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... ... @@ -1,49 +1,14 @@
1 1  Antragstext
2 -Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die 
3 -gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich 
4 -belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine 
5 -weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. 
6 -Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in 
7 -kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen 
8 -des Globalen Nordens1 in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
9 -Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen 
10 -ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens1 schon 
11 -seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der 
12 -Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. 
13 -Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- 
14 -)Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen 
15 -die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
16 -1 Die Begriffe "Globaler Norden" und "Globaler Süden“ verweisen nicht auf 
17 -geografische Kategorien. „Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im 
18 -globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und 
19 -ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine 
20 -mit Vorteilen bedachte Position. Die Einteilung verweist auf die 
21 -unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als 
22 -vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete“ (glokal 
23 -2013). 
24 -Quelle: glokal 2013: Mit kolonialen Grüßen. Berichte und Erzählungen von 
25 -Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. URL:
26 -https:~/~/www.glokal.org/wp content/uploads/2013/09/BroschuereMitkolonialenGruessen2013.pdf, 
27 -S. 8, aufgerufen am 23.09.2023.
28 -Um die Folgen der Klimakrise einzudämmen, hat sich die internationale 
29 -Staatengemeinschaft 2015 mit dem Pariser Abkommen darauf verständigt, die 
30 -globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und 
31 -Anstrengungen zu unternehmen, eine maximale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius 
32 -anzustreben. Im März 2023 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) seinen 
33 -sechsten Sachstandsbericht, der die gravierende Handlungslücke zur Einhaltung 
34 -des 1,5 Grad-Ziels deutlich unterstreicht.[iii] Das Fenster, in dem die 
35 -Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, wird sich in wenigen Jahren 
36 -schließen. Die bisher umgesetzten und geplanten Maßnahmen der Staaten reichen 
37 -nicht aus, um die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele einzuhalten. Jedes 
38 -Zehntelgrad Erwärmung hat schwerwiegende Konsequenzen. Unter anderem werden 
39 -Ökosysteme unwiederbringlich zerstört, Biodiversität geht verloren, Konflikte um 
40 -natürliche Ressourcen nehmen zu, Extremwetterereignisse treten vermehrt auf und 
41 -Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage und Heimat. Dies ist ein unhaltbarer 
42 -Zustand.
43 -\\Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
44 -Seite 2
45 -Als NAJU setzen wir uns für junge und marginalisierte Gruppen ein. Deshalb 
46 -fordern wir einen wirksamen und gerechten Klimaschutz. Ziel ist der Erhalt von 
2 +Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst mess- und sichtbar. Die gesellschaftlichen und historischen Ursachen sind vielfach wissenschaftlich  belegt. Neben erheblichen sozialen und ökonomischen Problemen drohen durch eine weitere Erhitzung des globalen Klimas irreversible Schäden für Natur und Umwelt. Wir leben im Zeitalter des Kapitalozäns: Der Ursprung der Klimakrise liegt in kapitalistischen und kolonialen Strukturen.[i] Daher sind Länder und Menschen des Globalen Nordens^^1 ^^in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich. 
3 +Historisch gesehen haben sie den Großteil der Treibhausgasemissionen ausgestoßen.[ii] Trotzdem sind Länder und Menschen des Globalen Südens^^1^^ schon seit Generationen am stärksten von den Folgen der Umweltausbeutung und der Klimakrise betroffen. Sie gründeten Widerstands- und Umweltbewegungen dagegen. Zudem spüren insbesondere junge und nachfolgende Generationen, von (Mehrfach- )Diskriminierung betroffene Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen die Auswirkungen der Klimakrise in besonderem Maße.
4 +
5 +^^1^^ Die Begriffe "Globaler Norden" und "Globaler Süden“ verweisen nicht auf geografische Kategorien. „Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im 
6 +globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine mit Vorteilen bedachte Position. Die Einteilung verweist auf die unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete“ (glokal 2013). Quelle: glokal 2013: Mit kolonialen Grüßen. Berichte und Erzählungen von 
7 +Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. URL:https:~/~/www.glokal.org/wpcontent/uploads/2013/09/BroschuereMitkolonialenGruessen2013.pdf, S. 8, aufgerufen am 23.09.2023.
8 +
9 +
10 +Um die Folgen der Klimakrise einzudämmen, hat sich die internationale Staatengemeinschaft 2015 mit dem Pariser Abkommen darauf verständigt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, eine maximale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius anzustreben. Im März 2023 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) seinen sechsten Sachstandsbericht, der die gravierende Handlungslücke zur Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels deutlich unterstreicht.[iii] Das Fenster, in dem die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, wird sich in wenigen Jahren schließen. Die bisher umgesetzten und geplanten Maßnahmen der Staaten reichen nicht aus, um die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele einzuhalten. Jedes Zehntelgrad Erwärmung hat schwerwiegende Konsequenzen. Unter anderem werden  Ökosysteme unwiederbringlich zerstört, Biodiversität geht verloren, Konflikte um natürliche Ressourcen nehmen zu, Extremwetterereignisse treten vermehrt auf und Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage und Heimat. Dies ist ein unhaltbarer Zustand.
11 +\\Als NAJU setzen wir uns für junge und marginalisierte Gruppen ein. Deshalb fordern wir einen wirksamen und gerechten Klimaschutz. Ziel ist der Erhalt von 
47 47  Lebensgrundlagen und einer intakten Natur. Deshalb muss eine sozial-ökologische 
48 48  Transformation die globale Erwärmung schnellstmöglich bremsen und die Erfüllung 
49 49  der Grundbedürfnisse aller Menschen sicherstellen.
... ... @@ -69,92 +69,49 @@
69 69  (mehrfach-)diskriminierte Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen 
70 70  und junge Menschen müssen aus Perspektive der Gender-, Generationen- und 
71 71  Klimagerechtigkeit stärker berücksichtigt werden.
72 -66 6.
73 -67
74 -68
75 -69
76 -70
77 -Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und 
37 +\\7.Die Sichtbarmachung von Perspektiven, Umweltbewegungen und 
78 78  Widerstandskämpfen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color).
79 -71 7.
80 -72
81 -Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den 
39 +\\8.Als Industrieland mit einer globalen Verantwortung für die Menschen in den 
82 82  Ländern, die besonders von der Klimakrise betroffen sind, muss Deutschland 
83 83  eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Dies gilt sowohl innerhalb 
84 84  der Europäischen Union als auch bei den Vereinten Nationen.
85 -73 8.
86 -74
87 -75
88 -76
89 -Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im 
43 +
44 +9.Das Ende des Raubbaus und der Ressourcenausbeutung insbesondere im 
90 90  Globalen Süden zugunsten des Globalen Nordens.
91 -77 9.
92 -78
93 -Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der 
46 +\\10.Umfangreiche Anpassungen an die bereits messbaren Auswirkungen der 
94 94  Klimakrise zum Schutz der Menschen sowie der natürlichen Lebensgrundlagen.
95 -79 10.
96 -80
97 -Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen 
48 +\\11.Eine Erhöhung der von Deutschland bereitgestellten internationalen 
98 98  Klimafinanzierung auf mindestens 8 Milliarden Euro bis 2025. Das neue 
99 99  Klimafinanzierungsziel ab 2025 muss sich an den Bedarfen der am stärksten 
100 100  von der Klimakrise betroffenen Länder ausrichten. Deutschland muss sowohl 
101 -Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche 
102 -81 11.
103 -82
104 -83
105 -84
106 -85
107 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
108 -Seite 3
52 +Gelder für die Emissionsminderung und Anpassung als auch zusätzliche
109 109  Erläuterung und Begründung unserer Forderungen
110 110  Mittel für den vereinbarten Fond für Klimawandelschäden und -verluste 
111 111  bereitstellen.
112 -86
113 -87
114 -Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache 
56 +\\12.Die Anerkennung der gravierenden Folgen der Klimakrise als Fluchtursache 
115 115  und die Gewährleistung von Schutz für flüchtende sowie schutzsuchende 
116 116  Menschen.
117 -88 12.
118 -89
119 -90
120 -Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 
59 +\\13.Den Schutz und die klimaresiliente Renaturierung von Ökosystemen als 
121 121  natürliche Kohlenstoffsenken.
122 -91 13.
123 -92
124 -Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
61 +\\14.Eine klimaverträgliche Agrarpolitik, die klimaresiliente Lebensräume 
125 125  schafft und Biodiversität fördert. Zugleich muss die Zukunft für 
126 126  Landwirt*innen gesichert sein.
127 -93 14.
128 -94
129 -95
130 -Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
64 +\\15.Eine klimaschützende und nachhaltige Mobilität. Insbesondere müssen dabei 
131 131  die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten und auf dem Land 
132 132  berücksichtigt und der Verkehrssektor sozialverträglich transformiert 
133 133  werden.
134 -96 15.
135 -97
136 -98
137 -99
138 -Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
68 +\\16.Die umfangreiche Sensibilisierung von Kindern, Jugendlichen und 
139 139  Erwachsenen gegenüber der Klimakrise, ihrer Auswirkungen und der 
140 140  notwendigen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen im Rahmen schulischer und 
141 141  außerschulischer Bildungsarbeit.
142 -100 16.
143 -101
144 -102
145 -103
146 -Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
72 +\\17.Eine umfassende Beteiligung von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und 
147 147  marginalisierten Gruppen bei der Ausgestaltung von Klimaschutzmaßnahmen 
148 148  auf allen Ebenen.
149 -104 17.
150 -105
151 -106
152 -Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
75 +\\18. Eine umfassende sozial-ökologische Transformation, die strukturelle 
153 153  Probleme löst.
154 -107 18.
155 -108
156 -109
157 -Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
77 +
78 +Erläuterung unserer Forderungen
79 +\\1. Das zur Verfügung stehende CO2-Budget gibt laut Sachverständigenrat für 
158 158  Umweltfragen den Rahmen für den angemessenen und notwendigen Beitrag 
159 159  Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele vor. Bei linearer 
160 160  Reduktion der Emissionen (basierend auf 2019) müsste Deutschland ab 2038 
... ... @@ -164,17 +164,7 @@
164 164  Investitionen und ein gesellschaftlicher Umbau. So wird sichergestellt, 
165 165  dass der deutsche Anteil am verbleibenden globalen CO2-Budget für das 1,5 
166 166  Grad-Ziel nicht überproportional beansprucht wird.
167 -110 1.
168 -111
169 -112
170 -113
171 -114
172 -115
173 -116
174 -117
175 -118
176 -119
177 -Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 
89 +\\2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist essenziell für das Erreichen 
178 178  ambitionierter Klimaziele. Insbesondere der Ausbau von Windkraft- und 
179 179  Photovoltaikanlagen muss dazu massiv vorangetrieben werden. Eine 
180 180  vollständige klimaneutrale Stromversorgung mit Erneuerbaren bis 2035 ist 
... ... @@ -181,16 +181,6 @@
181 181  umsetzbar[vi]und von elementarer Bedeutung. Dazu braucht es erhebliche 
182 182  Investitionen in die Forschung zu erneuerbaren Energien sowie zu Leitungs und Speichertechnologien, den großflächigen Ausbau dieser und den Abbau 
183 183  struktureller und bürokratischer Hürden. Um Erneuerbare Energien mit 
184 -120 2.
185 -121
186 -122
187 -123
188 -124
189 -125
190 -126
191 -127
192 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
193 -Seite 4
194 194  Arten- und Naturschutz zu vereinen, müssen Herausforderungen deutlich 
195 195  adressiert und abgewogen werden, Fachpersonal befragt und regionale 
196 196  Lösungen umgesetzt werden.[vii] Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort 
... ... @@ -198,14 +198,7 @@
198 198  Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien muss der Ausstieg aus fossilen 
199 199  Energiträgern schnell eingeleitet werden. Dafür muss Deutschland bis 2030 
200 200  aus der Kohleverstromung aussteigen.
201 -128
202 -129
203 -130
204 -131
205 -132
206 -133
207 -134
208 -Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 
103 +\\3. Mit dem Green Deal hat sich die Europäische Union auf den richtigen Weg 
209 209  gemacht. Mit ihrer langfristigen Klimastrategie legt sich die EU fest, bis 
210 210  2050 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Die Erhöhung des europäischen 
211 211  Reduktionsziels bis 2030 auf 55 Prozent kann hier nur ein erster Schritt 
... ... @@ -212,14 +212,7 @@
212 212  sein und muss zeitnah weiter auf 65 Prozent netto (d.h. ohne Anrechnung 
213 213  von Senken) angehoben werden, um auch international ein wichtiges Zeichen 
214 214  zu setzen.[viii]
215 -135 3.
216 -136
217 -137
218 -138
219 -139
220 -140
221 -141
222 -Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 
110 +\\4.Die Länder und Menschen des Globalen Nordens müssen sich über ihre Rolle 
223 223  als Hauptverursacher*innen der Klimakrise bewusst werden, dementsprechend 
224 224  Verantwortung übernehmen und für Schäden und Verluste aufkommen. Sie sind 
225 225  historisch für den größten Anteil der Treibhausgasemissionen 
... ... @@ -230,18 +230,7 @@
230 230  forcierten Freihandelsabkommen verschärfen und verfestigen diese 
231 231  Ungleichheiten zusätzlich, indem beispielsweise Umweltprobleme in Länder 
232 232  des Globalen Südens ausgelagert werden.
233 -142 4.
234 -143
235 -144
236 -145
237 -146
238 -147
239 -148
240 -149
241 -150
242 -151
243 -152
244 -Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 
121 +\\5.Im Zuge des Kolonialismus haben Europäer*innen andere Menschen massenweise 
245 245  verschleppt, versklavt und getötet. Dieses Unterdrückungssystem beruhte 
246 246  auf einer Rassifizierung von Menschen, das heißt auf der Erfindung von 
247 247  hierarchisch geordneten „Menschenrassen“. Dabei ordneten sich weiße
... ... @@ -262,41 +262,12 @@
262 262  dass der Mensch als biologisches Wesen Teil von der Natur ist und von 
263 263  natürlichen Ökosystemen abhängig ist. Durch die Abwertung von Natur hat 
264 264  das koloniale Denken die Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen 
265 -153 5.
266 -154
267 -155
268 -156
269 -157
270 -158
271 -159
272 -160
273 -161
274 -162
275 -163
276 -164
277 -165
278 -166
279 -167
280 -168
281 -169
282 -170
283 -171
284 -172
285 -173
286 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
287 -Seite 5
288 288  zugunsten von Profiten ermöglicht. Die Klimakrise hat ihre Wurzeln in 
289 289  diesem Denken. 
290 -174
291 -175
292 -Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 
144 +\\Diese Zusammenhänge von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus 
293 293  müssen anerkannt und beendet werden, um Klimagerechtigkeit zu 
294 294  schaffen.[ix]
295 -176 1.
296 -177
297 -178
298 -179
299 -Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 
147 +\\6.Diskriminierungen wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus 
300 300  (Diskriminierung von be_hinderten Menschen) oder Ageism (Diskriminierung 
301 301  aufgrund des Alters) stellen soziale Ungleichheits- und Machtverhältnisse 
302 302  dar und wirken intersektional.[x] Sie drängen bestimmte gesellschaftliche 
... ... @@ -322,33 +322,7 @@
322 322  eine verstärkte Sichtbarkeit und Unterstützung von FLINTA*-Personen, 
323 323  (mehrfach-) diskriminierte Menschen sowie Menschen in prekären 
324 324  Lebenssituationen.
325 -180 6.
326 -181
327 -182
328 -183
329 -184
330 -185
331 -186
332 -187
333 -188
334 -189
335 -190
336 -191
337 -192
338 -193
339 -194
340 -195
341 -196
342 -197
343 -198
344 -199
345 -200
346 -201
347 -202
348 -203
349 -204
350 -205
351 -Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 
173 +\\7. Heutzutage stehen vor allem weiße Klima- und Umweltbewegungen im 
352 352  öffentlichen Fokus. Bewegungen von BIPoC (Black, Indigenous and People of 
353 353  Color) werden dabei meistens außer Acht gelassen und vernachlässigt – nur 
354 354  selten wird in den Medien über sie berichtet. Jedoch kämpfen BIPoC Aktivist*innen schon seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der 
... ... @@ -365,33 +365,10 @@
365 365  die ihren Ursprung in gesellschaftlichen Hierarchien und 
366 366  Ausbeutungssystemen haben. Durch die öffentliche Vernachlässigung von 
367 367  BIPoC-Protesten wird das falsche Bild geschaffen, Menschen aus dem 
368 -206 7.
369 -207
370 -208
371 -209
372 -210
373 -211
374 -212
375 -213
376 -214
377 -215
378 -216
379 -217
380 -218
381 -219
382 -220
383 -221
384 -222
385 -223
386 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
387 -Seite 6
388 388  Globalen Süden seien nicht am Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Dies 
389 389  ist auf die Ideologie des weißen Naturschutzes zurückzuführen, die im 
390 390  Kolonialismus verwurzelt ist.[ix]
391 -224
392 -225
393 -226
394 -Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
193 +\\8.Deutschland als einer der größten globalen Emittenten und als Land mit 
395 395  starken ökonomischen und technologischen Möglichkeiten trägt eine 
396 396  besondere Verantwortung. Deshalb muss Deutschland auch innerhalb der EU 
397 397  und auf internationaler Ebene für ambitionierte Reduktionsziele und 
... ... @@ -404,20 +404,7 @@
404 404  reglementiert und eingeschränkt werden muss. Zudem müssen Doppelzählungen 
405 405  und Schlupflöcher im Regelwerk ausgeschlossen werden und eine zusätzliche 
406 406  Reduktion der CO2-Emissionen erwirkt werden.[xiii]
407 -227 8.
408 -228
409 -229
410 -230
411 -231
412 -232
413 -233
414 -234
415 -235
416 -236
417 -237
418 -238
419 -239
420 -Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
206 +\\9.Länder und Menschen des Globalen Nordens profitieren von der 
421 421  Ressourcenausbeutung des Globalen Südens. Dies hat seinen Ursprung in der 
422 422  Kolonialzeit und hält bis heute an. Eine große Rolle spielt außerdem das 
423 423  kapitalistische System, dass insbesondere auf Profit und Gewinn aus ist. 
... ... @@ -425,15 +425,7 @@
425 425  importiert.[ix] So kommt es zu einer Ausbeutung von Tieren, Pflanzen, 
426 426  Menschen und Ökosystemen des Globalen Südens, die die Kosten unseres 
427 427  Lebensstils tragen.[xiv]
428 -240 9.
429 -241
430 -242
431 -243
432 -244
433 -245
434 -246
435 -247
436 -10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
214 +\\10. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits überall auf der Welt - 
437 437  wenn auch in ungleichem Maße - zu spüren. Szenarien zu erstellen, um 
438 438  diese greifbar zu machen, kann nur ein erster Schritt sein. Die 
439 439  aktive und zeitnahe Einrichtung beziehungsweise Anpassung von 
... ... @@ -452,33 +452,9 @@
452 452  Zusammenlebens. Hinzu kommt: Wer jetzt proaktiv investiert und 
453 453  Anstrengungen unternimmt, die Klimakrise einzudämmen, zahlt heute 
454 454  einen geringeren finanziellen sowie gesellschaftlichen Preis, als 
455 -248 1.
456 -249
457 -250
458 -251
459 -252
460 -253
461 -254
462 -255
463 -256
464 -257
465 -258
466 -259
467 -260
468 -261
469 -262
470 -263
471 -264
472 -265
473 -266
474 -267
475 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
476 -Seite 7
477 477  wenn in einigen Jahren ad-hoc Schutz- und Anpassungsmaßnahmen 
478 478  umgesetzt werden müssen.
479 -268
480 -269
481 -Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
235 +\\11.Bereits jetzt wird deutlich, dass die größten Schäden und Verluste 
482 482  diejenigen Länder treffen, die einen sehr geringen Anteil zu den globalen 
483 483  Treibhausgasemissionen beigetragen haben und zugleich nicht über die 
484 484  notwendigen Ressourcen verfügen, sich gegen die Schäden präventiv zu 
... ... @@ -497,26 +497,7 @@
497 497  Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Staatengemeinschaft die 
498 498  internationalen Finanzströme im Sinne des Klima- und Artenschutzes 
499 499  kanalisiert und steuert.
500 -270 11.
501 -271
502 -272
503 -273
504 -274
505 -275
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510 -280
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518 -288
519 -Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
254 +\\12.Bereits heute beeinflusst die Klimakrise und die daraus resultierende 
520 520  Umweltzerstörung die Lebensumstände vieler Menschen so sehr, dass sie 
521 521  gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Sowohl nach der Genfer 
522 522  Flüchtlingskonvention als auch nach dem deutschen Asylrecht steht diesen 
... ... @@ -523,14 +523,7 @@
523 523  Menschen bislang kein Schutz zu. Die Bundesregierung muss auf 
524 524  internationaler Ebene dafür eintreten, dies zu ändern und das nationale 
525 525  Recht anzupassen.[xvii]
526 -289 12.
527 -290
528 -291
529 -292
530 -293
531 -294
532 -295
533 -Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
261 +\\13.Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und der 
534 534  Klimakrise sind eindeutig. Untrennbar und sich gegenseitig verstärkend 
535 535  stellen beide Entwicklungen eine Krise von existenzieller Bedrohung dar. 
536 536  Der Schutz von Ökosystemen und biologischer Vielfalt muss künftig viel 
... ... @@ -544,45 +544,18 @@
544 544  Klimaschutzmaßnahmen stärker als bisher bedacht werden. Gleichzeitig 
545 545  müssen Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihres Einflusses auf die 
546 546  Biodiversität überprüft werden.
547 -296 13.
548 -297
549 -298
550 -299
551 -300
552 -301
553 -302
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557 -306
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560 -309
561 -Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
275 +\\14.Laut IPCC-Sonderbericht 2019 ist die Landnutzung weltweit für 23 Prozent 
562 562  aller Emissionen verantwortlich.[xix] Die Landwirtschaft ist somit 
563 563  weltweit einer der Haupttreiber der Klimakrise und hat gleichzeitig massiv 
564 564  mit deren Folgen zu kämpfen. Die NAJU trägt die Forderungen der 
565 565  Zukunftskommission Landwirtschaft mit[xx] und setzt sich für einen 
566 566  Brückenschlag zwischen Naturschützer*innen und Landwirt*innen ein. Eine 
567 -310 14.
568 -311
569 -312
570 -313
571 -314
572 -315
573 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
574 -Seite 8
575 575  klimaresiliente Landwirtschaft sorgt nicht nur für Lebensmittelsicherheit 
576 576  weltweit und kann so die Versorgung der Weltbevölkerung zukünftig 
577 577  garantieren, sondern sichert auch Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist der 
578 578  Umbau zu einer resilienten, fairen und naturnahen Landwirtschaft der 
579 579  Schlüssel für den Erhalt der Biodiversität.[xxi]
580 -316
581 -317
582 -318
583 -319
584 -320
585 -Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
286 +\\15.Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen in 
586 586  Deutschland seit 1990 nicht gesunken sind.[xxii] 2019 wurden noch mehr als 
587 587  ein Fünftel der Emissionen im Verkehr verursacht. Die Wende zu einer 
588 588  postfossilen ressourcensparenden Mobilität ist nicht nur aus Sicht des 
... ... @@ -607,32 +607,7 @@
607 607  Individualverkehr zu werden. Wir verweisen auf die Positionspapiere der 
608 608  NAJU[xxiii] sowie des Deutschen Bundesjugendrings[xxiv] zur 
609 609  Mobilitätswende.
610 -321 15.
611 -322
612 -323
613 -324
614 -325
615 -326
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629 -340
630 -341
631 -342
632 -343
633 -344
634 -345
635 -Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
311 +\\16.Um auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen, technologischen und 
636 636  kulturellen Umbaus angesichts der Klimakrise angemessen reagieren zu 
637 637  können, sind Verständnis und Handlungskompetenz in der Breite der 
638 638  Gesellschaft notwendig. Bildungsarbeit im formellen sowie informellen 
... ... @@ -646,31 +646,23 @@
646 646  anzugehen, kann die Gesellschaft der Klimakrise wirkungsvoll begegnen. Das 
647 647  Konzept einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung stellt hierfür die 
648 648  Grundlage dar.[xxv]
649 -346 16.
650 -347
651 -348
652 -349
653 -350
654 -351
655 -352
656 -353
657 -354
658 -355
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660 -357
661 -358
662 -359
663 -17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
325 +\\17. Besonders vulnerable Gruppen müssen umfassend an politischen und 
664 664  gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Neben 
665 665  anderen marginalisierten Gruppen werden die Klimafolgen insbesondere 
666 -heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte 
667 -360 1.
668 -361
669 -362
670 -363
671 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
672 -Seite 9
673 -Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
328 +heutige junge und zukünftige Generationen treffen, die keine direkte
329 +
330 +18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
331 +grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
332 +nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
333 +Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
334 +Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
335 +eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
336 +Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
337 +Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
338 +müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
339 +soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
340 +wie im Negativen.
341 +\\Wir verweisen auf die anderen Positionspapiere der NAJU sowie auf die Positionen 
674 674  des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
675 675  [i]Zum „Capitalocene”:
676 676  Moore, J. W. 2016: Anthropocene or Capitalocene? Nature, history, and the crisis 
... ... @@ -707,67 +707,6 @@
707 707  Ebenen gewährleistet sein, sei es durch Abschaffung des 
708 708  Wahlalters[xxviii] oder durch Schaffung entsprechender Gremien und 
709 709  Posten.
710 -364
711 -365
712 -366
713 -367
714 -368
715 -369
716 -370
717 -371
718 -372
719 -373
720 -374
721 -18. Unsere Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt, weshalb 
722 -grenzenloses Wachstum eine Illusion ist. Zugleich führt das Streben 
723 -nach immer größeren Profiten zu einer immer größeren 
724 -Ungleichverteilung des Wohlstandes und zerstört Natur und Umwelt. Um 
725 -Klimagerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen, braucht es 
726 -eine umfassende gesellschaftliche Transformation.[xxix] Technische 
727 -Innovationen allein können die Klimakrise nicht lösen. 
728 -Umweltprobleme können nicht isoliert betrachtet werden, sondern 
729 -müssen als soziale Phänomene verstanden werden. Ökologische und 
730 -soziale Aspekte können sich wechselseitig verstärken – im Positiven 
731 -wie im Negativen.
732 -375 1.
733 -376
734 -377
735 -378
736 -379
737 -380
738 -381
739 -382
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741 -384
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743 -386
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745 -388
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747 -390
748 -391
749 -392
750 -393
751 -394
752 -395
753 -396
754 -397
755 -398
756 -399
757 -400
758 -401
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767 -410
768 -411
769 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
770 -Seite 10
771 771  [iv] Sachverständigenrat für Umweltfragen 2020: Für eine entschlossene 
772 772  Umweltpolitik in Deutschland und Europa. Kurzfassung. URL, aufgerufen am 
773 773  05.09.2023.
... ... @@ -811,51 +811,6 @@
811 811  Ecosystem Services. E. S. Brondizio, J. Settele, S. Díaz, and H. T. Ngo (eds.). 
812 812  Bonn: IPBES Sekretariat, https:~/~/doi.org/10.5281/zenodo.3831673 . URL, 
813 813  aufgerufen am 05.09.2023.
814 -412
815 -413
816 -414
817 -415
818 -416
819 -417
820 -418
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824 -422
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832 -430
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834 -432
835 -433
836 -434
837 -435
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844 -442
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851 -449
852 -450
853 -451
854 -452
855 -453
856 -454
857 -Beschluss Positionspapier zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
858 -Seite 11
859 859  [xix] IPCC 2019: Summary for Policymakers. In: Climate Change and Land: an IPCC 
860 860  special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable 
861 861  land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial