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... ... @@ -1,6 +1,15 @@
1 1  Antragstext
2 -Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich  belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen des Globalen Nordens1 in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
3 -Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens schon seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. 
2 +Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die 
3 +gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich 
4 +belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine 
5 +weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. 
6 +Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in 
7 +kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen 
8 +des Globalen Nordens1 in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
9 +Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen 
10 +ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens1 schon 
11 +seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der 
12 +Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. 
4 4  Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- 
5 5  )Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen 
6 6  die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
... ... @@ -60,49 +60,92 @@
60 60  (mehrfach-)diskriminierte Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen 
61 61  und junge Menschen müssen aus Perspektive der Gender-, Generationen- und 
62 62  Klimagerechtigkeit stärker berücksichtigt werden.
63 -\\7.Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und 
72 +66 6.
73 +67
74 +68
75 +69
76 +70
77 +Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und 
64 64  Widerstandskämpfen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color).
65 -\\8.Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den 
79 +71 7.
80 +72
81 +Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den 
66 66  Ländern, die besonders von der Klimakrise betroffen sind, muss Deutschland 
67 67  eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Dies gilt sowohl innerhalb 
68 68  der Europäischen Union als auch bei den Vereinten Nationen.
69 -
70 -9.Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im 
85 +73 8.
86 +74
87 +75
88 +76
89 +Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im 
71 71  Globalen Süden zugunsten des Globalen Nordens.
72 -\\10.Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der 
91 +77 9.
92 +78
93 +Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der 
73 73  Klimakrise zum Schutz der Menschen sowie der natürlichen Lebensgrundlagen.
74 -\\11.Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen 
95 +79 10.
96 +80
97 +Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen 
75 75  Klimafinanzierung auf mindestens 8 Milliarden Euro bis 2025. Das neue 
76 76  Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten 
77 77  von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Deutschland muss sowohl 
78 -Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche
101 +Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche 
102 +81 11.
103 +82
104 +83
105 +84
106 +85
107 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
108 +Seite 3
79 79  Erläuterung und Begründung unserer Forderungen
80 80  Mittel für den vereinbarten Fond für Klimawandelschäden und -verluste 
81 81  bereitstellen.
82 -\\12.Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache 
112 +86
113 +87
114 +Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache 
83 83  und die Gewährleistung von Schutz für flüchtende sowie schutzsuchende 
84 84  Menschen.
85 -\\13.Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 
117 +88 12.
118 +89
119 +90
120 +Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 
86 86  natürliche Kohlenstoffsenken.
87 -\\14.Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
122 +91 13.
123 +92
124 +Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
88 88  schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 
89 89  Landwirt*innen gesichert sein.
90 -\\15.Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
127 +93 14.
128 +94
129 +95
130 +Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
91 91  die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land 
92 92  berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert 
93 93  werden.
94 -\\16.Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
134 +96 15.
135 +97
136 +98
137 +99
138 +Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
95 95  Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 
96 96  notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und 
97 97  außerschulischer Bildungsarbeit.
98 -\\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
142 +100 16.
143 +101
144 +102
145 +103
146 +Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
99 99  marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen 
100 100  auf allen Ebenen.
101 -\\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
149 +104 17.
150 +105
151 +106
152 +Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
102 102  Probleme löst.
103 -
104 -Erläuterung unserer Forderungen
105 -\\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
154 +107 18.
155 +108
156 +109
157 +Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
106 106  Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag 
107 107  Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer 
108 108  Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 
... ... @@ -112,7 +112,17 @@
112 112  Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, 
113 113  dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 
114 114  Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird.
115 -\\2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 
167 +110 1.
168 +111
169 +112
170 +113
171 +114
172 +115
173 +116
174 +117
175 +118
176 +119
177 +Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 
116 116  ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 
117 117  Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine 
118 118  vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 
... ... @@ -119,6 +119,16 @@
119 119  umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche 
120 120  Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau 
121 121  struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit 
184 +120 2.
185 +121
186 +122
187 +123
188 +124
189 +125
190 +126
191 +127
192 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
193 +Seite 4
122 122  Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich 
123 123  adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale 
124 124  Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort 
... ... @@ -126,7 +126,14 @@
126 126  Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen 
127 127  Energiträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 
128 128  aus der Kohleverstromung aussteigen.
129 -\\3. Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 
201 +128
202 +129
203 +130
204 +131
205 +132
206 +133
207 +134
208 +Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 
130 130  gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 
131 131  2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen 
132 132  Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 
... ... @@ -133,7 +133,14 @@
133 133  sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung 
134 134  von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen 
135 135  zu setzen.[viii]
136 -\\4.Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 
215 +135 3.
216 +136
217 +137
218 +138
219 +139
220 +140
221 +141
222 +Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 
137 137  als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend 
138 138  Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind 
139 139  historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen 
... ... @@ -144,7 +144,18 @@
144 144  forcierten Freihandelsabkommen verschärfen und verfestigen diese 
145 145  Ungleichheiten zusätzlich, indem beispielsweise Umweltprobleme in Länder 
146 146  des Globalen Südens ausgelagert werden.
147 -\\5.Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 
233 +142 4.
234 +143
235 +144
236 +145
237 +146
238 +147
239 +148
240 +149
241 +150
242 +151
243 +152
244 +Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 
148 148  verschleppt, versklavt und getötet. Dieses Unterdrückungssystem beruhte 
149 149  auf einer Rassifizierung von Menschen, das heißt auf der Erfindung von 
150 150  hierarchisch geordneten „Menschenrassen“. Dabei ordneten sich weiße
... ... @@ -165,12 +165,41 @@
165 165  dass der Mensch als biologisches Wesen Teil von der Natur ist und von 
166 166  natürlichen Ökosystemen abhängig ist. Durch die Abwertung von Natur hat 
167 167  das koloniale Denken die Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen 
265 +153 5.
266 +154
267 +155
268 +156
269 +157
270 +158
271 +159
272 +160
273 +161
274 +162
275 +163
276 +164
277 +165
278 +166
279 +167
280 +168
281 +169
282 +170
283 +171
284 +172
285 +173
286 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
287 +Seite 5
168 168  zugunsten von Profiten ermöglicht. Die Klimakrise hat ihre Wurzeln in 
169 169  diesem Denken. 
170 -\\Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 
290 +174
291 +175
292 +Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 
171 171  müssen anerkannt und beendet werden, um Klimagerechtigkeit zu 
172 172  schaffen.[ix]
173 -\\6.Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 
295 +176 1.
296 +177
297 +178
298 +179
299 +Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 
174 174  (Diskriminierung von be_hinderten Menschen) oder Ageism (Diskriminierung 
175 175  aufgrund des Alters) stellen soziale Ungleichheits- und Machtverhältnisse 
176 176  dar und wirken intersektional.[x] Sie drängen bestimmte gesellschaftliche 
... ... @@ -196,7 +196,33 @@
196 196  eine verstärkte Sichtbarkeit und Unterstützung von FLINTA*-Personen, 
197 197  (mehrfach-) diskriminierte Menschen sowie Menschen in prekären 
198 198  Lebenssituationen.
199 -\\7. Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 
325 +180 6.
326 +181
327 +182
328 +183
329 +184
330 +185
331 +186
332 +187
333 +188
334 +189
335 +190
336 +191
337 +192
338 +193
339 +194
340 +195
341 +196
342 +197
343 +198
344 +199
345 +200
346 +201
347 +202
348 +203
349 +204
350 +205
351 +Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 
200 200  öffentlichen Fokus. Bewegungen von BIPoC (Black, Indigenous and People of 
201 201  Color) werden dabei meistens außer Acht gelassen und vernachlässigt – nur 
202 202  selten wird in den Medien über sie berichtet. Jedoch kämpfen BIPoC Aktivist*innen schon seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der 
... ... @@ -213,10 +213,33 @@
213 213  die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und 
214 214  Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von 
215 215  BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 
368 +206 7.
369 +207
370 +208
371 +209
372 +210
373 +211
374 +212
375 +213
376 +214
377 +215
378 +216
379 +217
380 +218
381 +219
382 +220
383 +221
384 +222
385 +223
386 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
387 +Seite 6
216 216  Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies 
217 217  ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 
218 218  Kolonialismus verwurzelt ist.[ix]
219 -\\8.Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
391 +224
392 +225
393 +226
394 +Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
220 220  starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 
221 221  besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU 
222 222  und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und 
... ... @@ -229,7 +229,20 @@
229 229  reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen 
230 230  und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 
231 231  Reduktion der CO2-Emissionen erwirkt werden.[xiii]
232 -\\9.Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
407 +227 8.
408 +228
409 +229
410 +230
411 +231
412 +232
413 +233
414 +234
415 +235
416 +236
417 +237
418 +238
419 +239
420 +Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
233 233  Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 
234 234  Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das 
235 235  kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 
... ... @@ -237,7 +237,15 @@
237 237  importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, 
238 238  Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 
239 239  Lebensstils tragen.[xiv]
240 -\\10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
428 +240 9.
429 +241
430 +242
431 +243
432 +244
433 +245
434 +246
435 +247
436 +10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
241 241  wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 
242 242  diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die 
243 243  aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 
... ... @@ -256,9 +256,33 @@
256 256  Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und 
257 257  Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 
258 258  einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als 
455 +248 1.
456 +249
457 +250
458 +251
459 +252
460 +253
461 +254
462 +255
463 +256
464 +257
465 +258
466 +259
467 +260
468 +261
469 +262
470 +263
471 +264
472 +265
473 +266
474 +267
475 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
476 +Seite 7
259 259  wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 
260 260  umgesetzt werden müssen.
261 -\\11.Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
479 +268
480 +269
481 +Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
262 262  diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 
263 263  Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die 
264 264  notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 
... ... @@ -277,7 +277,26 @@
277 277  Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die 
278 278  internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 
279 279  kanalisiert und steuert.
280 -\\12.Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
500 +270 11.
501 +271
502 +272
503 +273
504 +274
505 +275
506 +276
507 +277
508 +278
509 +279
510 +280
511 +281
512 +282
513 +283
514 +284
515 +285
516 +286
517 +287
518 +288
519 +Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
281 281  Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 
282 282  gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer 
283 283  Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 
... ... @@ -284,7 +284,14 @@
284 284  Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf 
285 285  internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 
286 286  Recht anzupassen.[xvii]
287 -\\13.Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
526 +289 12.
527 +290
528 +291
529 +292
530 +293
531 +294
532 +295
533 +Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
288 288  Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 
289 289  stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. 
290 290  Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 
... ... @@ -298,18 +298,45 @@
298 298  Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig 
299 299  müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 
300 300  Biodiversität überprüft werden.
301 -\\14.Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
547 +296 13.
548 +297
549 +298
550 +299
551 +300
552 +301
553 +302
554 +303
555 +304
556 +305
557 +306
558 +307
559 +308
560 +309
561 +Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
302 302  aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 
303 303  weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv 
304 304  mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 
305 305  Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen 
306 306  Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 
567 +310 14.
568 +311
569 +312
570 +313
571 +314
572 +315
573 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
574 +Seite 8
307 307  klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit 
308 308  weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 
309 309  garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der 
310 310  Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 
311 311  Schlüssel für den Erhalt der Biodiversität.[xxi]
312 -\\15.Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
580 +316
581 +317
582 +318
583 +319
584 +320
585 +Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
313 313  Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als 
314 314  ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer 
315 315  postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 
... ... @@ -334,7 +334,32 @@
334 334  Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 
335 335  NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur 
336 336  Mobilitätswende.
337 -\\16.Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
610 +321 15.
611 +322
612 +323
613 +324
614 +325
615 +326
616 +327
617 +328
618 +329
619 +330
620 +331
621 +332
622 +333
623 +334
624 +335
625 +336
626 +337
627 +338
628 +339
629 +340
630 +341
631 +342
632 +343
633 +344
634 +345
635 +Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
338 338  kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu 
339 339  können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der 
340 340  Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 
... ... @@ -348,23 +348,31 @@
348 348  anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das 
349 349  Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die 
350 350  Grundlage dar.[xxv]
351 -\\17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
649 +346 16.
650 +347
651 +348
652 +349
653 +350
654 +351
655 +352
656 +353
657 +354
658 +355
659 +356
660 +357
661 +358
662 +359
663 +17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
352 352  gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 
353 353  anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere 
354 -heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte
355 -
356 -18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
357 -grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
358 -nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
359 -Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
360 -Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
361 -eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
362 -Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
363 -Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
364 -müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
365 -soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
366 -wie im Negativen.
367 -\\Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
666 +heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 
667 +360 1.
668 +361
669 +362
670 +363
671 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
672 +Seite 9
673 +Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
368 368  des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
369 369  [i]Zum „Capitalocene”:
370 370  Moore, J. W. 2016: Anthropocene or Capitalocene? Nature, history, and the crisis 
... ... @@ -401,6 +401,67 @@
401 401  Ebenen gewährleistet sein, sei es durch Abschaffung des 
402 402  Wahlalters[xxviii] oder durch Schaffung entsprechender Gremien und 
403 403  Posten.
710 +364
711 +365
712 +366
713 +367
714 +368
715 +369
716 +370
717 +371
718 +372
719 +373
720 +374
721 +18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
722 +grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
723 +nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
724 +Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
725 +Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
726 +eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
727 +Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
728 +Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
729 +müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
730 +soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
731 +wie im Negativen.
732 +375 1.
733 +376
734 +377
735 +378
736 +379
737 +380
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768 +411
769 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
770 +Seite 10
404 404  [iv] Sachverständigenrat für Umweltfragen 2020: Für eine entschlossene 
405 405  Umweltpolitik in Deutschland und Europa. Kurzfassung. URL, aufgerufen am 
406 406  05.09.2023.
... ... @@ -444,6 +444,51 @@
444 444  Ecosystem Services. E. S. Brondizio, J. Settele, S. Díaz, and H. T. Ngo (eds.). 
445 445  Bonn: IPBES Sekretariat, https:~/~/doi.org/10.5281/zenodo.3831673 . URL, 
446 446  aufgerufen am 05.09.2023.
814 +412
815 +413
816 +414
817 +415
818 +416
819 +417
820 +418
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827 +425
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832 +430
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837 +435
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856 +454
857 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
858 +Seite 11
447 447  [xix] IPCC 2019: Summary for Policymakers. In: Climate Change and Land: an IPCC 
448 448  special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable 
449 449  land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial