347 623 +348 624 +349 625 +350 626 +351 627 +352 628 +353 629 +354 630 +355 631 +356 632 +357 633 +358 634 +359 635 +17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 344 344 gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 345 345 anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere 346 -heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 347 - 348 -18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 349 -grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 350 -nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 351 -Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 352 -Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 353 -eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 354 -Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 355 -Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 356 -müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 357 -soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 358 -wie im Negativen. 359 -\\Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 638 +heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 639 +360 1. 640 +361 641 +362 642 +363 643 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit 644 +Seite 9 645 +Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 360 360 des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V. 361 361 [i]Zum „Capitalocene”: 362 362 Moore, J. W. 2016: Anthropocene or Capitalocene? Nature, history, and the crisis ... ... @@ -393,6 +393,67 @@ 393 393 Ebenen gewährleistet sein, sei es durch Abschaffung des 394 394 Wahlalters[xxviii] oder durch Schaffung entsprechender Gremien und 395 395 Posten. 682 +364 683 +365 684 +366 685 +367 686 +368 687 +369 688 +370 689 +371 690 +372 691 +373 692 +374 693 +18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 694 +grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 695 +nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 696 +Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 697 +Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 698 +eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 699 +Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 700 +Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 701 +müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 702 +soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 703 +wie im Negativen. 704 +375 1. 705 +376 706 +377 707 +378 708 +379 709 +380 710 +381 711 +382 712 +383 713 +384 714 +385 715 +386 716 +387 717 +388 718 +389 719 +390 720 +391 721 +392 722 +393 723 +394 724 +395 725 +396 726 +397 727 +398 728 +399 729 +400 730 +401 731 +402 732 +403 733 +404 734 +405 735 +406 736 +407 737 +408 738 +409 739 +410 740 +411 741 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit 742 +Seite 10 396 396 [iv] Sachverständigenrat für Umweltfragen 2020: Für eine entschlossene 397 397 Umweltpolitik in Deutschland und Europa. Kurzfassung. URL, aufgerufen am 398 398 05.09.2023. ... ... @@ -436,6 +436,51 @@ 436 436 Ecosystem Services. E. S. Brondizio, J. Settele, S. Díaz, and H. T. Ngo (eds.). 437 437 Bonn: IPBES Sekretariat, https:~/~/doi.org/10.5281/zenodo.3831673 . URL, 438 438 aufgerufen am 05.09.2023. 786 +412 787 +413 788 +414 789 +415 790 +416 791 +417 792 +418 793 +419 794 +420 795 +421 796 +422 797 +423 798 +424 799 +425 800 +426 801 +427 802 +428 803 +429 804 +430 805 +431 806 +432 807 +433 808 +434 809 +435 810 +436 811 +437 812 +438 813 +439 814 +440 815 +441 816 +442 817 +443 818 +444 819 +445 820 +446 821 +447 822 +448 823 +449 824 +450 825 +451 826 +452 827 +453 828 +454 829 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit 830 +Seite 11 439 439 [xix] IPCC 2019: Summary for Policymakers. In: Climate Change and Land: an IPCC 440 440 special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable 441 441 land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial