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... ... @@ -1,7 +1,18 @@
1 1  Antragstext
2 -Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich  belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen des Globalen Nordens^^1 ^^in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
3 -Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens^^2^^ schon seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- )Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
4 -
2 +Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die 
3 +gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich 
4 +belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine 
5 +weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. 
6 +Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in 
7 +kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen 
8 +des Globalen Nordens1 in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
9 +Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen 
10 +ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens1 schon 
11 +seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der 
12 +Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. 
13 +Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- 
14 +)Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen 
15 +die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
5 5  1 Die Begriffe "Globaler Norden" und "Globaler Süden“ verweisen nicht auf 
6 6  geografische Kategorien. „Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im 
7 7  globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und 
... ... @@ -211,10 +211,15 @@
211 211  die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und 
212 212  Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von 
213 213  BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 
225 +\\Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
226 +Seite 6
214 214  Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies 
215 215  ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 
216 216  Kolonialismus verwurzelt ist.[ix]
217 -\\8.Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
230 +224
231 +225
232 +226
233 +Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
218 218  starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 
219 219  besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU 
220 220  und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und 
... ... @@ -227,7 +227,20 @@
227 227  reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen 
228 228  und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 
229 229  Reduktion der CO2-Emissionen erwirkt werden.[xiii]
230 -\\9.Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
246 +227 8.
247 +228
248 +229
249 +230
250 +231
251 +232
252 +233
253 +234
254 +235
255 +236
256 +237
257 +238
258 +239
259 +Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
231 231  Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 
232 232  Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das 
233 233  kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 
... ... @@ -235,7 +235,15 @@
235 235  importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, 
236 236  Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 
237 237  Lebensstils tragen.[xiv]
238 -\\10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
267 +240 9.
268 +241
269 +242
270 +243
271 +244
272 +245
273 +246
274 +247
275 +10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
239 239  wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 
240 240  diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die 
241 241  aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 
... ... @@ -254,9 +254,33 @@
254 254  Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und 
255 255  Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 
256 256  einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als 
294 +248 1.
295 +249
296 +250
297 +251
298 +252
299 +253
300 +254
301 +255
302 +256
303 +257
304 +258
305 +259
306 +260
307 +261
308 +262
309 +263
310 +264
311 +265
312 +266
313 +267
314 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
315 +Seite 7
257 257  wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 
258 258  umgesetzt werden müssen.
259 -\\11.Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
318 +268
319 +269
320 +Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
260 260  diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 
261 261  Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die 
262 262  notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 
... ... @@ -275,7 +275,26 @@
275 275  Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die 
276 276  internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 
277 277  kanalisiert und steuert.
278 -\\12.Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
339 +270 11.
340 +271
341 +272
342 +273
343 +274
344 +275
345 +276
346 +277
347 +278
348 +279
349 +280
350 +281
351 +282
352 +283
353 +284
354 +285
355 +286
356 +287
357 +288
358 +Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
279 279  Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 
280 280  gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer 
281 281  Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 
... ... @@ -282,7 +282,14 @@
282 282  Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf 
283 283  internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 
284 284  Recht anzupassen.[xvii]
285 -\\13.Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
365 +289 12.
366 +290
367 +291
368 +292
369 +293
370 +294
371 +295
372 +Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
286 286  Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 
287 287  stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. 
288 288  Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 
... ... @@ -296,18 +296,45 @@
296 296  Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig 
297 297  müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 
298 298  Biodiversität überprüft werden.
299 -\\14.Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
386 +296 13.
387 +297
388 +298
389 +299
390 +300
391 +301
392 +302
393 +303
394 +304
395 +305
396 +306
397 +307
398 +308
399 +309
400 +Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
300 300  aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 
301 301  weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv 
302 302  mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 
303 303  Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen 
304 304  Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 
406 +310 14.
407 +311
408 +312
409 +313
410 +314
411 +315
412 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
413 +Seite 8
305 305  klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit 
306 306  weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 
307 307  garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der 
308 308  Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 
309 309  Schlüssel für den Erhalt der Biodiversität.[xxi]
310 -\\15.Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
419 +316
420 +317
421 +318
422 +319
423 +320
424 +Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
311 311  Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als 
312 312  ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer 
313 313  postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 
... ... @@ -332,7 +332,32 @@
332 332  Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 
333 333  NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur 
334 334  Mobilitätswende.
335 -\\16.Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
449 +321 15.
450 +322
451 +323
452 +324
453 +325
454 +326
455 +327
456 +328
457 +329
458 +330
459 +331
460 +332
461 +333
462 +334
463 +335
464 +336
465 +337
466 +338
467 +339
468 +340
469 +341
470 +342
471 +343
472 +344
473 +345
474 +Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
336 336  kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu 
337 337  können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der 
338 338  Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 
... ... @@ -346,23 +346,31 @@
346 346  anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das 
347 347  Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die 
348 348  Grundlage dar.[xxv]
349 -\\17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
488 +346 16.
489 +347
490 +348
491 +349
492 +350
493 +351
494 +352
495 +353
496 +354
497 +355
498 +356
499 +357
500 +358
501 +359
502 +17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
350 350  gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 
351 351  anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere 
352 -heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte
353 -
354 -18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
355 -grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
356 -nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
357 -Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
358 -Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
359 -eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
360 -Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
361 -Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
362 -müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
363 -soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
364 -wie im Negativen.
365 -\\Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
505 +heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 
506 +360 1.
507 +361
508 +362
509 +363
510 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
511 +Seite 9
512 +Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
366 366  des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
367 367  [i]Zum „Capitalocene”:
368 368  Moore, J. W. 2016: Anthropocene or Capitalocene? Nature, history, and the crisis 
... ... @@ -399,6 +399,67 @@
399 399  Ebenen gewährleistet sein, sei es durch Abschaffung des 
400 400  Wahlalters[xxviii] oder durch Schaffung entsprechender Gremien und 
401 401  Posten.
549 +364
550 +365
551 +366
552 +367
553 +368
554 +369
555 +370
556 +371
557 +372
558 +373
559 +374
560 +18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
561 +grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
562 +nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
563 +Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
564 +Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
565 +eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
566 +Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
567 +Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
568 +müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
569 +soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
570 +wie im Negativen.
571 +375 1.
572 +376
573 +377
574 +378
575 +379
576 +380
577 +381
578 +382
579 +383
580 +384
581 +385
582 +386
583 +387
584 +388
585 +389
586 +390
587 +391
588 +392
589 +393
590 +394
591 +395
592 +396
593 +397
594 +398
595 +399
596 +400
597 +401
598 +402
599 +403
600 +404
601 +405
602 +406
603 +407
604 +408
605 +409
606 +410
607 +411
608 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
609 +Seite 10
402 402  [iv] Sachverständigenrat für Umweltfragen 2020: Für eine entschlossene 
403 403  Umweltpolitik in Deutschland und Europa. Kurzfassung. URL, aufgerufen am 
404 404  05.09.2023.
... ... @@ -442,6 +442,51 @@
442 442  Ecosystem Services. E. S. Brondizio, J. Settele, S. Díaz, and H. T. Ngo (eds.). 
443 443  Bonn: IPBES Sekretariat, https:~/~/doi.org/10.5281/zenodo.3831673 . URL, 
444 444  aufgerufen am 05.09.2023.
653 +412
654 +413
655 +414
656 +415
657 +416
658 +417
659 +418
660 +419
661 +420
662 +421
663 +422
664 +423
665 +424
666 +425
667 +426
668 +427
669 +428
670 +429
671 +430
672 +431
673 +432
674 +433
675 +434
676 +435
677 +436
678 +437
679 +438
680 +439
681 +440
682 +441
683 +442
684 +443
685 +444
686 +445
687 +446
688 +447
689 +448
690 +449
691 +450
692 +451
693 +452
694 +453
695 +454
696 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
697 +Seite 11
445 445  [xix] IPCC 2019: Summary for Policymakers. In: Climate Change and Land: an IPCC 
446 446  special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable 
447 447  land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial