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Summary

Details

Page properties
Title
... ... @@ -1,1 +1,1 @@
1 -Positionspapier Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
1 +[2023] Positionspapier Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
Author
... ... @@ -1,1 +1,1 @@
1 -XWiki.Theresa
1 +XWiki.Valentin
Content
... ... @@ -1,676 +1,125 @@
1 -Antragstext
2 -Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die 
3 -gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich 
4 -belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine 
5 -weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. 
6 -Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in 
7 -kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen 
8 -des Globalen Nordens1 in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
9 -Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen 
10 -ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens1 schon 
11 -seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der 
12 -Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. 
13 -Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- 
14 -)Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen 
15 -die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
16 -1 Die Begriffe "Globaler Norden" und "Globaler Süden“ verweisen nicht auf 
17 -geografische Kategorien. „Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im 
18 -globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und 
19 -ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine 
20 -mit Vorteilen bedachte Position. Die Einteilung verweist auf die 
21 -unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als 
22 -vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete“ (glokal 
23 -2013). 
24 -Quelle: glokal 2013: Mit kolonialen Grüßen. Berichte und Erzählungen von 
25 -Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. URL:
26 -https:~/~/www.glokal.org/wp content/uploads/2013/09/BroschuereMitkolonialenGruessen2013.pdf, 
27 -S. 8, aufgerufen am 23.09.2023.
28 -Um die Folgen der Klimakrise einzudämmen, hat sich die internationale 
29 -Staatengemeinschaft 2015 mit dem Pariser Abkommen darauf verständigt, die 
30 -globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und 
31 -Anstrengungen zu unternehmen, eine maximale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius 
32 -anzustreben. Im März 2023 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) seinen 
33 -sechsten Sachstandsbericht, der die gravierende Handlungslücke zur Einhaltung 
34 -des 1,5 Grad-Ziels deutlich unterstreicht.[iii] Das Fenster, in dem die 
35 -Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, wird sich in wenigen Jahren 
36 -schließen. Die bisher umgesetzten und geplanten Maßnahmen der Staaten reichen 
37 -nicht aus, um die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele einzuhalten. Jedes 
38 -Zehntelgrad Erwärmung hat schwerwiegende Konsequenzen. Unter anderem werden 
39 -Ökosysteme unwiederbringlich zerstört, Biodiversität geht verloren, Konflikte um 
40 -natürliche Ressourcen nehmen zu, Extremwetterereignisse treten vermehrt auf und 
41 -Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage und Heimat. Dies ist ein unhaltbarer 
42 -Zustand.
43 -\\Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
44 -Seite 2
45 -Als NAJU setzen wir uns für junge und marginalisierte Gruppen ein. Deshalb 
46 -fordern wir einen wirksamen und gerechten Klimaschutz. Ziel ist der Erhalt von 
47 -Lebensgrundlagen und einer intakten Natur. Deshalb muss eine sozial-ökologische 
48 -Transformation die globale Erwärmung schnellstmöglich bremsen und die Erfüllung 
49 -der Grundbedürfnisse aller Menschen sicherstellen.
50 -Daher fordern wir:
51 -\\1. Eine ambitionierte und sozialgerechte Klimapolitik der Bundesregierung 
52 -sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, die sich an dem 
53 -1,5 Grad-Ziel und den dafür aus wissenschaftlicher Sicht notwendigen 
54 -Maßnahmen orientiert. Dazu müssen die Treibhausgasemissionen in 
1 +**Antragstext**
2 +
3 +
4 +Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich  belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen des Globalen Nordens^^1 ^^in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
5 +Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens^^1^^ schon seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- )Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
6 +
7 +^^1^^ Die Begriffe "Globaler Norden" und "Globaler Süden“ verweisen nicht auf geografische Kategorien. „Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im 
8 +globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine mit Vorteilen bedachte Position. Die Einteilung verweist auf die unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete“ (glokal 2013). Quelle: glokal 2013: Mit kolonialen Grüßen. Berichte und Erzählungen von 
9 +Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. URL:https:~/~/www.glokal.org/wpcontent/uploads/2013/09/BroschuereMitkolonialenGruessen2013.pdf, S. 8, aufgerufen am 23.09.2023.
10 +
11 +Um die Folgen der Klimakrise einzudämmen, hat sich die internationale Staatengemeinschaft 2015 mit dem Pariser Abkommen darauf verständigt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, eine maximale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius anzustreben. Im März 2023 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) seinen sechsten Sachstandsbericht, der die gravierende Handlungslücke zur Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels deutlich unterstreicht.[iii] Das Fenster, in dem die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, wird sich in wenigen Jahren schließen. Die bisher umgesetzten und geplanten Maßnahmen der Staaten reichen nicht aus, um die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele einzuhalten. Jedes Zehntelgrad Erwärmung hat schwerwiegende Konsequenzen. Unter anderem werden  Ökosysteme unwiederbringlich zerstört, Biodiversität geht verloren, Konflikte um natürliche Ressourcen nehmen zu, Extremwetterereignisse treten vermehrt auf und Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage und Heimat. Dies ist ein unhaltbarer Zustand.
12 +\\Als NAJU setzen wir uns für junge und marginalisierte Gruppen ein. Deshalb fordern wir einen wirksamen und gerechten Klimaschutz. Ziel ist der Erhalt von Lebensgrundlagen und einer intakten Natur. Deshalb muss eine sozial-ökologische Transformation die globale Erwärmung schnellstmöglich bremsen und die Erfüllung der Grundbedürfnisse aller Menschen sicherstellen.
13 +
14 +**Daher fordern wir:**
15 +\\1. Eine ambitionierte und sozialgerechte Klimapolitik der Bundesregierung sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, die sich an dem  1,5 Grad-Ziel und den dafür aus wissenschaftlicher Sicht notwendigen Maßnahmen orientiert. Dazu müssen die Treibhausgasemissionen in 
55 55  Deutschland auf Nettonull bis 2035 gesenkt werden.
56 -\\2. Eine sozial- und naturverträgliche Energiewende mit einem vollständigen 
57 -Kohleausstieg in Deutschland bis 2030.
58 -\\3. Eine Reduktion der Treibhausgasemissionen auf europäischer Ebene um 
59 -mindestens 65 Prozent bis 2030 (im Vergleich zu 1990) sowie das Erreichen 
60 -der Klimaneutralität auf EU-Ebene bis 2040.
61 -\\4. Die politische und gesellschaftliche Anerkennung, dass der Globale Norden 
62 -als Hauptverursacher der Klimakrise die größte Verantwortung trägt, 
17 +\\2. Eine sozial- und naturverträgliche Energiewende mit einem vollständigen Kohleausstieg in Deutschland bis 2030.
18 +\\3. Eine Reduktion der Treibhausgasemissionen auf europäischer Ebene um mindestens 65 Prozent bis 2030 (im Vergleich zu 1990) sowie das Erreichen der Klimaneutralität auf EU-Ebene bis 2040.
19 +\\4. Die politische und gesellschaftliche Anerkennung, dass der Globale Norden als Hauptverursacher der Klimakrise die größte Verantwortung trägt, 
63 63  während der Globale Süden am stärksten von den Folgen betroffen ist.
64 -\\5.Die politische und gesellschaftliche Anerkennung des Zusammenhangs 
65 -zwischen Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus. Anhaltende koloniale 
21 +\\5. Die politische und gesellschaftliche Anerkennung des Zusammenhangs zwischen Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus. Anhaltende koloniale 
66 66  Machtstrukturen müssen konsequent abgebaut werden.
67 -\\6.Klimaschutz muss sozial gerecht gestaltet werden. Insbesondere FLINTA*- 
68 -Personen (Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinär, Trans, Agender), BIPoC, 
69 -(mehrfach-)diskriminierte Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen 
70 -und junge Menschen müssen aus Perspektive der Gender-, Generationen- und 
71 -Klimagerechtigkeit stärker berücksichtigt werden.
72 -66 6.
73 -67
74 -68
75 -69
76 -70
77 -Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und 
78 -Widerstandskämpfen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color).
79 -71 7.
80 -72
81 -Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den 
82 -Ländern, die besonders von der Klimakrise betroffen sind, muss Deutschland 
83 -eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Dies gilt sowohl innerhalb 
84 -der Europäischen Union als auch bei den Vereinten Nationen.
85 -73 8.
86 -74
87 -75
88 -76
89 -Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im 
90 -Globalen Süden zugunsten des Globalen Nordens.
91 -77 9.
92 -78
93 -Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der 
94 -Klimakrise zum Schutz der Menschen sowie der natürlichen Lebensgrundlagen.
95 -79 10.
96 -80
97 -Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen 
98 -Klimafinanzierung auf mindestens 8 Milliarden Euro bis 2025. Das neue 
99 -Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten 
100 -von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Deutschland muss sowohl 
101 -Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche 
102 -81 11.
103 -82
104 -83
105 -84
106 -85
107 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
108 -Seite 3
109 -Erläuterung und Begründung unserer Forderungen
110 -Mittel für den vereinbarten Fond für Klimawandelschäden und -verluste 
111 -bereitstellen.
112 -86
113 -87
114 -Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache 
115 -und die Gewährleistung von Schutz für flüchtende sowie schutzsuchende 
116 -Menschen.
117 -88 12.
118 -89
119 -90
120 -Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 
121 -natürliche Kohlenstoffsenken.
122 -91 13.
123 -92
124 -Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
125 -schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 
23 +\\6. Klimaschutz muss sozial gerecht gestaltet werden. Insbesondere FLINTA*- Personen (Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinär, Trans, Agender), BIPoC, 
24 +(mehrfach-)diskriminierte Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen und junge Menschen müssen aus Perspektive der Gender-, Generationen- und Klimagerechtigkeit stärker berücksichtigt werden.
25 +\\7.Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und Widerstandskämpfen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color).
26 +\\8. Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den Ländern, die besonders von der Klimakrise betroffen sind, muss Deutschland eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Dies gilt sowohl innerhalb der Europäischen Union als auch bei den Vereinten Nationen.
27 +
28 +9. Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im Globalen Süden zugunsten des Globalen Nordens.
29 +\\10. Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der Klimakrise zum Schutz der Menschen sowie der natürlichen Lebensgrundlagen.
30 +\\11.Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen Klimafinanzierung auf mindestens 8 Milliarden Euro bis 2025. Das neue 
31 +Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Deutschland muss sowohl Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche Erläuterung und Begründung unserer Forderungen Mittel für den vereinbarten Fond für Klimawandelschäden und -verluste bereitstellen.
32 +\\12.Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache und die Gewährleistung von Schutz für flüchtende sowie schutzsuchende Menschen.
33 +\\13.Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als natürliche Kohlenstoffsenken.
34 +\\14.Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 
126 126  Landwirt*innen gesichert sein.
127 -93 14.
128 -94
129 -95
130 -Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
131 -die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land 
132 -berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert 
133 -werden.
134 -96 15.
135 -97
136 -98
137 -99
138 -Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
139 -Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 
140 -notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und 
141 -außerschulischer Bildungsarbeit.
142 -100 16.
143 -101
144 -102
145 -103
146 -Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
147 -marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen 
148 -auf allen Ebenen.
149 -104 17.
150 -105
151 -106
152 -Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
153 -Probleme löst.
154 -107 18.
155 -108
156 -109
157 -Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
158 -Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag 
159 -Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer 
160 -Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 
161 -klimaneutral sein.[iv] Von Fridays for Future Deutschland beauftragt, hat 
162 -das Wuppertal Institut in einer Studie ermittelt, wie Klimaneutralität 
163 -bereits 2035 machbar wäre.[v] Dafür notwendig sind ambitionierte 
164 -Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, 
165 -dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 
166 -Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird.
167 -110 1.
168 -111
169 -112
170 -113
171 -114
172 -115
173 -116
174 -117
175 -118
176 -119
177 -Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 
178 -ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 
179 -Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine 
180 -vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 
181 -umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche 
182 -Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau 
183 -struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit 
184 -120 2.
185 -121
186 -122
187 -123
188 -124
189 -125
190 -126
191 -127
192 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
193 -Seite 4
194 -Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich 
195 -adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale 
196 -Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort 
197 -ist fundamental für die Akzeptanz der notwendigen Energiewende. 
198 -Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen 
199 -Energiträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 
200 -aus der Kohleverstromung aussteigen.
201 -128
202 -129
203 -130
204 -131
205 -132
206 -133
207 -134
208 -Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 
209 -gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 
210 -2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen 
211 -Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 
212 -sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung 
213 -von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen 
214 -zu setzen.[viii]
215 -135 3.
216 -136
217 -137
218 -138
219 -139
220 -140
221 -141
222 -Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 
223 -als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend 
224 -Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind 
225 -historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen 
226 -verantwortlich und profitieren wirtschaftlich am meisten.[ii] Die Folgen 
227 -der Klimakrise spüren jedoch nicht alle Länder gleichermaßen. Länder und 
228 -Menschen des Globalen Südens sind am stärksten von der Klimakrise 
229 -betroffen. Die von Ländern des Globalen Nordens (insbesondere der EU) 
230 -forcierten Freihandelsabkommen verschärfen und verfestigen diese 
231 -Ungleichheiten zusätzlich, indem beispielsweise Umweltprobleme in Länder 
232 -des Globalen Südens ausgelagert werden.
233 -142 4.
234 -143
235 -144
236 -145
237 -146
238 -147
239 -148
240 -149
241 -150
242 -151
243 -152
244 -Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 
245 -verschleppt, versklavt und getötet. Dieses Unterdrückungssystem beruhte 
246 -auf einer Rassifizierung von Menschen, das heißt auf der Erfindung von 
247 -hierarchisch geordneten „Menschenrassen“. Dabei ordneten sich weiße
248 -Menschen selbst positive Eigenschaften zu, den kolonialisierten, 
249 -versklavten Menschen ordneten sie hingegen gegensätzliche negative 
250 -Eigenschaften zu. Neben der Einteilung in Schwarze und weiße Menschen 
251 -wurde die Welt in weitere hierarchisch geordnete, binäre Gegensatzpaare 
252 -geteilt, unter anderem in die Kategorien Mann und Frau, heterosexuell und 
253 -homosexuell, nicht be_hindert und be_hindert usw. Durch diese koloniale 
254 -Einteilung der Welt schufen sich die Europäer*innen eine Rechtfertigung, 
255 -um die kolonisierten Menschen auszubeuten, zu unterdrücken und 
256 -abzuwerten.[ix]
257 -Die Bildung von Gegensatzpaaren machte auch vor der Natur keinen Halt:
258 -weiße Menschen schrieben kolonisierten Menschen zu, primitiv und naturnah 
259 -zu sein. Zugleich waren sie der Ansicht, dass sie selbst durch ihr 
260 -rationales Denken von der Natur entkoppelt seien. Die Natur wird in diesem 
261 -Denken zu etwas Gestaltbaren und Beherrschbaren. Zugleich wird verleugnet, 
262 -dass der Mensch als biologisches Wesen Teil von der Natur ist und von 
263 -natürlichen Ökosystemen abhängig ist. Durch die Abwertung von Natur hat 
264 -das koloniale Denken die Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen 
265 -153 5.
266 -154
267 -155
268 -156
269 -157
270 -158
271 -159
272 -160
273 -161
274 -162
275 -163
276 -164
277 -165
278 -166
279 -167
280 -168
281 -169
282 -170
283 -171
284 -172
285 -173
286 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
287 -Seite 5
288 -zugunsten von Profiten ermöglicht. Die Klimakrise hat ihre Wurzeln in 
289 -diesem Denken. 
290 -174
291 -175
292 -Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 
293 -müssen anerkannt und beendet werden, um Klimagerechtigkeit zu 
36 +\\15.Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert werden.
37 +\\16.Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 
38 +notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit.
39 +\\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen auf allen Ebenen.
40 +\\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle Probleme löst.
41 +
42 +**Erläuterung unserer Forderungen:**
43 +\\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 klimaneutral sein.[iv] Von Fridays for Future Deutschland beauftragt, hat das Wuppertal Institut in einer Studie ermittelt, wie Klimaneutralität bereits 2035 machbar wäre.[v] Dafür notwendig sind ambitionierte Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird.
44 +\\2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 
45 +Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 
46 +umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort ist fundamental für die Akzeptanz der notwendigen Energiewende. Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen Energieträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen.
47 +\\3. Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 
48 +2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 
49 +sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen zu setzen.[viii]
50 +\\4. Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich und profitieren wirtschaftlich am meisten.[ii] Die Folgen der Klimakrise spüren jedoch nicht alle Länder gleichermaßen. Länder und Menschen des Globalen Südens sind am stärksten von der Klimakrise betroffen. Die von Ländern des Globalen Nordens (insbesondere der EU) forcierten Freihandelsabkommen verschärfen und verfestigen diese Ungleichheiten zusätzlich, indem beispielsweise Umweltprobleme in Länder des Globalen Südens ausgelagert werden.
51 +\\5. Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise verschleppt, versklavt und getötet. Dieses Unterdrückungssystem beruhte auf einer Rassifizierung von Menschen, das heißt auf der Erfindung von hierarchisch geordneten „Menschenrassen“. Dabei ordneten sich weiße Menschen selbst positive Eigenschaften zu, den kolonialisierten, versklavten Menschen ordneten sie hingegen gegensätzliche negative Eigenschaften zu. Neben der Einteilung in Schwarze und weiße Menschen wurde die Welt in weitere hierarchisch geordnete, binäre Gegensatzpaare geteilt, unter anderem in die Kategorien Mann und Frau, heterosexuell und homosexuell, nicht be_hindert und be_hindert usw. Durch diese koloniale Einteilung der Welt schufen sich die Europäer*innen eine Rechtfertigung, um die kolonisierten Menschen auszubeuten, zu unterdrücken und abzuwerten.[ix] Die Bildung von Gegensatzpaaren machte auch vor der Natur keinen Halt: weiße Menschen schrieben kolonisierten Menschen zu, primitiv und naturnah zu sein. Zugleich waren sie der Ansicht, dass sie selbst durch ihr rationales Denken von der Natur entkoppelt seien. Die Natur wird in diesem Denken zu etwas Gestaltbaren und Beherrschbaren. Zugleich wird verleugnet, dass der Mensch als biologisches Wesen Teil von der Natur ist und von natürlichen Ökosystemen abhängig ist. Durch die Abwertung von Natur hat das koloniale Denken die Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen zugunsten von Profiten ermöglicht. Die Klimakrise hat ihre Wurzeln in diesem Denken. 
52 +Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus müssen anerkannt und beendet werden, um Klimagerechtigkeit zu 
294 294  schaffen.[ix]
295 -176 1.
296 -177
297 -178
298 -179
299 -Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 
300 -(Diskriminierung von be_hinderten Menschen) oder Ageism (Diskriminierung 
301 -aufgrund des Alters) stellen soziale Ungleichheits- und Machtverhältnisse 
302 -dar und wirken intersektional.[x] Sie drängen bestimmte gesellschaftliche 
303 -Gruppen an die gesellschaftlichen Ränder. Von (Mehrfach-)Diskriminierung 
304 -betroffene Gruppen haben daher in der Regel weniger ökonomische Ressourcen 
305 -und gesellschaftliche Einflussmöglichkeiten. Sie können sich selbst nicht 
306 -im gleichen Maße vor Klimafolgen absichern und werden in staatlichen 
307 -Maßnahmen nicht unbedingt gleichermaßen berücksichtigt. So bekommen 
308 -marginalisierte Gruppen die Folgen der globalen Erwärmung am stärksten zu 
309 -spüren. Sie sind von der Klimakrise besonders betroffen, obwohl sie wenig 
310 -zur Erderwärmung beigetragen haben.[xi]
311 -Gendergerechtigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für 
312 -Klimagerechtigkeit, da FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, Inter, 
313 -Nichtbinär, Trans, Agender) vor allem Personen aus dem Globalen Süden, 
314 -sehr stark von der Klimakrise betroffen sind.[xii] Insbesondere in den 
315 -Bereichen der Organisation der Erwerbs- und Sorgearbeit, des Zugangs zu 
316 -Ressourcen, Gesundheitsvorsorge und politischer Beteiligung sind diese 
317 -stark benachteiligt. Sie haben meist einen geringeren sozialen Status, 
318 -sowie weniger politische und wirtschaftliche Macht als Männer. Dies geht 
319 -insbesondere auf die historisch bedingte androzentrische 
320 -(männerzentrierte) Sichtweise in Institutionen und Politik zurück. 
321 -Deswegen fordern wir das Aufbrechen der patriarchalen Strukturen sowie 
322 -eine verstärkte Sichtbarkeit und Unterstützung von FLINTA*-Personen, 
323 -(mehrfach-) diskriminierte Menschen sowie Menschen in prekären 
324 -Lebenssituationen.
325 -180 6.
326 -181
327 -182
328 -183
329 -184
330 -185
331 -186
332 -187
333 -188
334 -189
335 -190
336 -191
337 -192
338 -193
339 -194
340 -195
341 -196
342 -197
343 -198
344 -199
345 -200
346 -201
347 -202
348 -203
349 -204
350 -205
351 -Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 
352 -öffentlichen Fokus. Bewegungen von BIPoC (Black, Indigenous and People of 
353 -Color) werden dabei meistens außer Acht gelassen und vernachlässigt – nur 
354 -selten wird in den Medien über sie berichtet. Jedoch kämpfen BIPoC Aktivist*innen schon seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der 
355 -Klimakrise sowie gegen strukturelle Unterdrückungsmuster. Die Arbeit und 
356 -das Engagement von insbesondere jungen BIPoC-Aktivist*innen müssen 
357 -sichtbar gemacht und anerkannt werden, da gerade sie besonders stark von 
358 -den Folgen der Klimakrise betroffen sind. (Einige Kurzvorstellungen von 
359 -BIPoC-Klimaaktivist*innen können in der kostenlosen Broschüre 
360 -„Kolonialismus und Klimakrise. Über 500 Jahre Widerstand“ nachgelesen 
361 -werden.[ix]) Auch Widerstandsbewegungen von BIPoC bekommen wenig 
362 -Aufmerksamkeit, obwohl sie sich schon früh bildeten. Widerstandsbewegungen 
363 -von BIPoC-Aktivist*innen fordern, Umweltprobleme nicht isoliert zu 
364 -betrachten. Stattdessen sollten sie als soziale Probleme behandelt werden, 
365 -die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und 
366 -Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von 
367 -BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 
368 -206 7.
369 -207
370 -208
371 -209
372 -210
373 -211
374 -212
375 -213
376 -214
377 -215
378 -216
379 -217
380 -218
381 -219
382 -220
383 -221
384 -222
385 -223
386 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
387 -Seite 6
388 -Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies 
389 -ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 
54 +\\6. Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus (Diskriminierung von be_hinderten Menschen) oder Ageism (Diskriminierung 
55 +aufgrund des Alters) stellen soziale Ungleichheits- und Machtverhältnisse dar und wirken intersektional.[x] Sie drängen bestimmte gesellschaftliche 
56 +Gruppen an die gesellschaftlichen Ränder. Von (Mehrfach-)Diskriminierung betroffene Gruppen haben daher in der Regel weniger ökonomische Ressourcen und gesellschaftliche Einflussmöglichkeiten. Sie können sich selbst nicht im gleichen Maße vor Klimafolgen absichern und werden in staatlichen Maßnahmen nicht unbedingt gleichermaßen berücksichtigt. So bekommen marginalisierte Gruppen die Folgen der globalen Erwärmung am stärksten zu spüren. Sie sind von der Klimakrise besonders betroffen, obwohl sie wenig zur Erderwärmung beigetragen haben.[xi] Gendergerechtigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für Klimagerechtigkeit, da FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinär, Trans, Agender) vor allem Personen aus dem Globalen Süden, sehr stark von der Klimakrise betroffen sind.[xii] Insbesondere in den Bereichen der Organisation der Erwerbs- und Sorgearbeit, des Zugangs zu Ressourcen, Gesundheitsvorsorge und politischer Beteiligung sind diese stark benachteiligt. Sie haben meist einen geringeren sozialen Status, sowie weniger politische und wirtschaftliche Macht als Männer. Dies geht insbesondere auf die historisch bedingte androzentrische (männerzentrierte) Sichtweise in Institutionen und Politik zurück. Deswegen fordern wir das Aufbrechen der patriarchalen Strukturen sowie eine verstärkte Sichtbarkeit und Unterstützung von FLINTA*-Personen, (mehrfach-) diskriminierte Menschen sowie Menschen in prekären Lebenssituationen.
57 +\\7. Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im öffentlichen Fokus. Bewegungen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color) werden dabei meistens außer Acht gelassen und vernachlässigt – nur selten wird in den Medien über sie berichtet. Jedoch kämpfen BIPoC Aktivist*innen schon seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der Klimakrise sowie gegen strukturelle Unterdrückungsmuster. Die Arbeit und 
58 +das Engagement von insbesondere jungen BIPoC-Aktivist*innen müssen sichtbar gemacht und anerkannt werden, da gerade sie besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen sind. (Einige Kurzvorstellungen von BIPoC-Klimaaktivist*innen können in der kostenlosen Broschüre „Kolonialismus und Klimakrise. Über 500 Jahre Widerstand“ nachgelesen werden.[ix]) Auch Widerstandsbewegungen von BIPoC bekommen wenig  Aufmerksamkeit, obwohl sie sich schon früh bildeten. Widerstandsbewegungen von BIPoC-Aktivist*innen fordern, Umweltprobleme nicht isoliert zu 
59 +betrachten. Stattdessen sollten sie als soziale Probleme behandelt werden, die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und  Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 
60 +Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 
390 390  Kolonialismus verwurzelt ist.[ix]
391 -224
392 -225
393 -226
394 -Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
395 -starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 
396 -besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU 
397 -und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und 
398 -konsequente Klimaschutzmaßnahmen eintreten. Insbesondere bei der 
399 -Ausgestaltung von internationalen Handelsmechanismen mit CO2-Emissionen 
400 -fordern wir die Bundesregierung auf, für eine robuste, faire und sichere 
401 -Ausgestaltung einzutreten, damit es, anders als unter dem Kyoto-Protokoll, 
402 -nicht zu massivem Missbrauch kommt. Dies bedeutet, dass die 
403 -Anrechenbarkeit von Zertifikaten aus dem Kyoto-Mechanismus stark 
404 -reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen 
405 -und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 
62 +\\8. Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 
63 +besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und  konsequente Klimaschutzmaßnahmen eintreten. Insbesondere bei der Ausgestaltung von internationalen Handelsmechanismen mit CO2-Emissionen 
64 +fordern wir die Bundesregierung auf, für eine robuste, faire und sichere Ausgestaltung einzutreten, damit es, anders als unter dem Kyoto-Protokoll, 
65 +nicht zu massivem Missbrauch kommt. Dies bedeutet, dass die Anrechenbarkeit von Zertifikaten aus dem Kyoto-Mechanismus stark reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 
406 406  Reduktion der CO2-Emissionen erwirkt werden.[xiii]
407 -227 8.
408 -228
409 -229
410 -230
411 -231
412 -232
413 -233
414 -234
415 -235
416 -236
417 -237
418 -238
419 -239
420 -Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
421 -Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 
422 -Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das 
423 -kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 
424 -Unter anderem werden zugunsten des Globalen Nordens Rohstoffe sehr günstig 
425 -importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, 
426 -Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 
67 +\\9. Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 
68 +Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 
69 +Unter anderem werden zugunsten des Globalen Nordens Rohstoffe sehr günstig importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 
427 427  Lebensstils tragen.[xiv]
428 -240 9.
429 -241
430 -242
431 -243
432 -244
433 -245
434 -246
435 -247
436 -10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
437 -wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 
438 -diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die 
439 -aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 
440 -Entwässerungsanlagen oder Warnsystemen kann nicht schnell genug 
441 -erfolgen. Grundsätzlich müssen Städte- und Häuserbau ebenso neu 
442 -gedacht werden, wie viele andere Wirtschaftsbereiche auch.[xv] Eine 
443 -besondere Bedeutung bei der Stadtentwicklung kommt dabei der 
444 -Entsieglung von Flächen und dem Schaffen von Blau-Grüner Infrastruktur insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen zu. Gerade 
445 -in sozioökonomisch schwächeren Stadtteilen gibt es häufig einen 
446 -hohen Anteil versiegelter Flächen, die sich im Sommer besonders 
447 -stark aufheizen und so zu einem schlechteren Mikroklima führen. 
448 -Aktiver Naturschutz sowie die Renaturierung und der Erhalt von 
449 -Ökosystemen wie (Au-)Wäldern oder Mooren tragen aktiv zur Prävention 
450 -bei. Dieser Umbau bietet durchaus Chancen: Es entstehen neue 
451 -Möglichkeiten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen 
452 -Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und 
453 -Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 
454 -einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als 
455 -248 1.
456 -249
457 -250
458 -251
459 -252
460 -253
461 -254
462 -255
463 -256
464 -257
465 -258
466 -259
467 -260
468 -261
469 -262
470 -263
471 -264
472 -265
473 -266
474 -267
475 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
476 -Seite 7
477 -wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 
71 +\\10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 
72 +diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 
73 +Entwässerungsanlagen oder Warnsystemen kann nicht schnell genug erfolgen. Grundsätzlich müssen Städte- und Häuserbau ebenso neu 
74 +gedacht werden, wie viele andere Wirtschaftsbereiche auch.[xv] Eine besondere Bedeutung bei der Stadtentwicklung kommt dabei der 
75 +Entsieglung von Flächen und dem Schaffen von Blau-Grüner Infrastruktur insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen zu. Gerade in sozioökonomisch schwächeren Stadtteilen gibt es häufig einen hohen Anteil versiegelter Flächen, die sich im Sommer besonders stark aufheizen und so zu einem schlechteren Mikroklima führen. Aktiver Naturschutz sowie die Renaturierung und der Erhalt von Ökosystemen wie (Au-)Wäldern oder Mooren tragen aktiv zur Prävention bei. Dieser Umbau bietet durchaus Chancen: Es entstehen neue Möglichkeiten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen 
76 +Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 
77 +einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 
478 478  umgesetzt werden müssen.
479 -268
480 -269
481 -Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
482 -diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 
483 -Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die 
484 -notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 
485 -schützen. Deutschland muss als reiche Industrienation seine Verantwortung 
486 -anerkennen und einen relevanten Beitrag zur Klimafinanzierung leisten. 
487 -Dies muss in den Bereichen Emissionsminderung, Anpassung sowie 
488 -Klimawandelschäden und -verluste erfolgen. Bislang hält die Gruppe 
489 -wohlhabender Länder ihr Versprechen nicht, von 2020 bis 2025 jährlich 100 
490 -Milliarden US-Dollar Klimafinanzierung für Länder des Globalen Südens 
491 -bereitzustellen. Die Bundesregierung muss sich für die Erfüllung des Ziels 
492 -stark machen und den eigenen Anteil von mindestens 8 Milliarden US-Dollar 
493 -pro Jahr bis 2025 absichern. Das neue Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss 
494 -sich an den Bedarfen der am stärksten von der Klimakrise betroffenen 
495 -Länder ausrichten. Ein deutscher Anteil von 10 Prozent an der Gesamtsumme 
496 -muss sichergestellt werden.[xvi] Darüber hinaus muss sich die 
497 -Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die 
498 -internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 
79 +\\11. Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 
80 +Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 
81 +schützen. Deutschland muss als reiche Industrienation seine Verantwortung anerkennen und einen relevanten Beitrag zur Klimafinanzierung leisten. 
82 +Dies muss in den Bereichen Emissionsminderung, Anpassung sowie Klimawandelschäden und -verluste erfolgen. Bislang hält die Gruppe 
83 +wohlhabender Länder ihr Versprechen nicht, von 2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden US-Dollar Klimafinanzierung für Länder des Globalen Südens 
84 +bereitzustellen. Die Bundesregierung muss sich für die Erfüllung des Ziels stark machen und den eigenen Anteil von mindestens 8 Milliarden US-Dollar pro Jahr bis 2025 absichern. Das neue Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Ein deutscher Anteil von 10 Prozent an der Gesamtsumme muss sichergestellt werden.[xvi] Darüber hinaus muss sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 
499 499  kanalisiert und steuert.
500 -270 11.
501 -271
502 -272
503 -273
504 -274
505 -275
506 -276
507 -277
508 -278
509 -279
510 -280
511 -281
512 -282
513 -283
514 -284
515 -285
516 -286
517 -287
518 -288
519 -Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
520 -Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 
521 -gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer 
522 -Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 
523 -Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf 
524 -internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 
86 +\\12.Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 
87 +gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 
88 +Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 
525 525  Recht anzupassen.[xvii]
526 -289 12.
527 -290
528 -291
529 -292
530 -293
531 -294
532 -295
533 -Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
534 -Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 
535 -stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. 
536 -Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 
537 -mehr Raum bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen einnehmen als 
538 -bisher. Ohne konsequente Naturschutz- und Renaturierungsmaßnahmen können 
539 -die Emissionsminderungsziele nicht erreicht werden. Dies bestätigen die 
540 -Berichte des Weltbiodiversitätsrat (IPBES)[xviii] und des Weltklimarats 
541 -(IPCC)[xix]. Zudem sind intakte Ökosysteme notwendig, um die Resilienz 
542 -gegenüber dem sich ändernden Klima zu erhöhen. Natürliche Lösungen 
543 -(sogenannte NBS, Nature-based Solutions) müssen in der Debatte um 
544 -Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig 
545 -müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 
90 +\\13.Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 
91 +stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 
92 +mehr Raum bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen einnehmen als bisher. Ohne konsequente Naturschutz- und Renaturierungsmaßnahmen können die Emissionsminderungsziele nicht erreicht werden. Dies bestätigen die 
93 +Berichte des Weltbiodiversitätsrat (IPBES)[xviii] und des Weltklimarats (IPCC)[xix]. Zudem sind intakte Ökosysteme notwendig, um die Resilienz 
94 +gegenüber dem sich ändernden Klima zu erhöhen. Natürliche Lösungen (sogenannte NBS, Nature-based Solutions) müssen in der Debatte um 
95 +Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 
546 546  Biodiversität überprüft werden.
547 -296 13.
548 -297
549 -298
550 -299
551 -300
552 -301
553 -302
554 -303
555 -304
556 -305
557 -306
558 -307
559 -308
560 -309
561 -Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
562 -aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 
563 -weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv 
564 -mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 
565 -Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen 
566 -Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 
567 -310 14.
568 -311
569 -312
570 -313
571 -314
572 -315
573 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
574 -Seite 8
575 -klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit 
576 -weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 
577 -garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der 
578 -Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 
97 +\\14.Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 
98 +weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 
99 +Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 
100 +klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 
101 +garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 
579 579  Schlüssel für den Erhalt der Biodiversität.[xxi]
580 -316
581 -317
582 -318
583 -319
584 -320
585 -Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
586 -Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als 
587 -ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer 
588 -postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 
589 -Klimaschutzes, sondern auch aus gesundheitlichen und sozialen Gründen 
590 -überfällig. Der Straßenverkehr macht in Deutschland fast 95 Prozent der 
591 -Emissionen in diesem Sektor aus,[iv] sodass hier der entscheidende Hebel 
592 -besteht. Ab 2030 sollen keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr 
593 -zugelassen werden. Allerdings kann die Lösung nicht sein, alle Fahrzeuge 
594 -durch solche mit Elektro-Antrieb zu ersetzen. Einhergehend mit einer 
595 -Preisreduzierung und dem Ausbau des ÖPNV sowie der Rad- und 
596 -Fußverkehrsinfrastruktur, muss der individuelle Automobilverkehr deutlich 
597 -reduziert werden. Um längere Distanzen zu überwinden, muss die Bahn in der 
598 -Taktung, der Preisgestaltung sowie dem Service angepasst werden. 
599 -Kurzstreckenflüge bis 1.000 Kilometer müssen zeitnah ersetzt werden. Damit 
600 -auch alle Menschen den ÖPNV tatsächlich nutzen können, muss dieser mitsamt 
601 -seiner Infrastruktur flächendeckend barrierefrei gestaltet werden und 
602 -strukturelle Benachteiligungen wie die schlechtere Anbindung von 
603 -sozioökonomisch vermeintlich schwächeren Stadtteilen und Regionen abgebaut 
604 -werden. Der ÖPNV und die entsprechende Infrastruktur wie Bahnhöfe müssen 
605 -auch sichere Orte insbesondere für von (Mehrfach-)Diskriminierung 
606 -betroffenen Menschen werden, um eine alternative zum Motorisierten 
607 -Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 
608 -NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur 
609 -Mobilitätswende.
610 -321 15.
611 -322
612 -323
613 -324
614 -325
615 -326
616 -327
617 -328
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635 -Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
636 -kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu 
637 -können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der 
638 -Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 
639 -Bereich ist von größter Bedeutung bei der Gestaltung der Gesellschaft in 
640 -Zeiten der Klimakrise. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen müssen 
641 -zentrale Inhalte in Bildungsplänen und Rahmenlehrplänen sein. Von 
642 -besonderer Bedeutung ist dabei nicht nur der bloße Umgang mit Kennzahlen 
643 -und Fakten, sondern auch ein lösungs- und handlungsorientierter Ansatz. 
644 -Nur mit der Kompetenz, sich Herausforderungen zu stellen, diese zu 
645 -moderieren und unter Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven gezielt 
646 -anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das 
647 -Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die 
648 -Grundlage dar.[xxv]
649 -346 16.
650 -347
651 -348
652 -349
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663 -17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
664 -gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 
665 -anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere 
666 -heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 
667 -360 1.
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669 -362
670 -363
671 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
672 -Seite 9
673 -Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
103 +\\15.Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 
104 +Klimaschutzes, sondern auch aus gesundheitlichen und sozialen Gründen überfällig. Der Straßenverkehr macht in Deutschland fast 95 Prozent der Emissionen in diesem Sektor aus,[iv] sodass hier der entscheidende Hebel besteht. Ab 2030 sollen keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr 
105 +zugelassen werden. Allerdings kann die Lösung nicht sein, alle Fahrzeuge durch solche mit Elektro-Antrieb zu ersetzen. Einhergehend mit einer 
106 +Preisreduzierung und dem Ausbau des ÖPNV sowie der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur, muss der individuelle Automobilverkehr deutlich 
107 +reduziert werden. Um längere Distanzen zu überwinden, muss die Bahn in der Taktung, der Preisgestaltung sowie dem Service angepasst werden. 
108 +Kurzstreckenflüge bis 1.000 Kilometer müssen zeitnah ersetzt werden. Damit auch alle Menschen den ÖPNV tatsächlich nutzen können, muss dieser mitsamt seiner Infrastruktur flächendeckend barrierefrei gestaltet werden und strukturelle Benachteiligungen wie die schlechtere Anbindung von 
109 +sozioökonomisch vermeintlich schwächeren Stadtteilen und Regionen abgebaut werden. Der ÖPNV und die entsprechende Infrastruktur wie Bahnhöfe müssen auch sichere Orte insbesondere für von (Mehrfach-)Diskriminierung betroffenen Menschen werden, um eine alternative zum Motorisierten Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 
110 +NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur Mobilitätswende.
111 +\\16.Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 
112 +Bereich ist von größter Bedeutung bei der Gestaltung der Gesellschaft in Zeiten der Klimakrise. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen müssen zentrale Inhalte in Bildungsplänen und Rahmenlehrplänen sein. Von besonderer Bedeutung ist dabei nicht nur der bloße Umgang mit Kennzahlen 
113 +und Fakten, sondern auch ein lösungs- und handlungsorientierter Ansatz. Nur mit der Kompetenz, sich Herausforderungen zu stellen, diese zu 
114 +moderieren und unter Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven gezielt anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die Grundlage dar.[xxv]
115 +\\17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 
116 +anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte
117 +
118 +18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
119 +nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
120 +Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
121 +Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven wie im Negativen.
122 +\\Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
674 674  des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
675 675  [i]Zum „Capitalocene”:
676 676  Moore, J. W. 2016: Anthropocene or Capitalocene? Nature, history, and the crisis 
... ... @@ -707,67 +707,6 @@
707 707  Ebenen gewährleistet sein, sei es durch Abschaffung des 
708 708  Wahlalters[xxviii] oder durch Schaffung entsprechender Gremien und 
709 709  Posten.
710 -364
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712 -366
713 -367
714 -368
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717 -371
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720 -374
721 -18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
722 -grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
723 -nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
724 -Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
725 -Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
726 -eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
727 -Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
728 -Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
729 -müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
730 -soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
731 -wie im Negativen.
732 -375 1.
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735 -378
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769 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
770 -Seite 10
771 771  [iv] Sachverständigenrat für Umweltfragen 2020: Für eine entschlossene 
772 772  Umweltpolitik in Deutschland und Europa. Kurzfassung. URL, aufgerufen am 
773 773  05.09.2023.
... ... @@ -811,51 +811,6 @@
811 811  Ecosystem Services. E. S. Brondizio, J. Settele, S. Díaz, and H. T. Ngo (eds.). 
812 812  Bonn: IPBES Sekretariat, https:~/~/doi.org/10.5281/zenodo.3831673 . URL, 
813 813  aufgerufen am 05.09.2023.
814 -412
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857 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
858 -Seite 11
859 859  [xix] IPCC 2019: Summary for Policymakers. In: Climate Change and Land: an IPCC 
860 860  special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable 
861 861  land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial