Last modified by Valentin Hügenell on 2026/02/21 16:34

From version 2.4
edited by Theresa König
on 2026/02/21 15:21
Change comment: There is no comment for this version
To version 1.2
edited by Theresa König
on 2026/02/21 15:13
Change comment: There is no comment for this version

Summary

Details

Page properties
Content
... ... @@ -1,6 +1,15 @@
1 1  Antragstext
2 -Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich  belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen des Globalen Nordens1 in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
3 -Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens schon seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. 
2 +Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die 
3 +gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich 
4 +belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine 
5 +weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. 
6 +Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in 
7 +kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen 
8 +des Globalen Nordens1 in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
9 +Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen 
10 +ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens1 schon 
11 +seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der 
12 +Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. 
4 4  Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- 
5 5  )Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen 
6 6  die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
... ... @@ -84,25 +84,40 @@
84 84  Menschen.
85 85  \\13.Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 
86 86  natürliche Kohlenstoffsenken.
87 -\\14.Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
96 +\\Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
88 88  schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 
89 89  Landwirt*innen gesichert sein.
90 -\\15.Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
99 +93 14.
100 +94
101 +95
102 +Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
91 91  die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land 
92 92  berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert 
93 93  werden.
94 -\\16.Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
106 +96 15.
107 +97
108 +98
109 +99
110 +Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
95 95  Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 
96 96  notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und 
97 97  außerschulischer Bildungsarbeit.
98 -\\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
114 +100 16.
115 +101
116 +102
117 +103
118 +Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
99 99  marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen 
100 100  auf allen Ebenen.
101 -\\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
121 +104 17.
122 +105
123 +106
124 +Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
102 102  Probleme löst.
103 -
104 -Erläuterung unserer Forderungen
105 -\\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
126 +107 18.
127 +108
128 +109
129 +Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
106 106  Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag 
107 107  Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer 
108 108  Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 
... ... @@ -112,7 +112,17 @@
112 112  Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, 
113 113  dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 
114 114  Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird.
115 -\\2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 
139 +110 1.
140 +111
141 +112
142 +113
143 +114
144 +115
145 +116
146 +117
147 +118
148 +119
149 +Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 
116 116  ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 
117 117  Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine 
118 118  vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 
... ... @@ -119,6 +119,16 @@
119 119  umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche 
120 120  Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau 
121 121  struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit 
156 +120 2.
157 +121
158 +122
159 +123
160 +124
161 +125
162 +126
163 +127
164 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
165 +Seite 4
122 122  Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich 
123 123  adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale 
124 124  Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort 
... ... @@ -126,7 +126,14 @@
126 126  Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen 
127 127  Energiträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 
128 128  aus der Kohleverstromung aussteigen.
129 -\\3. Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 
173 +128
174 +129
175 +130
176 +131
177 +132
178 +133
179 +134
180 +Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 
130 130  gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 
131 131  2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen 
132 132  Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 
... ... @@ -133,7 +133,14 @@
133 133  sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung 
134 134  von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen 
135 135  zu setzen.[viii]
136 -\\4.Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 
187 +135 3.
188 +136
189 +137
190 +138
191 +139
192 +140
193 +141
194 +Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 
137 137  als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend 
138 138  Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind 
139 139  historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen 
... ... @@ -144,7 +144,18 @@
144 144  forcierten Freihandelsabkommen verschärfen und verfestigen diese 
145 145  Ungleichheiten zusätzlich, indem beispielsweise Umweltprobleme in Länder 
146 146  des Globalen Südens ausgelagert werden.
147 -\\5.Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 
205 +142 4.
206 +143
207 +144
208 +145
209 +146
210 +147
211 +148
212 +149
213 +150
214 +151
215 +152
216 +Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 
148 148  verschleppt, versklavt und getötet. Dieses Unterdrückungssystem beruhte 
149 149  auf einer Rassifizierung von Menschen, das heißt auf der Erfindung von 
150 150  hierarchisch geordneten „Menschenrassen“. Dabei ordneten sich weiße
... ... @@ -165,12 +165,41 @@
165 165  dass der Mensch als biologisches Wesen Teil von der Natur ist und von 
166 166  natürlichen Ökosystemen abhängig ist. Durch die Abwertung von Natur hat 
167 167  das koloniale Denken die Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen 
237 +153 5.
238 +154
239 +155
240 +156
241 +157
242 +158
243 +159
244 +160
245 +161
246 +162
247 +163
248 +164
249 +165
250 +166
251 +167
252 +168
253 +169
254 +170
255 +171
256 +172
257 +173
258 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
259 +Seite 5
168 168  zugunsten von Profiten ermöglicht. Die Klimakrise hat ihre Wurzeln in 
169 169  diesem Denken. 
170 -\\Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 
262 +174
263 +175
264 +Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 
171 171  müssen anerkannt und beendet werden, um Klimagerechtigkeit zu 
172 172  schaffen.[ix]
173 -\\6.Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 
267 +176 1.
268 +177
269 +178
270 +179
271 +Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 
174 174  (Diskriminierung von be_hinderten Menschen) oder Ageism (Diskriminierung 
175 175  aufgrund des Alters) stellen soziale Ungleichheits- und Machtverhältnisse 
176 176  dar und wirken intersektional.[x] Sie drängen bestimmte gesellschaftliche 
... ... @@ -196,7 +196,33 @@
196 196  eine verstärkte Sichtbarkeit und Unterstützung von FLINTA*-Personen, 
197 197  (mehrfach-) diskriminierte Menschen sowie Menschen in prekären 
198 198  Lebenssituationen.
199 -\\7. Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 
297 +180 6.
298 +181
299 +182
300 +183
301 +184
302 +185
303 +186
304 +187
305 +188
306 +189
307 +190
308 +191
309 +192
310 +193
311 +194
312 +195
313 +196
314 +197
315 +198
316 +199
317 +200
318 +201
319 +202
320 +203
321 +204
322 +205
323 +Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 
200 200  öffentlichen Fokus. Bewegungen von BIPoC (Black, Indigenous and People of 
201 201  Color) werden dabei meistens außer Acht gelassen und vernachlässigt – nur 
202 202  selten wird in den Medien über sie berichtet. Jedoch kämpfen BIPoC Aktivist*innen schon seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der 
... ... @@ -213,10 +213,33 @@
213 213  die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und 
214 214  Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von 
215 215  BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 
340 +206 7.
341 +207
342 +208
343 +209
344 +210
345 +211
346 +212
347 +213
348 +214
349 +215
350 +216
351 +217
352 +218
353 +219
354 +220
355 +221
356 +222
357 +223
358 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
359 +Seite 6
216 216  Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies 
217 217  ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 
218 218  Kolonialismus verwurzelt ist.[ix]
219 -\\8.Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
363 +224
364 +225
365 +226
366 +Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
220 220  starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 
221 221  besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU 
222 222  und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und 
... ... @@ -229,7 +229,20 @@
229 229  reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen 
230 230  und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 
231 231  Reduktion der CO2-Emissionen erwirkt werden.[xiii]
232 -\\9.Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
379 +227 8.
380 +228
381 +229
382 +230
383 +231
384 +232
385 +233
386 +234
387 +235
388 +236
389 +237
390 +238
391 +239
392 +Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
233 233  Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 
234 234  Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das 
235 235  kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 
... ... @@ -237,7 +237,15 @@
237 237  importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, 
238 238  Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 
239 239  Lebensstils tragen.[xiv]
240 -\\10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
400 +240 9.
401 +241
402 +242
403 +243
404 +244
405 +245
406 +246
407 +247
408 +10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
241 241  wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 
242 242  diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die 
243 243  aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 
... ... @@ -256,9 +256,33 @@
256 256  Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und 
257 257  Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 
258 258  einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als 
427 +248 1.
428 +249
429 +250
430 +251
431 +252
432 +253
433 +254
434 +255
435 +256
436 +257
437 +258
438 +259
439 +260
440 +261
441 +262
442 +263
443 +264
444 +265
445 +266
446 +267
447 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
448 +Seite 7
259 259  wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 
260 260  umgesetzt werden müssen.
261 -\\11.Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
451 +268
452 +269
453 +Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
262 262  diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 
263 263  Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die 
264 264  notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 
... ... @@ -277,7 +277,26 @@
277 277  Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die 
278 278  internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 
279 279  kanalisiert und steuert.
280 -\\12.Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
472 +270 11.
473 +271
474 +272
475 +273
476 +274
477 +275
478 +276
479 +277
480 +278
481 +279
482 +280
483 +281
484 +282
485 +283
486 +284
487 +285
488 +286
489 +287
490 +288
491 +Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
281 281  Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 
282 282  gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer 
283 283  Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 
... ... @@ -284,7 +284,14 @@
284 284  Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf 
285 285  internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 
286 286  Recht anzupassen.[xvii]
287 -\\13.Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
498 +289 12.
499 +290
500 +291
501 +292
502 +293
503 +294
504 +295
505 +Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
288 288  Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 
289 289  stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. 
290 290  Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 
... ... @@ -298,18 +298,45 @@
298 298  Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig 
299 299  müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 
300 300  Biodiversität überprüft werden.
301 -\\14.Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
519 +296 13.
520 +297
521 +298
522 +299
523 +300
524 +301
525 +302
526 +303
527 +304
528 +305
529 +306
530 +307
531 +308
532 +309
533 +Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
302 302  aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 
303 303  weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv 
304 304  mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 
305 305  Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen 
306 306  Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 
539 +310 14.
540 +311
541 +312
542 +313
543 +314
544 +315
545 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
546 +Seite 8
307 307  klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit 
308 308  weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 
309 309  garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der 
310 310  Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 
311 311  Schlüssel für den Erhalt der Biodiversität.[xxi]
312 -\\15.Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
552 +316
553 +317
554 +318
555 +319
556 +320
557 +Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
313 313  Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als 
314 314  ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer 
315 315  postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 
... ... @@ -334,7 +334,32 @@
334 334  Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 
335 335  NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur 
336 336  Mobilitätswende.
337 -\\16.Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
582 +321 15.
583 +322
584 +323
585 +324
586 +325
587 +326
588 +327
589 +328
590 +329
591 +330
592 +331
593 +332
594 +333
595 +334
596 +335
597 +336
598 +337
599 +338
600 +339
601 +340
602 +341
603 +342
604 +343
605 +344
606 +345
607 +Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
338 338  kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu 
339 339  können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der 
340 340  Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 
... ... @@ -348,23 +348,31 @@
348 348  anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das 
349 349  Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die 
350 350  Grundlage dar.[xxv]
351 -\\17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
621 +346 16.
622 +347
623 +348
624 +349
625 +350
626 +351
627 +352
628 +353
629 +354
630 +355
631 +356
632 +357
633 +358
634 +359
635 +17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
352 352  gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 
353 353  anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere 
354 -heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte
355 -
356 -18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
357 -grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
358 -nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
359 -Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
360 -Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
361 -eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
362 -Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
363 -Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
364 -müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
365 -soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
366 -wie im Negativen.
367 -\\Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
638 +heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 
639 +360 1.
640 +361
641 +362
642 +363
643 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
644 +Seite 9
645 +Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
368 368  des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
369 369  [i]Zum „Capitalocene”:
370 370  Moore, J. W. 2016: Anthropocene or Capitalocene? Nature, history, and the crisis 
... ... @@ -401,6 +401,67 @@
401 401  Ebenen gewährleistet sein, sei es durch Abschaffung des 
402 402  Wahlalters[xxviii] oder durch Schaffung entsprechender Gremien und 
403 403  Posten.
682 +364
683 +365
684 +366
685 +367
686 +368
687 +369
688 +370
689 +371
690 +372
691 +373
692 +374
693 +18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
694 +grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
695 +nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
696 +Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
697 +Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
698 +eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
699 +Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
700 +Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
701 +müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
702 +soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
703 +wie im Negativen.
704 +375 1.
705 +376
706 +377
707 +378
708 +379
709 +380
710 +381
711 +382
712 +383
713 +384
714 +385
715 +386
716 +387
717 +388
718 +389
719 +390
720 +391
721 +392
722 +393
723 +394
724 +395
725 +396
726 +397
727 +398
728 +399
729 +400
730 +401
731 +402
732 +403
733 +404
734 +405
735 +406
736 +407
737 +408
738 +409
739 +410
740 +411
741 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
742 +Seite 10
404 404  [iv] Sachverständigenrat für Umweltfragen 2020: Für eine entschlossene 
405 405  Umweltpolitik in Deutschland und Europa. Kurzfassung. URL, aufgerufen am 
406 406  05.09.2023.
... ... @@ -444,6 +444,51 @@
444 444  Ecosystem Services. E. S. Brondizio, J. Settele, S. Díaz, and H. T. Ngo (eds.). 
445 445  Bonn: IPBES Sekretariat, https:~/~/doi.org/10.5281/zenodo.3831673 . URL, 
446 446  aufgerufen am 05.09.2023.
786 +412
787 +413
788 +414
789 +415
790 +416
791 +417
792 +418
793 +419
794 +420
795 +421
796 +422
797 +423
798 +424
799 +425
800 +426
801 +427
802 +428
803 +429
804 +430
805 +431
806 +432
807 +433
808 +434
809 +435
810 +436
811 +437
812 +438
813 +439
814 +440
815 +441
816 +442
817 +443
818 +444
819 +445
820 +446
821 +447
822 +448
823 +449
824 +450
825 +451
826 +452
827 +453
828 +454
829 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
830 +Seite 11
447 447  [xix] IPCC 2019: Summary for Policymakers. In: Climate Change and Land: an IPCC 
448 448  special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable 
449 449  land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial