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... ... @@ -69,49 +69,92 @@
69 69  (mehrfach-)diskriminierte Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen 
70 70  und junge Menschen müssen aus Perspektive der Gender-, Generationen- und 
71 71  Klimagerechtigkeit stärker berücksichtigt werden.
72 -\\7.Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und 
72 +66 6.
73 +67
74 +68
75 +69
76 +70
77 +Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und 
73 73  Widerstandskämpfen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color).
74 -\\8.Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den 
79 +71 7.
80 +72
81 +Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den 
75 75  Ländern, die besonders von der Klimakrise betroffen sind, muss Deutschland 
76 76  eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Dies gilt sowohl innerhalb 
77 77  der Europäischen Union als auch bei den Vereinten Nationen.
78 -
79 -9.Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im 
85 +73 8.
86 +74
87 +75
88 +76
89 +Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im 
80 80  Globalen Süden zugunsten des Globalen Nordens.
81 -\\10.Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der 
91 +77 9.
92 +78
93 +Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der 
82 82  Klimakrise zum Schutz der Menschen sowie der natürlichen Lebensgrundlagen.
83 -\\11.Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen 
95 +79 10.
96 +80
97 +Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen 
84 84  Klimafinanzierung auf mindestens 8 Milliarden Euro bis 2025. Das neue 
85 85  Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten 
86 86  von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Deutschland muss sowohl 
87 -Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche
101 +Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche 
102 +81 11.
103 +82
104 +83
105 +84
106 +85
107 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
108 +Seite 3
88 88  Erläuterung und Begründung unserer Forderungen
89 89  Mittel für den vereinbarten Fond für Klimawandelschäden und -verluste 
90 90  bereitstellen.
91 -\\12.Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache 
112 +86
113 +87
114 +Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache 
92 92  und die Gewährleistung von Schutz für flüchtende sowie schutzsuchende 
93 93  Menschen.
94 -\\13.Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 
117 +88 12.
118 +89
119 +90
120 +Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 
95 95  natürliche Kohlenstoffsenken.
96 -\\14.Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
122 +91 13.
123 +92
124 +Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
97 97  schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 
98 98  Landwirt*innen gesichert sein.
99 -\\15.Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
127 +93 14.
128 +94
129 +95
130 +Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
100 100  die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land 
101 101  berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert 
102 102  werden.
103 -\\16.Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
134 +96 15.
135 +97
136 +98
137 +99
138 +Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
104 104  Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 
105 105  notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und 
106 106  außerschulischer Bildungsarbeit.
107 -\\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
142 +100 16.
143 +101
144 +102
145 +103
146 +Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
108 108  marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen 
109 109  auf allen Ebenen.
110 -\\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
149 +104 17.
150 +105
151 +106
152 +Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
111 111  Probleme löst.
112 -
113 -Erläuterung unserer Forderungen
114 -\\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
154 +107 18.
155 +108
156 +109
157 +Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
115 115  Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag 
116 116  Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer 
117 117  Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 
... ... @@ -121,7 +121,17 @@
121 121  Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, 
122 122  dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 
123 123  Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird.
124 -\\2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 
167 +110 1.
168 +111
169 +112
170 +113
171 +114
172 +115
173 +116
174 +117
175 +118
176 +119
177 +Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 
125 125  ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 
126 126  Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine 
127 127  vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 
... ... @@ -128,6 +128,16 @@
128 128  umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche 
129 129  Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau 
130 130  struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit 
184 +120 2.
185 +121
186 +122
187 +123
188 +124
189 +125
190 +126
191 +127
192 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
193 +Seite 4
131 131  Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich 
132 132  adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale 
133 133  Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort 
... ... @@ -135,7 +135,14 @@
135 135  Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen 
136 136  Energiträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 
137 137  aus der Kohleverstromung aussteigen.
138 -\\3. Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 
201 +128
202 +129
203 +130
204 +131
205 +132
206 +133
207 +134
208 +Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 
139 139  gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 
140 140  2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen 
141 141  Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 
... ... @@ -142,7 +142,14 @@
142 142  sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung 
143 143  von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen 
144 144  zu setzen.[viii]
145 -\\4.Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 
215 +135 3.
216 +136
217 +137
218 +138
219 +139
220 +140
221 +141
222 +Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 
146 146  als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend 
147 147  Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind 
148 148  historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen 
... ... @@ -153,7 +153,18 @@
153 153  forcierten Freihandelsabkommen verschärfen und verfestigen diese 
154 154  Ungleichheiten zusätzlich, indem beispielsweise Umweltprobleme in Länder 
155 155  des Globalen Südens ausgelagert werden.
156 -\\5.Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 
233 +142 4.
234 +143
235 +144
236 +145
237 +146
238 +147
239 +148
240 +149
241 +150
242 +151
243 +152
244 +Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 
157 157  verschleppt, versklavt und getötet. Dieses Unterdrückungssystem beruhte 
158 158  auf einer Rassifizierung von Menschen, das heißt auf der Erfindung von 
159 159  hierarchisch geordneten „Menschenrassen“. Dabei ordneten sich weiße
... ... @@ -174,12 +174,41 @@
174 174  dass der Mensch als biologisches Wesen Teil von der Natur ist und von 
175 175  natürlichen Ökosystemen abhängig ist. Durch die Abwertung von Natur hat 
176 176  das koloniale Denken die Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen 
265 +153 5.
266 +154
267 +155
268 +156
269 +157
270 +158
271 +159
272 +160
273 +161
274 +162
275 +163
276 +164
277 +165
278 +166
279 +167
280 +168
281 +169
282 +170
283 +171
284 +172
285 +173
286 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
287 +Seite 5
177 177  zugunsten von Profiten ermöglicht. Die Klimakrise hat ihre Wurzeln in 
178 178  diesem Denken. 
179 -\\Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 
290 +174
291 +175
292 +Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 
180 180  müssen anerkannt und beendet werden, um Klimagerechtigkeit zu 
181 181  schaffen.[ix]
182 -\\6.Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 
295 +176 1.
296 +177
297 +178
298 +179
299 +Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 
183 183  (Diskriminierung von be_hinderten Menschen) oder Ageism (Diskriminierung 
184 184  aufgrund des Alters) stellen soziale Ungleichheits- und Machtverhältnisse 
185 185  dar und wirken intersektional.[x] Sie drängen bestimmte gesellschaftliche 
... ... @@ -205,7 +205,33 @@
205 205  eine verstärkte Sichtbarkeit und Unterstützung von FLINTA*-Personen, 
206 206  (mehrfach-) diskriminierte Menschen sowie Menschen in prekären 
207 207  Lebenssituationen.
208 -\\7. Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 
325 +180 6.
326 +181
327 +182
328 +183
329 +184
330 +185
331 +186
332 +187
333 +188
334 +189
335 +190
336 +191
337 +192
338 +193
339 +194
340 +195
341 +196
342 +197
343 +198
344 +199
345 +200
346 +201
347 +202
348 +203
349 +204
350 +205
351 +Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 
209 209  öffentlichen Fokus. Bewegungen von BIPoC (Black, Indigenous and People of 
210 210  Color) werden dabei meistens außer Acht gelassen und vernachlässigt – nur 
211 211  selten wird in den Medien über sie berichtet. Jedoch kämpfen BIPoC Aktivist*innen schon seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der 
... ... @@ -222,10 +222,33 @@
222 222  die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und 
223 223  Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von 
224 224  BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 
368 +206 7.
369 +207
370 +208
371 +209
372 +210
373 +211
374 +212
375 +213
376 +214
377 +215
378 +216
379 +217
380 +218
381 +219
382 +220
383 +221
384 +222
385 +223
386 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
387 +Seite 6
225 225  Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies 
226 226  ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 
227 227  Kolonialismus verwurzelt ist.[ix]
228 -\\8.Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
391 +224
392 +225
393 +226
394 +Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
229 229  starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 
230 230  besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU 
231 231  und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und 
... ... @@ -238,7 +238,20 @@
238 238  reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen 
239 239  und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 
240 240  Reduktion der CO2-Emissionen erwirkt werden.[xiii]
241 -\\9.Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
407 +227 8.
408 +228
409 +229
410 +230
411 +231
412 +232
413 +233
414 +234
415 +235
416 +236
417 +237
418 +238
419 +239
420 +Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
242 242  Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 
243 243  Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das 
244 244  kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 
... ... @@ -246,7 +246,15 @@
246 246  importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, 
247 247  Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 
248 248  Lebensstils tragen.[xiv]
249 -\\10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
428 +240 9.
429 +241
430 +242
431 +243
432 +244
433 +245
434 +246
435 +247
436 +10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
250 250  wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 
251 251  diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die 
252 252  aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 
... ... @@ -265,9 +265,33 @@
265 265  Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und 
266 266  Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 
267 267  einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als 
455 +248 1.
456 +249
457 +250
458 +251
459 +252
460 +253
461 +254
462 +255
463 +256
464 +257
465 +258
466 +259
467 +260
468 +261
469 +262
470 +263
471 +264
472 +265
473 +266
474 +267
475 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
476 +Seite 7
268 268  wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 
269 269  umgesetzt werden müssen.
270 -\\11.Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
479 +268
480 +269
481 +Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
271 271  diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 
272 272  Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die 
273 273  notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 
... ... @@ -286,7 +286,26 @@
286 286  Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die 
287 287  internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 
288 288  kanalisiert und steuert.
289 -\\12.Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
500 +270 11.
501 +271
502 +272
503 +273
504 +274
505 +275
506 +276
507 +277
508 +278
509 +279
510 +280
511 +281
512 +282
513 +283
514 +284
515 +285
516 +286
517 +287
518 +288
519 +Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
290 290  Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 
291 291  gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer 
292 292  Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 
... ... @@ -293,7 +293,14 @@
293 293  Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf 
294 294  internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 
295 295  Recht anzupassen.[xvii]
296 -\\13.Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
526 +289 12.
527 +290
528 +291
529 +292
530 +293
531 +294
532 +295
533 +Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
297 297  Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 
298 298  stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. 
299 299  Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 
... ... @@ -307,18 +307,45 @@
307 307  Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig 
308 308  müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 
309 309  Biodiversität überprüft werden.
310 -\\14.Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
547 +296 13.
548 +297
549 +298
550 +299
551 +300
552 +301
553 +302
554 +303
555 +304
556 +305
557 +306
558 +307
559 +308
560 +309
561 +Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
311 311  aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 
312 312  weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv 
313 313  mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 
314 314  Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen 
315 315  Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 
567 +310 14.
568 +311
569 +312
570 +313
571 +314
572 +315
573 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
574 +Seite 8
316 316  klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit 
317 317  weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 
318 318  garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der 
319 319  Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 
320 320  Schlüssel für den Erhalt der Biodiversität.[xxi]
321 -\\15.Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
580 +316
581 +317
582 +318
583 +319
584 +320
585 +Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
322 322  Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als 
323 323  ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer 
324 324  postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 
... ... @@ -343,7 +343,32 @@
343 343  Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 
344 344  NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur 
345 345  Mobilitätswende.
346 -\\16.Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
610 +321 15.
611 +322
612 +323
613 +324
614 +325
615 +326
616 +327
617 +328
618 +329
619 +330
620 +331
621 +332
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628 +339
629 +340
630 +341
631 +342
632 +343
633 +344
634 +345
635 +Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
347 347  kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu 
348 348  können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der 
349 349  Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 
... ... @@ -357,11 +357,31 @@
357 357  anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das 
358 358  Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die 
359 359  Grundlage dar.[xxv]
360 -\\17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
649 +346 16.
650 +347
651 +348
652 +349
653 +350
654 +351
655 +352
656 +353
657 +354
658 +355
659 +356
660 +357
661 +358
662 +359
663 +17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
361 361  gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 
362 362  anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere 
363 363  heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 
364 -\\Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
667 +360 1.
668 +361
669 +362
670 +363
671 +Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
672 +Seite 9
673 +Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
365 365  des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
366 366  [i]Zum „Capitalocene”:
367 367  Moore, J. W. 2016: Anthropocene or Capitalocene? Nature, history, and the crisis 
... ... @@ -398,7 +398,29 @@
398 398  Ebenen gewährleistet sein, sei es durch Abschaffung des 
399 399  Wahlalters[xxviii] oder durch Schaffung entsprechender Gremien und 
400 400  Posten.
401 -\\\\375 1.
710 +364
711 +365
712 +366
713 +367
714 +368
715 +369
716 +370
717 +371
718 +372
719 +373
720 +374
721 +18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
722 +grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
723 +nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
724 +Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
725 +Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
726 +eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
727 +Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
728 +Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
729 +müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
730 +soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
731 +wie im Negativen.
732 +375 1.
402 402  376
403 403  377
404 404  378